Kindergarten : Eine Außengruppe als Übergangslösung

Weil es der Gemeinde Leck aktuell an Kindergartenplätzen mangelt, werden ab August 14 Kinder im Gebäude der Grundschule betreut

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07. Juli 2015, 05:00 Uhr

Zum 1. August wird es eine weitere Gruppe im Kindergarten „Schwalbennest“ geben, und zwar als Außengruppe in den Räumen der Grundschule. Dafür hat die Gemeindevertretung in Leck bei drei Enthaltungen gestimmt. Zum Hintergrund: Für 14 Kinder über drei Jahre gäbe es sonst keinen Kindergartenplatz in der Gemeinde Leck. Die Tendenz sei steigend, es gebe bereits eine Warteliste ab Januar 2016, heißt es in der Beschlussvorlage.

Als Übergangslösung befristet auf ein Jahr wird eine Außengruppe im Gebäude der Grundschule an der Linde untergebracht. Das Evangelische Kindertagesstättenwerk Nordfriesland kalkuliert die Kosten für die Übergangsgruppe in der Schule mit 113  800 Euro für ein Jahr. Davon entfallen 61  563 Euro an die Gemeinde Leck, die Kirchliche Zuweisung beträgt 3240 Euro, der Rest finanziert sich aus Kreis- und Landesmitteln.

Christian Kohnke, Geschäftsführer des evangelischen Kindertagesstättenwerks NF, berichtete, die Heimaufsicht würde eine Betriebserlaubnis für die Übergangslösung erteilen. Dauerhaft sei der Raum aber nicht für Kindergartenkinder geeignet, weil der Weg zu den Toiletten zu weit sei. Die neue Gruppe werde aus Vorschulkindern bestehen, in der Regel gebe es in Kitas inzwischen altersgemischte Gruppen.

Finanzausschussvorsitzender Karsten Hansen (SPD) klopfte mit Blick auf den strammen Haushalt einzelne Posten der Kalkulation auf ihre Notwendigkeit ab. Sei es nicht möglich und kostengünstiger, den Waldkindergarten zu erweitern, wollte Gemeindevertreter Klaus Schmidt (UWL) wissen. Das Konzept des Waldkindergartens erfordere Eltern, die zu 100 Prozent hinter dem Konzept stünden, entgegnete Kohnke, deshalb sei es eine zusätzliche Waldgruppe keine Option.

Langfristig wird eine Erweiterung des Schwalbennestes in der Süderstraße um eine Gruppe nicht ausgeschlossen. Ingo Scholz (CDU) stellte die Frage nach einer Projektion der Kinderzahlen in Leck in den nächsten fünf Jahren. Hier kam Jan Lietzau, Leiter der Grundschule an der Linde, zu Hilfe. Es werde damit gerechnet, dass die Zahlen der Kinder, die in den nächsten Jahren in Leck und Enge-Sande zur Schule kämen und vorher logischerweise einen Kindergarten besuchten, mit plusminus fünf Prozent prognostiziert würden, also voraussichtlich ungefähr gleich blieben. „Man kann nicht in die Glaskugel gucken“, merkte Kohnke an – in Niebüll habe er gerade eine Kindergartengruppe schließen müssen.

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