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Modernisierung : Eine Sanierung allein über Spenden

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

300 000 Euro werden benötigt, um das Bewegungsbad der Klinik Niebüll zu modernisieren und Südtonderns Bürger sind aufgefordert, zu helfen

shz.de von
erstellt am 19.Feb.2014 | 05:15 Uhr

Wo ein Spendenwille ist, da ist auch ein Weg: Konnte bei der Klinik Niebüll gerade erst ein 92 000 Euro teurer Außenfahrstuhl dank des finanziellen Engagements der Bürger errichtet werden, so werden die Südtonderaner nun erneut aufgefordert, sich für ihr Krankenhaus stark zu machen. Diesmal ist es jedoch das Bewegungsbad, das einer Unterstützung bedarf.

Aus Sicherheitsgründen musste das 1989 eröffnete Therapiebad geschlossen werden, denn die Technik ist veraltet, die Substanz marode. „Nach fast 25 Jahren ging nichts mehr“, sagt Ralf Wauer, Technischer Leiter des Klinikums. „Dass wir keinen Ersatz haben, ist suboptimal“, betont Geriater Dr. Ludolf Matthiesen, der an seine betagten Patienten denkt. „Immer mehr Ältere verunglücken. Oder sie brauchen nach Gelenkoperationen dringend eine Nachbehandlung und stellen an die Lebensqualität hohe Erwartungen“, fügt Chirurg Dr. Jochen Caesar hinzu. „Ein Drittel der Patienten, die aus der Chirurgie kommen, benötigen das Bad“, fasst Dr. Matthiesen zusammen. So bestehe Handlungsbedarf.

Ralf Wauer hat auch bereits Vorstellungen über das neue Bad. Es soll mit 15 Kubikmetern doppelt so groß sein wie das alte, sechs (statt bisher drei) Patienten Platz bieten – und eine völlig neue Technik erhalten.

300 000 Euro wird es kosten, das Bad zu modernisieren. Eine Summe, die vom Krankenhaus nicht bereitgestellt werden kann und daher über Spenden finanziert werden muss. Etwa 100 000 Euro sind bereits zusammengekommen. „Den Rest schaffen wir auch noch“, ist sich Karl-Heinz Schmidt vom „Förderverein Kreiskrankenhaus Niebüll“ sicher. „Wir wollen die Spendenbereitschaft, die durchaus im Einzugsgebiet vorhanden ist, aufgreifen“, erklärt er und stellt das jüngste Vorhaben vor. Im Mittelpunkt steht eine „Kachelaktion“. Jeder Bürger, der 50 Euro für das Bad zur Verfügung stellt, erhält als symbolisches Dankeschön den Ausdruck einer Spenden-Kachel überreicht. Auch Gemeinden, Vereine oder Einrichtungen sind angeregt, sich derart für das Bad einzusetzen. 50 Euro sind ein Muss – doch es darf auch gern mehr sein.

„Wir müssen die Menschen dazu bringen, das Portemonnaie aufzumachen“, formuliert es Peter Ewaldsen, der das Projekt zusammen mit dem Amt Südtondern befürwortet. Die Aktion sei auch politisch motiviert. „Wir wollen nach Außen signalisieren, dass in der Bevölkerung ein starker Wille besteht, das Krankenhaus in seiner Form zu behalten und sich für das Haus einzusetzen“, so der Amtsvorsteher.

Ziel ist es, das Geld schon bis Ende des Jahres aufzutreiben. Ewaldsen: „Denn das Bewegungsbad ist einem Zustand, der einfach nicht akzeptabel ist.“

 

 



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