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Nordfriesland Tageblatt

18. Oktober 2017 | 22:58 Uhr

Niebüll : Einbußen für die Schäfer

vom

Kraftfutter-Zukauf belastete den Etat. Schallenberg-Virus breitete sich nicht weiter aus.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 08:02 Uhr

Niebüll | Für die heimischen Schäfer war der Winter 2012/13 nicht nur lang, sondern vor allem teuer. Grund ist ein überdurchschnittlicher Zukauf von Kraftfutter. Raufutter aus einer guten Ernte 2012 war zwar reichlich vorhanden. Doch dies allein reichte nicht aus. So musste in größeren Mengen als sonst Getreide aus heimischem Anbau her und belastete den Etat von Züchtern und Haltern um schmerzliche zehn bis fünfzehn Prozent mehr, schätzt Christian-Ludolf Lorenzen-Nissen, der Vorsitzende des Herdbuchbezirks Südtondern der Schafzüchter.

Weiter gab es nicht überall die erhofften Lammzahlen. Zufrieden ist man vor allem aber darüber, dass sich die Ängste um den Schallenberg-Virus als unbegründet erwiesen. Bei dieser Schafkrankheit verkrampfen die ungeborenen Lämmer im Leib des Mutterschafs. Die Folge sind extrem schwierige Totgeburten. Jüngste Untersuchungen von etwa 60 Prozent der Schlachtlämmer ergaben keinen Befund. Das führen die Schäfer darauf zurück, dass die Tiere mittlerweile Antikörper gegen diesen Virus entwickelt haben. In Nordfriesland hatte es bekanntlich etwa 120 Schallenberg-Fälle gegeben.

Auf den Weiden, klagen die Schäfer, ist das Gras knapp geworden. Doch die jüngsten Niederschläge machen Hoffnung, dass sich die relativ spät eingesetzte Vegetation schnell erholt und es auf den Schafweiden sprießen lässt. Preislich müssen die Schäfer in diesem Jahr leichte Einbußen hinnehmen. Das Kilo Lebendgewicht liegt mit zurzeit 2,45 Euro etwa 20 Cent unter dem Vorjahrespreis. Doch das mehrjährige Preisniveau sei immer noch in Ordnung. Wenn man den Chef der heimischen Schafzüchter darum bittet, der temporären Situation eine Note zu geben, antwortet er mit einer "Drei plus". Und die liegt damit immer noch über einem guten Durchschnitt.

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