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Hilfsaktion : Eine Welle der Hilfsbereitschaft rollt

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Am Wochenende starten zwei weitere Benefiz-Aktionen zugunsten der siebenjährigen, körperlich und geistig behinderten Jule Marie Matthiesen aus Leck

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erstellt am 24.Apr.2015 | 05:00 Uhr

Das Schicksal der siebenjährigen Jule Marie Matthiesen aus Leck (wir berichteten) hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Das Mädchen war im Alter von drei Monaten an einer Hirnhautentzündung erkrankt, ist seither körperlich und geistig behindert. Ihr Salz- und Wasserhaushalt, ihr Sprachzentrum ist geschädigt, der Temperatur-Haushalt gestört. Ihre Eltern Tanja und Dieter Matthiesen wünschen sich sehnlich ein dringend benötigtes mobiles Blutgas-Analysegerät. Das Geld, etwa 11  000 Euro, können sie aber nicht aufbringen. Seit der Bitte um Hilfe bei Facebook und dem Bericht im Nordfriesland Tageblatt vom 31. März über das Schicksal der kleinen Jule Marie hat sich einiges getan. Etwa die Hälfte des benötigten Geldes ist zusammengekommen, aber es reicht noch nicht aus.

Auch Christina und Friedrich Becht hatten den Artikel im Nordfriesland Tageblatt gelesen und beschlossen, zu helfen. Das Paar setzt sich seit vielen Jahren mit unterschiedlichen Benefizaktionen für seine Mitmenschen. Für die siebenjährige Jule Marie Matthiesen aus Leck haben sie sich etwas Besonderes ausgedacht. Sie stellen ein von Friedrich Becht aus „White Wood“, einem kanadischen Holz, selbst geschnitztes Holzpferd zur Versteigerung. „120 Stunden habe ich daran gearbeitet.“ Das Pferd ist – gemessen von der Unterkante Kufen bis Ohrenhöhe – etwa 90 Zentimeter hoch, Mähne und Schweif sind aus echtem Schimmelhaar aus der Pfalz gefertigt. Das Zaumzeug besteht aus in Niebüll von der Firma „Lederhexe“ geflochtenen Lederzügeln. Das Pferd steht auf einer Bodenplatte mit gehobener Vorderhand. „Die Hufeisen sind aus fast 5000 Jahre alter Mooreiche gefertigt“, berichtet Friedrich Becht. Das Dendro-Labor in Zürich habe den letzten vorhandenen Jahresring wissenschaftlich untersucht und auf das Jahr 2538 v. Chr. datiert. „Somit ist das Mooreichenholz mit 2015 Jahren addiert 4553 Jahre alt.“ Fundort der Mooreiche war übrigens in Goldelund (hinter Bredstedt). „1992 ist das Holz bei Drainagearbeiten der Arpschen Mühle entdeckt worden“, sagt Becht. Die Holzbohlen für das Pferd wurden in der Trockenkammer der Tischlerei Carsten Petersen in Braderup bei hohen Temperaturen getrocknet. „Es muss Möbelqualität haben, damit das Holz später nicht reißt“, erklärt der Holzkünstler. Die Kufen des Pferdes sind aus dampfgebogenem Eschenholz, die Querstücke sind holzgedübelt. „Das Rösslein und die Kufen sind mit Leinöl behandelt, anschließend von Hand poliert.“

Dieses wertvolle Holzpferd wird nun öffentlich versteigert, das Geld kommt zu 100 Prozent der kleinen Jule zugute. Ab Sonnabend, 2. Mai, wird das Pferdchen zwei Wochen lang im Niebüller Friesencenter zu sehen sein. Interessierte haben in dieser Zeit die Chance, ihre Gebote (Mindestgebot ist 500 Euro) auf einem Zettel, versehen mit Namen und Adresse, abzugeben und in eine Box zu werfen. Nach Ablauf dieser Zeit geht das Pferd an den Meistbietenden. Bei mehreren gleichhohen Angebotssummen entscheidet das Los. „Auf den Käufer wartet eine besondere Überraschung: In einer Hülse befindet sich unterhalb des Schweifes eine Briefmarke vom Herstellungsjahr, eine Münze, ein paar Informationen über die Entstehung des Pferdchens sowie ein Nordsee-Bernstein“, sagt Friedrich Becht. „Auf Wunsch gibt es für den neuen Besitzer auf der Unterseite der Bodenplatte eine persönliche Gravur.“

Die Hilfs-Aktionen gehen weiter: Am Sonntag, 26. April, gibt es für Jule Marie Matthiesen ab 17 Uhr in der St. Willehad-Kirche Leck ein Benefizkonzert. Winni Zastrow und seine Kinder, Frank Bernstein-Jensens Familie und der Gospel- und Pop-Chor Hale-Pop-Singers sind dabei. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei, um Spenden für Jule wird gebeten. Und auch am Sonntag, 3. Mai, gibt es Gelegenheit zu spenden: an einem Stand beim Flohmarkt am Friesencenter Niebüll.

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