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Nordfriesland Tageblatt

18. August 2017 | 10:55 Uhr

Ein Wir-Gefühl als Lösungsansatz

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Amtsvorsteher Peter Ewaldsen fordert ein Umdenken: Die Vision „Wir sind Südtondern“ könnte im Jahr 2016 die Kräfte der Region bündeln

Geht es nach der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses, sollten im Haushalt 2016 des Amts Südtondern 150  000 Euro für eine externe Begleitung der Vision „Wir sind Südtondern“ bereitgestellt werden. Eine Summe, die eine große Wirkung haben werde, davon geht Amtsvorsteher und Initiator Peter Ewaldsen aus. Denn hinter der Version verbirgt sich das Ziel, die Gemeinschaft innerhalb des Amts zu fördern, um sich künftig noch besser den Herausforderungen des ländlichen Raums stellen zu können. So beziehe sich das „Wir“ auf die 30 Gemeinden des Amts, die sich laut Ewaldsen von einem „Kirchturmdenken“ verabschieden sollten, um näher zusammenrücken zu können.

Seit der Amtsgründung im Jahr 2008 seien bereits einige Aufgaben kollegial geschultert worden, darunter beispielsweise die Breitbandversorgung, die Trägerschaft des Friedrich-Paulsen-Gymnasiums sowie die Einrichtung eines Hospizes. Da es in der Zukunft aber darüber hinaus noch weit mehr Herausforderungen zu bewältigen gebe, sollten die gemeinsamen Anstrengung im kommenden Jahr verstärkt werden. „Wir brauchen externe Hilfe, um das Potenzial, das in uns steckt, herauszukristallisieren“, erklärt Ewaldsen. „Wir müssen unsere Vorteile erkennen und richtig einsetzen.“

Anvisiert sind deshalb Workshops, bei denen die Teilnehmer unter der Moderation von einem noch zu bestimmenden Planungsbüro die Probleme der Region diskutieren, um dann auch Lösungen zu finden. Dass dies nicht immer eine leichte Aufgabe wird, ahnt Peter Ewaldsen bereits. Die Schwierigkeit der Zusammenarbeit liege darin, dass die Gemeinden des Amts recht unterschiedlich sind. „Wir haben kleine Gemeinden mit viel Geld, die wenig Aufgaben haben. Und wir haben große Gemeinden mit wenig Geld und vielen Aufgaben“, so der Neukirchener. „Allesamt aber müssen sich ergänzen – anstatt sich gegenseitig etwas wegzunehmen.“

Ewaldsen fordert ein Miteinander, das dennoch genügend Raum für die Eigenständigkeit der einzelnen Kommunen lässt. „Es geht nicht darum, größere Einheiten zu schaffen, sodass wir beispielsweise dann nicht nur noch eine Feuerwehr haben statt vorher 33 Wehren. Und es geht auch nicht darum, den Wettbewerb zwischen den Gemeinden zu unterbinden“, versichert der Amtsvorsteher, „sondern darum, Zukunftsvisionen zu entwickeln, die alle tragen können und von denen am Ende die gesamte Region profitiert.“ Die individuellen Besonderheiten der einzelnen Gemeinden sowie die Identifikation ihrer Einwohner mit den örtlichen Strukturen müssten dabei Berücksichtigung finden.

„Die Kommunen sollen erkennen, dass die vor Ort bestehenden Defizite nicht nur ein Problem der eigenen Gemeinde, sondern grundsätzlich vieler Gemeinden sind“, erklärt auch Pressesprecherin Judith Horn vom Amt Südtondern. Zu Lösungen könnten daher Kooperationen der vom jeweiligen Problem betroffenen Kommunen führen. „Dabei sollen nicht immer nur räumlich zusammenhängende Gemeinden kooperieren, weil diese nicht immer dieselben Zielsetzungen haben“, ergänzt Judith Horn. „Kooperationen machen vielmehr Sinn, wo es inhaltlich um übereinstimmende Ziele geht.“ Zu den möglichen Themenfeldern zählen unter anderem die Etablierung von Dorfkümmerern, die Stärkung der Schullandschaft Südtondern, neue Wohnraumkonzepte, die Sicherstellung von Mobilität der Bürger, die Errichtung interkommunaler Gewerbeparks sowie der Erhalt des Krankenhausstandorts.

Zu den jeweiligen Themen würden sich nicht nur Vertreter aus Politik und Verwaltung gemeinsam an einen Tisch setzen, sondern auch interessierte Einwohner sowie Mitarbeiter verschiedener Institutionen. Die extern begleiteten Workshops und Informationsveranstaltungen könnten separat in den jeweiligen Gemeinden sowie gemeindeübergreifend durchgeführt werden. Peter Ewaldsen: „Und für all das sind 150  000 Euro nicht viel Geld.“

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erstellt am 01.Dez.2015 | 00:33 Uhr

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