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Nordfriesland Tageblatt

24. Oktober 2017 | 08:25 Uhr

Eine Leck-Flagge mit im Gepäck

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Er ist dann mal weg – und zwar für vier Monate. Bürgervorsteher Andreas Deidert im Interview über seinen bevorstehenden Auslandseinsatz

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Für Bürgervorsteher Andreas Deidert steht Ende des Monats ein viermonatiger Auslandseinsatz in der Türkei an. In einem Interview erzählt er dem Nordfriesland Tageblatt, was ihn erwartet und was er vermissen wird.

Herr Deidert, sind die Koffer schon gepackt?

Die Ausrüstung ist schon auf dem Weg, meine persönlichen Sachen habe ich zum Teil auch schon gepackt. Ein gerahmtes Bild von meiner Frau und meinen drei Kindern kommt natürlich mit. Und mein Laptop, da sind auch noch jede Menge Fotos drauf. Und eine Leck-Flagge ist mit im Gepäck, die ich als Stück Heimat für mein Zimmer mitnehme. Vor meinem letzten Einsatz habe ich noch einen Brief von meinen Kindern bekommen, den ich mitgenommen habe, vielleicht bekomme ich dieses Mal auch wieder einen.

Was erwartet Sie in der Türkei?

Das Flugabwehrraketen-Geschwader 1, dem ich als Stabsoffizier angehöre, nimmt einen normalen Kontingentwechsel vor, das heißt, für vier Monate wird ein anderes Team vor Ort im Einsatz sein. Wir sichern gemeinsam mit den Niederländern und Amerikanern die Nato-Grenze und überwachen den Luftraum. Der Start dieses Einsatzes war etwas hektisch, aber mittlerweile hat sich vor Ort alles eingespielt.

Das heißt, Sie gehen ohne Bedenken in den Einsatz?

Man ist sich immer bewusst, dass auch etwas passieren kann, das gehört zum Risiko als Berufssoldat eben dazu. Aber ich mache den Job einfach viel zu gerne, als dass mich das ernsthaft stören würde. Für meine Familie ist das natürlich nicht immer ganz einfach, das Leben vor Ort läuft weiter. Aber meine Frau hat sich daran gewöhnt, ich bin seit 30 Jahren bei der Bundeswehr.

Sie engagieren sich auch viel in der Gemeinde, sind in der Kommunalpolitik tätig und Bürgervorsteher. Wer übernimmt diese Aufgaben während Ihrer Abwesenheit?

Den Posten des Bürgervorstehers werden Klaus Steen als mein erster und Marc Lieberum als mein zweiter Stellvertreter übernehmen. Die Bürgersprechstunden müssen während der Zeit entfallen, aber meine beiden Vertreter sind über das Rathaus zu erreichen. Zudem bin ich ja auch weiterhin erreichbar, nur die Sprechstunde kann ich nicht wahrnehmen. Die Leitung der Gemeindevertretersitzungen sowie die Repräsentation der Gemeinde gemeinsam mit dem Bürgermeister, die ebenfalls zur Aufgabe des Bürgervorstehers gehören, werden die beiden unter sich aufteilen. In einem Ort wie Leck, in dem viele Ämter von Soldaten besetzt sind, ist so etwas im Grunde Alltag.

Sie werden an Heiligabend, der auch zugleich ihr Geburtstag ist, nicht zuhause sein.

Ja, und dieses Jahr habe ich zudem einen runden Geburtstag, ich werde 50. Bei uns gibt es seit Jahren die Tradition, dass wir am 24. Dezember vormittags für Freunde einen offenen Brunch veranstalten, dass heißt, wer kommen möchte, kommt einfach. Das wird in diesem Jahr natürlich nicht stattfinden, worüber der ein oder andere im Freundeskreis traurig ist. Im gebotenen Rahmen werden wir die Feiertage in der Türkei sicherlich auch etwas feiern, aber in erster Linie müssen wir dort einen Auftrag erfüllen.

Wie sieht der Alltag für Sie in der Türkei aus?

Er wird sich hauptsächlich auf dem Gelände abspielen. Wir sind in der Türkei sieben Tage im Einsatz, haben aber natürlich auch freie Stunden. Ich werde dann die Zeit nutzen, um in meinem Studium in Politik- und Verwaltungswissenschaften, das ich an der Fern-Uni Hagen begonnen habe, ein gutes Stück vorwärts zu kommen.

Was planen Sie mit dem Studium?

Ich studiere zum einen, damit mir nicht langweilig wird, wenn ich in zwölf Jahren pensioniert werde. Zum anderen stellt das Studium die politische Arbeit, die ich mache, noch einmal auf eine ganz andere Ebene. Das tägliche Geschäft ist eine Sache, die rechtlichen Grundlagen und die historische Dimension eine andere. Und Leck ist es wert, dass man sich für die Gemeinde einsetzt. Es gibt ganz viele Dinge, die positiv sind und die auch so gesehen werden sollten.

Was werden Sie am meisten vermissen, wenn Sie nicht vor Ort sind?

Die persönlichen Gespräche, bei denen man sich in die Augen schaut. Die sind viel wichtiger, als nur eine Email zu schreiben.

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