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Brandschutz-Nachwuchs : Eine Briefmarke zu Ehren der Jugendfeuerwehr

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Was 1953 in Niebüll begann, sichert mittlerweile deutschlandweit die Zukunft der Wehren: Jugendfeuerwehren sind unverzichtbar.

Niebüll | Wer hat’s erfunden? Die Niebüller waren es! In dem Ort wurde 1953 die erste Jugendfeuerwehr nach heutigem Modell gegründet. Eine wegweisende Entscheidung, die die deutsche Post mit dem Bundesministerium der Finanzen am Mittwoch mit einer Sonderbriefmarke würdigte. Das Unternehmen stellte eine 60-Cent Briefmarke vor, auf der Kinder bei der Übung zu sehen sind.

„50 Jahre Jugendfeuerwehr“ ist zu lesen. Ein Jubiläum, das sich auf den 1964 in Berlin gegründeten Dachverband „Deutsche Jugendfeuerwehr“ bezieht. „Die Idee, die Jugend so früh wie möglich einzubinden, ist sogar schon um einiges älter als 50 Jahre“, heißt es jedoch in der Presseerklärung der Post – womit sie auch recht hat, denn 1885 mussten auf Föhr schon Jugendliche ran. Dort war oft Not am Mann, wenn es brannte und die Ehemänner auf See waren. So half der Nachwuchs mit Gründung einer Wehr schließlich beim Löschen.

In der jungen Bundesrepublik schwappte die Initiative dann von der Insel aufs Festland über. In Niebüll initiierten Anfang der 50-er Jahre der damalige Amtswehrführer Franz Eck sowie Brandmeister Thomas Nielsen die erste Jugendfeuerwehr. „Dort aber waren die Jugendlichen nicht im Einsatzdienst eingebunden“, erklärt es Gemeindewehrführer Uwe Mussack. Sie löschten also nicht, sondern lernten. Mussack: „Man brachte sie, im Unterschied zur Insel Föhr, hauptsächlich zur Wehr, um für ausreichend Nachwuchs zu sorgen. Die Jugendlichen wurden mit Übungen an die Arbeit der Erwachsenen herangeführt.“

Und so ist es noch heute. Der Funke aus Niebüll sprang über. Auch andernorts richteten Freiwillige Feuerwehren Jugendabteilungen ein. Schließlich wurde 1964 ein Dachverband ins Leben gerufen: die „Deutsche Jugendfeuerwehr“, die heute 260.000 Mitglieder im Alter von zehn bis 17 Jahren zählt und jetzt Jubiläum feiert.

In Niebüll wird die Jugendwehr nun schon seit 16 Jahren von Stefan Findeisen geleitet. Feuerwehrtechnisches Know How, Fahrten, Zeltlager und jugendgemäße Freizeitgestaltung füllen den Dienstplan aus. Ein ereignisreiches Konzept, das fruchtet: Zwischen 60 und 70 Prozent der hiesigen Einsatzkräfte waren früher selbst einmal Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Uwe Mussack: „Junge Leute um sich herum zu haben, hält jung.“ Auch könnten bei der Jugendfeuerwehr Freundschaften geschlossen werden – oft sogar auf Lebenszeit.

Die Sonderbriefmarke zu Ehren dieser jungen Hilfswilligen ist ab sofort an allen Verkaufsstellen der Post erhältlich.

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erstellt am 10.Aug.2014 | 08:30 Uhr

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