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Geschenk des Himmels : Ein weiterer Ort der Begegnung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das vom Wilhelminen-Hospiz Niebüll neu erworbene Haus Westersteig Nr. 6 soll nach der Stifterin Waltraud Underwood benannt werden. Finanziert wurde es zu 100 Prozent aus dem Erbe.

von
erstellt am 13.Dez.2013 | 00:34 Uhr

„Das ist wirklich ein Geschenk des Himmels“, freut sich Christel Tychsen, Geschäftsführerin des Wilhelminen-Hospizes. Und jetzt, durch die erfolgte Nutzungsänderung, ist es auch offiziell: Das Wilhelminen-Hospiz hat das Haus im Westersteig 6 – und damit in unmittelbarer Nähe zum Haupthaus – erworben. „Und das, ohne einen einzigen Cent aus Spendengeldern dafür zu verwenden“, erklärt Tychsen. Diese Tatsache ist ihr sehr wichtig. Denn das wäre für sie, den Förderverein Stationäres Hospiz und den Aufsichtsrat niemals in Frage gekommen.

Möglich geworden wurde der Kauf durch eine Erbschaft. „Alles hat sich durch Zufall gefügt“, berichtet Christel Tychsen. In Klanxbüll sei sie eines Tages mit Frau Rosi Jensen ins Gespräch gekommen. Deren schwer erkrankte Freundin Waltraud Underwood, eine gebürtige Rheinländerin und zu der Zeit in Behandlung im Husumer Klinikum, suchte nach einer Möglichkeit, ihre Ferien-Immobilie – eine Hausscheibe in Westerland – einem wohltätigen Zweck zuzuführen. Und sie fand ihn im Wilhelminen-Hospiz. „Zeitgleich, und das ist wirklich Zufall, erfuhren wir, dass das Haus Westersteig Nr. 6 in Niebüll zum Verkauf stand“, berichtet Christel Tychsen. Waltraud Underwood, sie verbrachte noch zehn Tage im Wilhelminen-Hospiz, war inzwischen verstorben. So entschieden Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Förderverein, die Wohnung in Westerland zu verkaufen. „Der Erlös reichte nicht nur für den Erwerb der Immobilie in Niebüll, sondern auch für ein neues Dach und einige kleine Reparaturen.“ Mehr war auch nicht nötig, denn das Haus befand sich in einem hervorragenden Zustand. „Wir konnten praktisch gleich einziehen“, so Christel Tychsen. Und: „Wir möchten das Haus Westersteig 6 in ehrenvollem Gedenken an die Spenderin gerne Waltraud Underwood-Haus nennen.“

Für das Wilhelminen-Hospiz bedeutet das zusätzliche Haus eine große Entlastung. „Wir waren schon länger auf der Suche nach Räumen außerhalb des Hauptgebäudes.“ Im Haus Westersteig Nr. 2, hier befinden sich die Unterkünfte für die aufgenommenen Gäste, fanden bis dato ebenfalls Seminare, die Ausbildung der Mitarbeiter und ähnliche Aktivitäten statt. „Das brachte natürlich sehr viel Unruhe mit sich“, erklärt Christel Tychsen. Statt für teures Geld Räume anzumieten, könne man dieses nun sparen und alles in das Waltraud-Underwood-Haus verlegen. Es wird Fortbildungszentrum und Veranstaltungsort sein. Ebenfalls finden in dem Haus die Trauerbegleitungen, Mitarbeiterschulungen und Supervisionen statt. Im großzügigen Obergeschoss besteht die Möglichkeit, Angehörige der Hospiz-Gäste, so werden die Menschen genannt, die hier ihren letzten Lebensabschnitt erleben, unterzubringen.

Auch die Ambulante Hospizarbeit mit Heike Matthiesen und Ute Matthiesen an der Spitze hat hier ab sofort ihre Büroräume. Die Koordinatorinnen sind mittwochs von 10 bis 12 und donnerstags von 17 bis 19 Uhr erreichbar (Telefon: 04661/60707-55, E-Mail ambulant@wilhelminen-hospiz.de.) „Aber wir vergeben auch individuelle Termine“, erklärt Heike Matthiesen.

 

 

 

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