Neues von Nasar : Ein Wein vom Pferd

Haben weiter gut lachen: Stephanie Arndt und Nasar in ihrem neuen Zuhause in Spanien.
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Haben weiter gut lachen: Stephanie Arndt und Nasar in ihrem neuen Zuhause in Spanien.

Der Araber von Stephanie Arndt lebt auch in Spanien im Haus – Weine und Olivenöle vom „Nasar.Land“ gibt es jetzt exklusiv in Niebüll zu kaufen.

shz.de von
30. März 2017, 06:00 Uhr

„Nasar ist mehr als ein Pferd. Er denkt, er ist ein Mensch – und so verhält er sich auch.“ Das sagt Stephanie Arndt über ihren sechsjährigen Araber Nasar. Dieser machte vor einigen Jahren international Schlagzeilen. Im kleinen Holt an der Grenze zu Nordfriesland holt Stephanie Arndt ihren damals zwei Jahre jungen Wallach im Dezember 2013 aus Angst vor dem Orkan „Xaver“ ins Haus. Dort fühlt er sich wohler als gedacht. Der Orkan verzieht sich – Nasar bleibt im Haus. Holt sich dort zum Frühstück persönlich die Brotscheiben aus dem Toaster, trinkt Saft aus dem Glas und schaut mit seinem Frauchen alle Weltmeisterschaftsspiele der deutschen Fußballnationalmannschaft an, deren WM-Sieg er als Orakel unserer Zeitung richtig voraussagt. Sogar die Washington Post und der Guardian berichten über die deutsche Ärztin, die mit einem Pferd unter einem Dach lebt. Vor anderthalb Jahren zieht Nasar mit Stephanie Arndt nach Spanien. Dort wird er per Zufall zum Label einer Reihe hochwertiger Produkte, deren Rohstoffe die ehemalige Leistungssportlerin auf 60 Hektar südlich von Barcelona anbaut. Drei verschiedene Weine und zwei Olivenöle mit dem Label „Nasar.Land“ gibt es seit gestern bundesweit exklusiv im Niebüller Edeka-Markt von Ove Lück zu kaufen.

Nasar selbst ist dieses Mal zwar noch nicht mit in seine alte Heimat gekommen. Doch Stephanie Arndt wird noch bis zum 4. April täglich im Markt eine Verkostung anbieten. Die Qualität des Weiß-, Rot und des Roséweines aus der seltenen Garnatxa-Rebe, die in der Region Terra Alta auf einem nährstoffreichen Boden gedeiht, überzeugt die Probierer. Ebenfalls der Geschmack des milden, vor allem aber des kräftigen Olivenöls, alle Produkte sind vegan und biologisch angebaut. Doch die erste Frage gilt in der Regel nicht den Produkten, auch nicht Stephanie Arndt, die sich einen Lebenstraum erfüllt hat. Nein, die erste Satz lautet fast immer: Was macht Nasar? „Es geht ihm hervorragend“, sagt seine stolze Besitzerin. Und obwohl es in Spanien deutlich wärmer als in Schleswig-Holstein ist, lebt er noch immer überwiegend im Haus. „Er will überall dabei sein, er überrascht mich immer wieder, bringt mich zum Lachen – aber er kann auch ganz schön fordernd sein“, sagt Stephanie Arndt über ihr ungewöhnliches Haustier, das natürlich stubenrein ist.

Mehrfach habe sie versucht, den Araber durch andere Pferde auf die Weide zu locken. Für ein paar Tage fand er die ganz spannend, war auch mehr draußen. Doch dann wollte er immer zurück ins Haus. „Nasar hat mir sehr deutlich gezeigt, dass er lieber mit Menschen statt mit Pferden sein Leben teilen möchte“, sagt die Triathletin. Dem Hauspferd stehen in Spanien 100 Hektar zur Verfügung, auf denen er sich frei bewegen kann – und natürlich immer eine offene Tür zum Haus. „In der Region bin ich die verrückte Deutsche, die mit einem Pferd zusammenlebt“, sagt Stephanie Arndt schmunzelnd. Auch wenn ihr neues Zuhause sehr abgelegen liegt, möchte sie die genaue Adresse nicht nennen. Denn: „Der große Medienrummel in Holt hat schon Spaß gebracht. Es ist aber auch schön, dass wir in Spanien nun ruhiger leben können – und mit viel mehr Sonne und Wärme.“

Dennoch kommt Stephanie Arndt mehrmals im Jahr ins nördliche Nordfriesland zurück, hier besitzt die Ärztin noch 25 Hektar Wald, die von „Xavar“ zum Teil heftig beschädigt wurden. „Wir haben aber wieder gut aufgeforstet“, sagt sie. Bei einem ihrer Besuche entsteht bei einem Treffen mit Ove Lück die Idee, Wein und Oliven von dem Land, auf dem Nasar jetzt lebt, bei Edeka in Niebüll anzubieten. „Für mich eine große Freude. Die Produkte dieses tierischen Local Heros im Laden zu haben, kann nur ein großer Gewinn sein“, sagt Ove Lück.

Die Winzerin, die in Kiel geboren wurde, überlegt auch, mal wieder mit Nasar in den Norden zu kommen. „Eine Fahrt mit ihm hierher dauert aber mindestens eine Woche. Wir müssten dann schon einige Monate bleiben, am besten im Sommer, da ist es in Spanien schon sehr warm“, sagt sie. Doch dafür bräuchte nicht nur sie ein Quartier, sondern auch Nasar. „Und anders als für andere Pferde reicht da keine Weide mit Stall, Nasar braucht eben ein Haus“, sagt die Pferdemutter. Ein Leben ohne Nasar kann sie sich nicht mehr vorstellen. Das Pferd werde sich nach ihrer Rückkehr allerdings beleidigt zeigen, weil er nicht mit durfte. „Doch“, so schwärmt Stephanie Arndt, „wenn er mir dann mit seiner Zunge ganz zart über die Backe leckt, ist wieder alles in Ordnung.“ 

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