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Ein sinnliches Stoff-Vergnügen mit Suchtfaktor

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Kleine, bunte Stoffstücke sind ihre Leidenschaft. Mit großer Freude und unglaublicher Präzision nähen die 16 Damen der Drei-Harden-Quilterinnen Stoffreste aneinander und lassen daraus Kissen, Decken, Portemonnaies oder auch Wandbilder frei nach dem Künstler Hundertwasser entstehen – jede Arbeit für sich ein Kunstwerk. Viele bunte Patchworkarbeiten haben sie in ihrem Raum ausgestellt, jede anders, ganz individuell, und mit Liebe gefertigt.

Patchwork, das heißt übersetzt eigentlich Flickenarbeit. Aber mit dem, was man sich unter dem Wort Flicken vorstellt, haben die kunstvoll zusammengenähten Werke eigentlich nichts gemeinsam. Nur wenn man genau hinschaut, sieht man die zahlreichen, aneinander gereihten Stoffstücke – eben Flicken. Und „Quilts“ sind die Steppdecken, die man mit Patchwork herstellen kann. Viele der Stoffe färben die Drei-Harden-Quilterinnen selber, dann wird frei mit der Nähmaschine gequiltet: Vorderseite, Füllstoff, Rückseite – immer drei Lagen, sauber abgesteppt. Nicht nur eine kreative Arbeit, sondern auch ein Ausgleich für die Seele sei das Zusammenstellen der Stoffstücke und Garne, berichten die Kursteilnehmerinnen. Die verschiedenen Materialien zusammenzustellen und unter den Fingern zu spüren, sei ein sinnliches Vergnügen und das Nähen selbst eine heilsame Beschäftigung. „Patchwork ist definitiv ein Hobby mit Suchtpotenzial“, sagt Sieglinde Hildebrandt.

Ins Leben gerufen hat diesen kreativen Kreis Jutta Andresen im Jahr 1996. Sie kam damals extra regelmäßig von Sylt, um in der Familienbildungsstätte Kurse im Quilten zu geben. Auch heute treffen sich die Damen noch in der Familienbildungsstätte in Niebüll, jeden Donnerstag – jetzt unter der Leitung von Sieglinde Hildebrandt. Jeder näht dabei, was er will, es werden Tipps und Tricks sowie Ideen ausgetauscht. An einem Tag im Monat widmet sich die Gruppe einem gemeinsamen Projekt. „Wir haben beschlossen, als aktuelles Projekt sogenannte Nesteldecken zu nähen“, erzählt Sieglinde Hildebrandt. Die Nesteldecke ist eine besondere Fühl-Decke mit sensorischen Reizen für Demenzkranke. Durch unterschiedliche Arten von Stoffen und Elementen kann sie Erinnerungen wecken oder zur Beruhigung des Patienten beitragen. Neben dem aktuellen Projekt haben die Damen, die zwischen 50 und 80 Jahre alt sind, unter anderem Krabbeldecken für das Haus der Familie genäht oder einen Quilt, der anlässlich des 40. Geburtstags der Familienbildungsstätte zugunsten des Freundeskreises versteigert wurde. „Jede von uns hat auch eine Menge UFOs zuhause liegen – unfertige Objekte“, scherzt Agnes Meyer-Paysen, die ebenfalls mit großer Leidenschaft in der Gruppe aktiv ist. „Ja, wir haben wirklich mehr Ideen als Zeit, alle umzusetzen“, fügt die Kursleiterin an.

Einmal im Monat trifft sich in der Familienbildungsstätte auch die Jugendgruppe – Mädchen im Alter zwischen acht und 16 Jahren – um unter der Leitung von Carola Thießen drei Stunden lang gemeinsam zu nähen. „Auf unsere Jugendgruppe sind wir besonders stolz“, sagt Sieglinde Hildebrandt und berichtet, wie fleißig schon die jungen Näherinnen ihre Projekte erfolgreich umsetzen.


Wer Lust hat, sich den Quilterinnen anzuschließen, bekommt weitere Informationen in der Familienbildungsstätte Niebüll.




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erstellt am 10.Apr.2015 | 11:21 Uhr

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