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Nordfriesland Tageblatt

16. Dezember 2017 | 22:01 Uhr

„Eine Sanierung macht keinen Sinn“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das Haus der Begegnungsstätte ist stark reparaturbedürftig / Nutzer hoffen auf eine Lösung am bisherigen Standort

von
erstellt am 26.Mär.2015 | 10:04 Uhr

„Nicht in dem Haushalt 2015 enthalten ist das Gebäude der Begegungungsstätte, das einen sehr hohen Sanierungsbedarf hat“, bedauerte Niebülls SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Uerschels während der jüngsten Stadtvertretersitzung. „Hier gilt es, gemeinsam mit den Nutzern Möglichkeiten zu finden, diesen Treffpunkt zu erhalten und möglichst auch auszubauen. Wir wünschen uns, dass an diesem Ort eine Begegnungsstätte für jung und alt, ein Gemeinschaftshaus, entsteht.“ Die Gespräche und Planungen werde man in den Ausschüssen aktiv und konstruktiv begleiten.

Zweifellos: An dem Haus in der Friedrich-Paulsen-Straße 6b, es befindet sich im Besitz der Stadt Niebüll, nagt der Zahn der Zeit. Sein Erbauungsjahr 1958 ist dem Gebäude schon äußerlich anzusehen, und auch innen ist die unverkennbare Atmosphäre jener Zeit erhalten geblieben. Zunächst diente es als Mädcheninternat des Friedrich-Paulsen-Gymnasiums, neben Rendsburg war hier eine von zweien ländlichen Oberschulen des Landes untergebracht. 22 Wohnplätze gab es für die jungen Frauen.

1978 hatte Niebülls damaliger Bürgermeister Heinz Loske die Idee, vier Organisationen – die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, das DRK und die Evangelische Kirche – an einen Tisch zu bekommen. Es entstand die Arbeitsgemeinschaft (AG) Altentagesstätte, ihr Sitz: das Haus Friedrich-Paulsen-Straße 6b. Die Aktivitäten sind geblieben, der Name wurde angepasst – und zwar in Begegnungsstätte. Die Organisationsleitung hat bis heute Gudrun Loske. Seit fast 40 Jahren laden die Helferinnen im wöchentlichen Wechsel ein, regelmäßig wird den Niebüllern an drei Nachmittagen in der Woche ein Programm geboten. Die Spanne der Angebote reicht vom Kartenspielen über Lottonachmittage, unterschiedlich gestaltete Programmnachmittage, Essen in Gemeinschaft, Vorträge und Reiseberichte bis hin zu zu gemeinsamen Ausflügen.

Der vordere Teil des Hauses ist als Wohnung vermietet. Vor etwa sieben Jahren zog der Verein für Niebüller Geschichte unter dem Vorsitz von Beate Jandt in das Obergeschoss ein, baute hier sein umfangreiches Archiv auf. Jüngst übernahmen die Chronisten zusätzlich den bisher von der inzwischen aufgelösten Tinitus-Gruppe genutzten Raum. Die Frauenberatung und der Notruf Nordfriesland mit Maren Leder haben hier ebenfalls ihren Sitz. Doch allen Nutzern ist klar: Es muss etwas passieren. Die Fensterrahmen sind noch aus Holz und rotten teilweise schon. Innen wurde ebenfalls viel Holz verarbeitet, das zeitweise einen leichten Modergeruch verströmt. Die Dachpfannen wurden zwischenzeitlich verschäumt, weil es beim schlechtem Wetter hereinregnete und sich Wasserflecken bildeten.

Schon länger kursieren Überlegungen, entweder zu sanieren oder eventuell auf der Bürgerwiese gleich ein neues Gebäude für die Begegungsstätte zu errichten. Eine Idee, die nicht nur Freunde hat. Denn ein großer Vorzug des Hauses in der Friedrich-Paulsen-Straße, direkt am Stadtpark und neben der FPS, ist seine zentrale Lage. Was sollen also die hauptsächlich älteren Bürger, die das Haus nutzen, am Rande der Stadt? Beate Jandt dazu: „Wir alle bevorzugen eine Lösung an dem jetzigen Platz, und wir wollen uns auch alle mit einbringen.“

„Eine Sanierung des Gebäudes macht keinen Sinn“, erklärt auch Karl-Heinz Schmidt, Vorsitzender des Ausschusses für Bau und Verkehr, nach seiner persönlichen Meinung befragt. Dafür sei einfach zu viel zu machen. „Es muss ein sinnvolles Konzept erarbeitet werden, aber für eine Lösung an dieser Stelle.“

Die Gespräche laufen, und das Thema wird die Ausschüsse noch beschäftigen. Zunächst hat die Stadt allerdings die Sanierung der Südtondernhalle sowie der Halle 1 im Schul- und Bildungszentrum zu wuppen.

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