zur Navigation springen
Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 01:34 Uhr

Einfach einmal Auszeit vom Alltag

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Seit 25 Jahren kümmert sich der Förderverein Mürwiker Werkstätten um die Freizeitgestaltung der Menschen mit Behinderungen

„Unser Ziel ist es, dass Menschen mit Behinderungen besondere Tage der Freizeit genießen können. Sie haben das Anrecht auf solche Erlebnisse.“ Mit diesem Satz ist kurz und knapp beschrieben, wozu der Förderverein Mürwiker Werkstätten da ist. Und das bereits seit 25 Jahren.

Gegründet wurde er am 25. Januar 1989. Der Vorstand damals: Ellen Carstensen (Vorsitzende), Christian Dopp (stellv. Vorsitzender), Hans-Werner Kuhnke (Schriftführer), Christian Jappsen (Kassenwart) sowie die Beisitzer Dieter Faber, Wolfgang Küssner und Elfriede Pahnke, die Gründerin der Mürwiker Werkstätten. Ellen Carstensen ist bis heute Vorsitzende, und sie erinnert sich an die Zeit damals: „Der Elternbeirat trat seinerzeit an mich heran. Es wurden Gelder benötigt, um beispielsweise ein Sommerfest oder mal einen Ausflug zu organisieren. Das alles war zu dem Zeitpunkt in Gefahr.“ Und Kassenwart Karl Carlsen ergänzt: „Der Elternbeirat ist nicht berechtigt, Spenden zu sammeln und Spendenquittungen auszustellen. Es gab mal einzelne Zuwendungen, aber größere Dinge waren von den Mürwiker Werkstätten einfach so nicht eingeplant.“ Also waren die Anfänge 1989 dementsprechend bescheiden: „Zunächst haben wir den Menschen mit Behinderungen kleine Ausflüge angeboten.“ Ziele waren der Vogelpark Walsrode oder der Heidepark Soltau. Davon hatte damals eine noch relativ kleine Gruppe gut. Etwa 40 bis 50 Menschen nahmen die Gelegenheit zu diesen Unternehmungen wahr. „Heute sind es 250 Menschen mit Behinderungen“, erklärt Ellen Carstensen. „Wir sind gewachsen, auch unsere Aktivitäten.“ Wenn es dann zur sozialen Woche in den Hansapark (der Freizeitpark übernimmt den Eintritt, Buskosten und Mittagsverpflegung trägt der Förderverein), geht, machen sich schon mal bis zu fünf Reisebusse auf den Weg. „Das schlägt immer noch mit 6000 bis 7000 Euro zubuche“, sagt Karl Carlsen.

Sommerfeste, Ausflüge, Geschenke – dafür ist das eingenommene Geld gedacht. Kleinere Anschaffungen für die Werkstatt und Wohnheime sind mittlerweile drin, hin und wieder werden auch kleine Maschinen angeschafft, die den Menschen mit Behinderungen die Arbeit erleichtern sollen, aber von den Mürwiker Werkstätten nicht finanziert werden. Dinge, für die der Leistungsträger der Einrichtungen keine ausreichenden Mittel zur Verfügung stellen kann. Dazu gehören Tischfußballspiel, Trampolin, Grillhütte, Musikinstrumente für die „Freesentrummler“ oder die Gestaltung der Pausenräume.

„Wir sind auf ehrenamtliche Hilfe und Helfer angewiesen“, erklärt Ellen Carstensen. Letztere werden aus den Eltern beziehungsweise Angehörigen von Betroffenen rekrutiert. Firmen und Feuerwehren,Freunde und Mitglieder gehören ebenfalls zu den Förderern. „Ohne sie wäre das alles damals nicht machbar gewesen.“ Eine große Hilfe war seinerzeit die Spende von Margot Gildemeister aus Schnatebüll. Sie vermachte dem Förderverein testamentarisch eine große Summe für die Menschen mit Behinderungen. Fünf Jahre lang standen diesem jeweils 20 000 Euro zur Verfügung, ermöglichten somit das, was dem Verein so am Herzen liegt: Den Menschen mit Behinderungen, die bei Eltern oder betreut Wohnen, einen besonderen Tag ermöglichen, ihnen eine Freude machen. „Wenn wir Frau Gildemeister nicht gehabt hätten, würde es uns heute nicht mehr geben.“

Das Geld ist verbraucht, die Mitgliederzahlen im Förderverein rückläufig. Wie kann man helfen? Durch Mitgliedschaft (36 Euro jährlich), denn mitmachen kann jeder. Spenden – der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Abgabenordnung. Oder durch Mitarbeit, auch im Vorstand.

zur Startseite

von
erstellt am 10.Feb.2014 | 12:17 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen