Diamantene Hochzeit : Eine Liebe über Distanzen

Maria Christiansen, aufgenommen von ihrem Mann in Österreich während einer der zahlreichen Urlaube in Kärnten.
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Maria Christiansen, aufgenommen von ihrem Mann in Österreich während einer der zahlreichen Urlaube in Kärnten.

Maria und Carl Jürgen Christiansen sind heute 60 Jahre verheiratet , 30 Jahre lang fuhren sie mit dem Camper-Bus nach Österreich.

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21. September 2017, 03:45 Uhr

Achtrup | Dass sie ihm damals die Zunge herausgestreckt hat, daran erinnert sich Carl Jürgen Christiansen noch genau. Davon hat er sich aber nicht abschrecken lassen – ganz im Gegenteil, er heiratete Maria vor 60 Jahren. Heute feiern sie ihre Diamantene Hochzeit im Dorfkrug in Achtrup. „Ich habe damals als Lohnunternehmer gearbeitet und bin mit meinem Lanz Bulldock auf dem Hof von Marias Eltern im Drescheinsatz gewesen“, erinnert sich der 88-Jährige. Dort streckte Maria ihm auch die Zunge raus und verschwand kichernd hinterm Mistberg. Anschließend wurde er von der damals 16-Jährigen bewirtet. „Da muss sie mir dann wohl schöne Augen gemacht haben“, sagt Christiansen und schmunzelt. Maria nickt im Einverständnis.

Wie es der Zufall wollte, trafen sie sich einige Zeit später in Leck. „Ich war zum Tanz und traf Maria, die gerade aus dem Kino kam“, so Christiansen. Allerdings war die junge Frau schon auf dem Heimweg, denn die damals 16-Jährige musste um zehn zu Hause sein. Für ein kleines Pläuschchen blieb ihnen dennoch etwas Zeit, erinnert sich das Ehepaar. Beim nächsten Mal trafen sie sich in Achtrup beim Tanz. Dort, wo heute die Diamantene Hochzeit gefeiert wird, kamen sie sich endlich näher. „Wir haben getanzt und da haben wir uns ineinander verliebt“, erinnert sich Christiansen.

Maria Christiansen war damals in Stellung in Galmsbüll, es lagen 50 Kilometer zwischen den Frischverliebten, was damals noch viel Aufwand bedeutete, wenn man sich mal sehen wollte. „Ich habe mich in meinen Trecker gesetzt, mir was Warmes angezogen und bin die 50 Kilometer von Achtrup nach Galmsbüll gefahren“, sagt Christiansen. Das habe schon ein Weilchen gedauert und abends musste er ja auch wieder zurückfahren.

1954 verlobte sich das Paar, auf Initiative von Maria, die, als Carl Jürgen sie eines Tages besuchte, beschloss, dass sie sich wohl mal verloben könnten. Drei Jahre später wurde geheiratet und an diesem Tag zog Maria zu ihrem Carl Jürgen auf den Hof. Hier lebten sie zunächst auf engstem Raum und bekamen vier Kinder. Carl Jürgen baute das Haus nach und nach aus, um mehr Platz zu schaffen.

Den Hof musste der Landwirt aufgeben, da er nicht genug abwarf, wodurch die Christiansen aber ganz neue Wege gehen konnten. 1967 wurde das Niebüller Kreiskrankenhaus eingeweiht und es waren Stellen ausgeschrieben. Carl Jürgen Christiansen bewarb sich, machte eine Umschulung und begann seinen seinen neuen Job. Der Landwirt war nun Krankenpfleger. „Das war eine tolle Sachen, dass man nicht mehr an den Hof und vor allem an die Melkzeiten gebunden war, dadurch hatten wir plötzlich ganz neue Möglichkeiten“, erinnert sich Christiansen.

Während zuvor nur Tagesausflüge stattfanden, konnten nun längere Campingurlaube geplant werden. Zunächst ging es mit dem R4 nach Röm – zwei Touren mussten gefahren werden. „Zuerst haben wir die Rückbank ausgebaut und das Gepäck rübergefahren, dann kam die Bank wieder rein und die Kinder wurden überführt“, erzählt Christiansen.

Doch damit gaben die Christiansens sich nicht zufrieden, es musste ein größeres Gefährt her. Sie kauften sich einen T2 VW-Bus, der voll ausgestattet war. Das war im Gegensatz zum Urlaub im Zelt ein meilenweiter Unterschied. Doch auch das Reiseziel änderte sich, die Christiansens entdeckten Österreich für sich. „30 Jahre lang sind wir dorthin gefahren“, erzählt Christiansen. „Wir haben es wirklich schön gehabt“, stimmt Maria Christiansen ihrem Mann zu. Nur ein einziges Jahr haben sie ausgesetzt – als sie ihre goldene Hochzeit gefeiert haben.

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