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Nordfriesland Tageblatt

18. Dezember 2017 | 18:29 Uhr

Green Screen : Ein tierisches Filmvergnügen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In Südtondern haben die Green-Sreen-Naturaufnahmen viele Freunde: Mehr als 200 Kinobesucher waren in Niebüll dabei

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2015 | 08:00 Uhr

„Wildes Sri Lanka“, „Hamiltons Abenteuer – Seekühe mal ganz anders“ oder „Unter Störchen – Ein Dorf im Vogelfieber“? Die Zuschauer im Ecks Kino mussten eine schwierige Entscheidung treffen. Ihre Aufgabe war es, unter drei faszinierenden und völlig unterschiedlichen Filmen ihren Liebling auszumachen. Zum dritten Mal machte das internationale Naturfilm-Festival „Green Screen“ in Niebüll Station, und zum insgesamt 5. Mal hatten Zuschauer in Südtondern die Gelegenheit, den Gewinner des sh:z-Publikumspreises mitzubestimmen. 215 Zuschauer waren hingerissen von den eindrucksvollen Naturaufnahmen.

„Es ist für uns schön zu sehen, dass hier im Kinosaal nahezu jeder Platz besetzt ist. Das zeigt uns, wie beliebt die Aktion ist“, freute sich Sibylle Bremer, Redaktionsleiterin des Nordfriesland Tageblatt. „Und viele Gesichter aus dem Publikum habe ich auch schon in den Jahren zuvor gesehen.“ Dabei galt ihr Dank ganz besonders der Familie Eck, die erneut die Räume kostenlos in den Dienst der Naturfilme stellte. Jens Stender von Green Screen reiste mit seiner Ehefrau Susanne aus Eckernförde an, um die drei Naturfilme vorzustellen und zeigte sich begeistert vom Niebüller Kino mit „Wohnzimmeratmosphäre“. Auch der Green-Screen-Beauftragte freute sich über die Vielzahl der Gäste und darüber, „dass ebenfalls viele Jugendliche gekommen sind. Green Screen will die Menschen aller Altersgruppen für die Natur begeistern. Schließlich haben wir nur diese eine Welt.“

Die rund zweieinhalbstündige Veranstaltung startete dann mit dem Film „Wildes Sri Lanka“. Der Inselstaat ist zwar nicht einmal so groß wie Bayern, hat den Regisseuren Joe Loncraine und Mike Birkhead zufolge aber eine verschwenderische Artenvielfalt, die ansonsten nur auf einem ganzen Kontinent anzutreffen sei. „Nahezu jede Nische der Evolution“ sei hier besetzt, sagte der Sprecher des Films. Zum Beispiel gibt es akrobatisch von Ast zu Ast fliegende Affen, die sich so von ihren natürlichen Feinden absetzen: dem Malaienadler etwa, der Riesenpython oder dem König der Tiere auf dieser Insel, dem Leoparden.

Ungewöhnliche und zum Teil auch dramatische Eindrücke bekamen die Zuschauer im Film „Hamiltons Abenteuer – Seekühe mal ganz anders“ von Ulf Marquardt. Aus der Perspektive eines Manati-Jungen erzählte der zweite Film die Gewohnheiten der Seekühe. Über Jahre begleitete ein Team das Leben des Jungtieres. Das Publikum erlebte mit, wie Titelheld Hamilton von den Rotoren eines Motorbootes schwer verletzt wurde und zudem seine Mutter verlor. Doch am Ende gab es ein Happy End der Leiden des jungen Hamilton – was vom Publikum erleichtert aufgenommen wurde.

Der letzte Beitrag "Unter Störchen" widmete sich dem Vogeltourismus in Rühstädt in Brandenburg. Rund 50 Störche kommen Jahr für Jahr in den 200-Seelenort. Die Einwohner betreiben Nestpflege und zum Teil auch die Aufzucht verstoßener Jungtiere. 30  000 Besucher jährlich wollen Deutschlands größte Weißstorchkolonie sehen - das Niebüller Publikum kam den Tieren auf der Kinoleinwand gefühlt ganz nahe.

Allen Filmen gemein war ein kritischer Unterton. Deutlich wurde, wie viele Tierarten durch Nahrungsmangel und den Verlust ihres Lebensraumes akut bedroht sind. Umso besser, dass dieses Wissen durch die Green-Screen-Naturfilme zahlreiche Zuschauer erreicht.

Wer die Nase, die Schnauze oder den Schnabel beim Niebüller Publikum vorne hat, wird erst in gut zwei Wochen verraten: In allen 15 Standorten des schleswig-holsteinischen Zeitungsverlags bekommen die Kinobesucher bis dahin die Filme zu sehen und stimmen über ihren Favoriten ab. Am Ende wird dann zusammengezählt. Die Vorführung in Niebüll war die vorletzte der Festival-Tournee, danach haben nur noch die Zuschauer in Itzehoe die Qual der Wahl für den sh:z-Publikumspreis. Nach der anschließenden Auszählung wird der Sieger am 12. September in Eckernförde gekürt.

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