Feiern und Veranstaltungen : Ein Zentrum für Kultur und mehr

Weil die Gemeinde Galmsbüll rund 100  000 Euro in die Renovierung des alten Hofes investiert, kann sie das Gebäude jetzt zehn Jahre mietfrei nutzen.
Foto:
1 von 1
Weil die Gemeinde Galmsbüll rund 100 000 Euro in die Renovierung des alten Hofes investiert, kann sie das Gebäude jetzt zehn Jahre mietfrei nutzen.

Gemeinde Galmsbüll unterschreibt Mietvertrag für den Eckhof.

shz.de von
11. Dezember 2017, 11:00 Uhr

Galmsbüll | Menschen, die in Galmsbüll wohnen, können sich demnächst über einen neuen Platz für Feiern, Kunst-Ausstellungen und Kurse freuen. Die Gemeinde hat jetzt den Mietvertrag für den sogenannten Eckhof unterschrieben. Als Gegenleistungen für Investitionen von rund 100 000 Euro kann sie den alten Hof zehn Jahre mietfrei nutzen. Das hatten die Gemeindevertreter auf ihrer jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Verantwortlich für das Reetdach-Gebäude ist eine Stiftung: Der vorherige Besitzer (Johann Jessen) war vor rund einem Jahr gestorben. Da Erben fehlten, hatte er schon zu Lebzeiten eine Stiftung initiiert, die den Erhalt des Hofes sicherstellt. Der Umbau des Gebäudes am Mühlendeich 19, im Marienkoog, soll beginnen, sobald der Bauantrag offiziell ist.

„Der Stiftungsvorstand ist an mich herangetreten, weil sich unser Raumbedarf für die Aktivitäten in der Gemeinde schon herumgesprochen hatte“, berichtet Sinje Stein, Bürgermeisterin von Galmsbül. Die Gemeinde werde nun laut Vertrag die Kosten für die Innensanierung übernehmen, die auch einen Umbau mit einschließt, „damit das Gebäude für uns zweckmäßig nutzbar ist“. Unter anderem sollen innen drei Stuben zu einem größeren Raum zusammengelegt, die Küche vergrößert sowie die Toiletten saniert und barrierefrei gestaltet werden. „Zum Glück ist der Hof ziemlich gut in Schuss, zwar veraltet, aber gepflegt und nur wenig verrenoviert – also kein Fass ohne Boden“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Die vom ehemaligen Besitzer initiierte Eckhof-Stiftung übernimmt die Außensanierung, darunter Reparaturen am Reetdach und die Stellplätze für Autos.

Der Mietvertrag zwischen den beiden Parteien ist unbefristet: Pro 10 000 Euro Investitionskosten darf die Gemeinde den Hof mietfrei nutzen. „Wir rechnen mit 100 000 Euro Kosten, daher die geschätzten 10 Jahre“, sagt Stein. Anschließend müsse die Gemeinde eine monatliche Miete zahlen.

Zukünftig sollen in dem roten Klinkerbau kleinere Veranstaltungen mit bis zu 60 Personen stattfinden. Geplant sind Kurse, (Gemeindevertreter-) Sitzungen, Feiern und Ausstellungen. Auch das Dorfarchiv, das der Verein Galmsbüller Kultur zusammenstellen will, soll dort Platz finden. Zudem ist angedacht, dass „alles was im Landjugendheim zeitlich nicht mehr reinpasst“, in den Eckhof zu verlegen. Wenn alles glatt geht, könnte in rund einem Jahr Eröffnung gefeiert werden. Das dies bereits im Sommer 2018 der Fall ist, will die Bürgermeisterin nicht ausschließen.


Chronik wird zum Buch

Auch ein Werk der „Melfsen-Chronik“ – die gerade zu einer Buchform zusammengefasst wird – soll dann im Eckhof stehen. Von den damaligen Koogsinspektor Christian Sibbern Melfsen (1841-1919) wurde eine einige tausend Seiten umfassende Chronik geschrieben. Diese umfasst unter anderem die kommunalpolitischen Hintergründe, das Bau-, Land- und Deichwesen, Schilderungen zu Bewohnern und die Bildung der Kirchengemeinde. Der Genealoge Klaus Vahlbruch hat die auch für Fachkundige schwierig zu lesenden handschriftlichen Aufzeichnungen in lesbare Texte umgeschrieben. Die Chronik umfasst nunmehr acht Aktenordner.

„Diese Aufzeichnungen stellen eine große Wertschöpfung für jetzige und kommende Generationen dar“, ist die Sicht der Gemeindevertreter, die einstimmig beschlossen haben, sich mit 3 100 Euro an den Druckkosten für die Chronik zu beteiligen. Insgesamt kostet die Produktion der 200 Bücher rund 5100 Euro. Je 1000 Euro übernehmen Kirchengemeinde und Bürgerwindpark. Geplant ist, dass das Werk im kommenden Jahr veröffentlicht wird.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen