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Nordfriesland Tageblatt

18. Oktober 2017 | 00:32 Uhr

Ein Spiel aus Licht und Farben

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Susanne Pertiet stellt im Rahmen der Sommerausstellung in der Stadtbücherei ab Sonnabend ihre Werke aus

von
erstellt am 06.Jun.2016 | 14:27 Uhr

Farben, Licht und Helligkeit spielen eine große Rolle bei ihren Arbeiten. „Sommer im Quadrat“ nennt Susanne Pertiet ihre Auswahl an Tafelbildern, die am Sonnabend, 11. Juni, 11.30 Uhr, in der Stadtbücherei Niebüll im Rahmen der Sommerausstellung gezeigt werden: 35 auf Holz gemalte Bilder, manche bis zu zehn Kilogramm schwer. Das kleinste, ein in limitierter Auflage erschienener Druck (das Original ist verkauft), misst gerade einmal 12 mal 12 Zentimeter.

„Das neueste Bild ist mein Lieblingsbild“, sagt die Künstlerin – und meint „Mare Mediterraneum“, entstanden 2015. Bewusst hat sie den Titel auf lateinisch gewählt, um ihn neutral zu halten. Das Bild zeigt die Farben des Mittelmeers: das Blau des Wassers, das Grün des Landes, hinzu kommen die Farben der Korallen. „Ich kann mir gar nicht vorstellen, es irgendwann herzugeben.“ Und doch wird es wohl so kommen. Den Zeitpunkt und den Käufer aber bestimmt die Künstlerin selber.

Inspirieren lässt sich Susanne Pertiet während ihrer Reisen („Ich mache viel Urlaub am Mittelmeer“). Segeln und surfen, Sprache, Licht und natürliche Farben, wie die des Raps – diese Eindrücke verarbeitet sie. Aber ihre Reisen müssen nicht immer in die Ferne führen. „Die Idee für eines meiner Bilder entstand während einer Rückfahrt von Sylt“, berichtet sie. Himmel, Wasser, das Land und der Dunst finden sich in „Syltsommer“ wieder. Sie überlegt sich genau, welche Atmosphäre sie erzeugen will. „Licht heißt nicht, dass es ein helles Bild wird.“

Liebesbriefe, aber auch Gedichte finden sich in ihren Arbeiten wieder. So folgendes auf einer blauen Kugel (zwölf Zentimeter Durchmesser) aus massivem Buchenholz: „Wasser, darauf Wellen, darauf ein Boot, darauf ein Weib, darauf ein Mann“ ist da zu lesen. Der Reiz: „Man sieht bei einer Kugel nie die ganze Fläche auf einmal.“ Man muss sie in die Hand nehmen und drehen. „Tappeto“, entstanden 1997, birgt – die einzelnen Buchstaben sind auf farbigen Quadraten verteilt – ein in italienischer Sprache gehaltenes Gedicht über das Miteinander der Farben. „Rot wirkt neben Orange ganz anders, als beispielsweise Rot neben Gelb“, sagt sie. Die Insel Helgoland findet sich in einem weiteren Werk wieder: eine starke Präsenz der roten Farbe – Symbol für die Felsen –, wenig Grün (das Land) und ein schmaler heller Streifen (steht für den Strand).

„Manchmal dauert es viele Jahre von der ersten Idee bis zur Vollendung des Bildes“, sagt Pertiet.

„Syltsommer“ hingegen stellte sie unmittelbar nach Rückkehr von der Insel fertig. Häufig trägt sie eine Grundfarbe auf, darüber kommen Streifen unterschiedlicher Couleur. „Ich weiß manchmal am Anfang nie, was schließlich dabei herauskommt. Es kann auch sein, dass ich am Ende feststelle, dass das Bild nichts taugt“, sagt sie lachend.

Warum malt sie ausschließlich auf Holz? „Es ist ein sympathischer Werkstoff“, erklärt die Künstlerin und verweist auf die Maserungen. Weitere Besonderheiten: Auch die Ränder ihrer Bilder sind bemalt. „So kann man sie von allen Seiten ansehen.“ Sie liebt es, ihre Bilder in großen Räumen wie in Kirchen zu zeigen.

Zu Pertiets Ausstellungen gibt es keine Kataloge. Die Motive finden sich in verschiedenen Postkarten-Editionen wieder. Auch Bilder, die sie nicht mehr besitzt. Zu sehen ist „Labyrinth“, ein Sinnbild des Lebens. Es ist bereits verkauft. „Einen Interessenten hatte ich schon gleich nach der Fertigstellung. Aber ich habe ihm gesagt: Du bekommst es, aber noch nicht jetzt.“ Drei Jahre vergingen, bis der Kunstliebhaber das Bild sein Eigen nennen durfte. Verkauft ist auch die „Nachtkatze“ von 2011. Trost für alle Freunde des Motivs: Es gibt sie ja auf Postkarten zum mitnehmen.

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