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Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 20:30 Uhr

Eierwerfer : Eine böse Osterüberraschung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Um Mitternacht fliegen 50 Eier an ein Haus in Bosbüll – nicht zum ersten Mal. Die Polizei sucht Zeugen, der Hausbesitzer verspricht eine Belohnung.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2016 | 07:00 Uhr

Vor einigen Monaten dachte ein Ehepaar aus Bosbüll noch an einen seltsamen Brauch, als des Nachts ein paar Eier an die Hauswand in der Mühlenstraße flogen: „Vielleicht macht man das hier so, man weiß ja nie. Wir sind ja zugezogen.“ Auch wenn die Geschädigte beim Erzählen lacht – für die 63-Jährige und ihren 74-jährigen Ehemann ist der Eier-Vandalismus kein Spaß.

Denn am Ostersonnabend, Schlag Mitternacht, schepperte es wieder. Nicht mehr nur ein paar wie im Herbst, sondern rund 50 Eier müssen es gewesen sein, schätzt das ältere Ehepaar, das seine Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Das finden wir nicht mehr witzig, mal ganz abgesehen davon, dass es Lebensmittel sind“, sagt die Bosbüllerin. Zudem wurden auch Dinge mutwillig zerstört: „Eine Solarleuchte und einen Papagei aus Ton, die im Garten standen, haben sie zerdeppert und uns vor die Haustür geschmissen.“

Nach dem Schreck durch den nächtlichen Krach habe ihr Mann zunächst nur aus dem Fenster geschaut, um dann nach einigen Minuten in den Garten zu gehen: „Man weiß ja nicht, was da fliegt und ob man nicht doch etwas abbekommt“, berichtet die 63-Jährige. Doch der Oster-Spuk war vorbei und weit und breit niemand zu sehen. Hauswand, Giebel, und Fenster waren mit Eiern verunreinigt. Auf dem Rasen, vor dem Hauseingang: „Überall lagen Eierschalen. Die müssen unser Grundstück betreten haben, so weit kann niemand werfen. Die Pappen haben sie allerdings wieder mitgenommen.“

Das Ehepaar hat die Eier-Schweinerei noch in der Nacht fotografisch dokumentiert und Anzeige erstattet. Am nächsten Tag machten sich die Eheleute mit Unterstützung ihres Vermieters und Nachbarn daran, Häuserwände, Fenster und Garten von den klebrigen Spuren der nächtlichen Attacke zu befreien. „Wir waren gut beschäftigt“, fasst der Ehemann knapp zusammen. „Wir haben überlegt und überlegt, aber uns fällt niemand ein, mit dem wir in Streit liegen oder der uns etwas Bösen wollen könnte. Wir sind uns keiner Schuld bewusst“, ergänzt seine Frau. Sie vermutet, dass die Täter mit dem Fahrrad unterwegs waren, denn Motorengeräusche seien nicht zu hören gewesen.

Nicht nur in Bosbüll, auch im Nachbardorf Braderup haben in der Vergangenheit bereits mehrfach Eierwerfer ihr Unwesen getrieben, in einem Fall flogen auch Pizza und Farbbeutel an Häuserwände – immer nachts, auch ist es zu Sachbeschädigungen etwa an Blumenkübeln gekommen, berichtet eine Geschädigte aus Braderup. „Wer älter als sechs Jahre alt ist, der weiß, dass dabei auch Dinge kaputt gehen können“, sagt Franziska Jurga von der Polizeidirektion Flensburg zu den Eierwürfen. Wenn – wie in Bosbüll – auch der Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllt sei, könnten am Ende Sozialstunden oder eine Geldstrafe stehen. Das sei unter anderem abhängig vom Alter der Täter und ob sie schon vorher auffällig geworden seien. Für den jüngsten Fall in Bosbüll bittet die Polizei in Leck um Hinweise unter der Telefon 04662/891260. Und nicht nur das Ehepaar sorgt sich, dass so etwas wieder passieren könnte, sondern auch ihr Vermieter: „Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führt, setze ich eine Belohnung von 500 Euro aus. Das ist kein Dumme-Jungen-Streich mehr. Wir haben ja auch Mist gebaut früher, aber hier hört einfach alles auf.“


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