Windenergie : Eine Gemeinde feiert ihren Windpark

Die bayerischen „Blechblosn“ sorgten für Stimmung.
Die bayerischen „Blechblosn“ sorgten für Stimmung.

Vom Rundflug bis zum Public Viewing: Drei Tage lang bot Braderup den Bürgern reichlich Programm rund um das Festzelt

Avatar_shz von
14. Juli 2014, 05:00 Uhr

Die Gemeinde Braderup feierte am Wochenende drei Tage „wie noch nie“ in ihrer Dorfgeschichte. Anlass für die Riesenfete waren die offizielle Einweihung des Bürgerwindparks Braderup-Tinningstedt mit den sechs 3,3-MW-Mühlen und des gemeinsam mit der Bosch-GmbH errichteten Energiespeichers. Um diese Kernthemen rankten sich teils ergänzende Begleitaktionen, teils volksfestartiges Treiben, zumal auch 200 Bürger aus beiden Gemeinden am Windpark beteiligt sind.

Weil es hüben wie drüben kein auch nur annähernd genügend großes Lokal für diese Großveranstaltung gibt, wurde nahe dem Stromspeicher ein 1000-Personen-Zelt aufgestellt, in dem die begleitenden Aktionen stattfanden – von der offiziellen Eröffnung bis zum gesellig-unterhaltsamen Teil.

Den ernsteren Part des Gesamtgeschehens bestritt eine Podiumsdiskussion, in der Dr. Stefan Hartung (Bosch), Bundestagsabgeordneter Ingbert Liebing, Ex-Minister Klaus Möller, Professor Mojob Latif (Kiel), Asmus Thomsen (VR-Bank) und Markus Petersen (Windpark) der Frage nachgingen, ob man (noch) mehr Energie braucht oder sparen muss – sowie der Frage, was denn noch kommen kann. Professor Latif ließ das Problem Klimaveränderung anklingen.

In weiteren Aktionen unterm Zeltdach ging es teils öffentlich, teils geschlossen heiter und unterhaltsam zu. Bayerisches Flair lieferte die Blaskapelle „Blechblosn“. Von den süddeutschen Stimmungsmachern begleitet hatte auch „Windmüller“ Jan Martin Hansen seinen großen Auftritt, als er „den Bayern“ machte. Die „Rothosen“ aus Neumünster (Alter zwischen acht und 72) ließen die „Lichter der Stadt“ aufleuchten. Dagmar Liebenows Sextett „Vanity“ tanzte. Die Gruppe „Retro-Ton“ sang zum Auftakt.

Der Kieler Comedian und Seebär „Fischer Kai“ (alias Andreas Schauder) führte vor, wie man den typischen Nordfriesen erklärt. Die Niebüllerin Frauke Nissen sagte „Spassiba“ (Danke) für die Spenden für ihre Tschernobyl-Hilfe. Bauer Peter Petersen (RSH) ließ Sprüche vom Stapel. Elf Fahrradteams machten sich auf den Weg zu einer Rundfahrt. Angeboten wurden Kutschfahrten und Rundflüge, für die drei Maschinen der Sportfluggruppe Leck Start- und Landeerlaubnis auf einem nahen Feld hatten. Ein Kindermalwettbewerb zum „Thema des Tages lief auch noch. Die besten Bilder sollen einmal an den Wänden des Stromspeichers dauerhaft zu sehen sein. Die große Braderup-Tinningstedter Fete klang gestern „weltmeisterlich“ aus: Am Nachmittag mit dem ersten öffentlichen Auftritt von Sonja Stümers VC/HH-Weltmeisterformation „Move it up“ – und am Abend mit einem Public Viewing im großen Festzelt. Der Schlusspfiff der Partie Deutschland-Argentinien war auch das Ende der drei Tage, an die die Bürger der Gemeinden Braderup und Tinningstedt noch lange denken werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen