Neujahrsempfang : Eine Gemeinde im Wandel

Ein Platz an der Heizung: Einige Bürger sind regelmäßig beim Neujahrsempfang dabei.
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Ein Platz an der Heizung: Einige Bürger sind regelmäßig beim Neujahrsempfang dabei.

Leck will weiterhin mehr Arbeitsplätze schaffen. Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn lobt das Ehrenamt und den Zusammenhalt der Gemeinde.

shz.de von
12. Januar 2015, 07:00 Uhr

„Oh happy day“ schmetterten die St. Wills Singers und gaben mit diesem Spiritual aus den USA den Ton an für eine fröhliche Stimmung beim Neujahrsempfang. Rund 170 Bürger füllten den Rathaussaal und genossen das Miteinander bei Suppe, Sekt und Selters, einem Rück- und Ausblick und tausend guten Wünschen. Dem Veranstaltungsquartett – die politische und kirchliche Gemeinde, der Handels- und Gewerbeverein sowie die Bundeswehr – gefiel das.

„Schnell mal reingucken, was Neues hören“, wollte Hermann Feist. Der 82-Jährige blieb ebenso wie viele andere ältere Mitbürger, die sich ein warmes Plätzchen an der Heizung ergattert hatten. Else Simon mit ihren fast 91 Jahren lässt keinen Empfang ausfallen: „Man trifft Bekannte und erfährt, was in der Gemeinde geschehen und was geplant ist“, meinte sie. Das griffen die Redner auf, allen voran Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn. Er stellte insbesondere das Ehrenamt hervor und lobte das große Engagement von Vereinen und Mitmenschen: „Sie leisten einen Beitrag zur Festigung unseres sozialen Gefüges, sie stärken unsere Lebenswelt und machen das Leben in unserer Gemeinde lebens- und liebenswert.“ Diese Tatsache untermauerten nicht zuletzt all diejenigen, die, in welcher Form auch immer, sich für diesen Empfang eingesetzt haben.

Zurückblickend hakte der Bürgermeister das Getane ab, wie beispielsweise die Sanierung der Grundschule an der Linde für fast fünf Millionen Euro, die neue Windkraftanlage der Kommunalbetriebe, Realisierung des neuen Reisemobil-Stellplatzes, der Weiterentwicklung des Friedhofes zu einem „Park der Ruhe“ und vieles, vieles mehr. Langbehn verhehlte nicht, dass die in 2014 getroffene Entscheidung, das Finanzamt aus Leck abzuziehen, regionalstrukturpolitisch eine einzige Katastrophe sei: „Sie verstärkt die Verarmung des ländlichen Raumes.“ Mit Blick in die Zukunft erwähnte der Bürgermeister insbesondere die Entwicklung des ehemaligen Flugplatzes zu einem Gewerbepark: „Vorrangiges Interesse aller Beteiligten ist und bleibt die Schaffung von Arbeitsplätzen.“ Zum Thema Flüchtlinge sagte er: „Ich werbe um Unterstützung und erforderliche Aufnahmebereitschaft, Offenheit und Vertrauen gegenüber diesen Menschen.“ Diese Neubürger seien durch Flucht, Vertreibung aus ihrer Heimat ohne Hab und Gut zu uns gekommen, in der Hoffnung, hier Frieden zu finden.

Ein Zeichen für ein besseres Miteinander setzte HGV-Chef Sven Lück: Er überreichte an Monika Hahn-Naninga als Koordinatorin des runden Tisches zur Ausländerintegration „viele kleine Scheine für viele kleine Hilfen“. Die 500 Euro stammen vom Weihnachtsrätsel und dem damit verbundenen Zettelverkauf. Kritische Worte fand Sven Lück für die Interessen des Naturschutzes: „Diese stehen den Interessen der Wirtschaft im Wege. Wir brauchen vor Ort nicht noch mehr Naturschutz. Wir brauchen mehr Arbeitsplätze.“ Voraussetzung sei natürlich, dass mehr Gewerbeflächen ausgewiesen werden, meinte Sven Lück und spann den Faden weiter: „Die Unternehmer sichern die Zukunft vor Ort durch Arbeits- und Ausbildungsplätze.“

Kurz hielt sich Landrat Dieter Harrsen, der mit seinem Kommen signalisieren wollte: „Der Kreis Nordfriesland ist an Ihrer Seite, er unterstützt Leck bei den Herausforderungen, die vor der Gemeinde liegen.“ Die Grüße der evangelischen Kirchengemeinde überbrachte Pastor Holger Asmussen. Er wertete positiv: „Die kirchliche und die politische Gemeinden arbeiten in einigen Punkten sehr gut zusammen beziehungsweise gehen aufeinander zu.“ Eine positive Botschaft übermittelte der Kommandeur des Bataillon Elektronische Kampfführung 911, Fregattenkapitän Karsten Sinner: „Kontinuität ist unser Motto für dieses Jahr. Unser Verband ist mit 920 Soldaten und zivilen Mitarbeitern sehr gut aufgestellt, bestands- und strukturfest. Sie brauchen sich keine Gedanken zu machen, wir bleiben und sind gern hier.“

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