Nordseeakademie Leck : „Ein Ritterschlag und ein Meilenstein“

Große Freude in der Nordsee Akademie in Leck über den Zuschlag als Kulturknotenpunkt / Offizieller Startschuss erfolgt Anfang Februar

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17. Januar 2015, 05:00 Uhr

Die Nordsee Akademie in Leck hat den Zuschlag der Landesregierung als „Kulturknotenpunkt“ für Nordfriesland und Nordschleswig bekommen: Der Zeitpunkt dieser Neuigkeit hätte besser nicht gewählt werden können, war doch die Einrichtung am Donnerstagabend Gastgeber des Jahresempfangs des Deutschen Grenzvereins, in dem die Akademie Bildungsstätte ist. „Bingo! Glückwunsch an den Leiter Oke Sibbersen und den Bürgermeister der Gemeinde Leck, Rüdiger Skule Langbehn“, sagte Jörg Dietrich Kamischke, Vorsitzender des Grenzvereins und fügte hinzu: „Das ist ein Ritterschlag und ein Meilenstein in der Geschichte der Akademie.“

Die Entscheidung sei bereits am Montag gefallen, publik werden sollte die Nachricht eigentlich erst am Freitag – aber er habe das Seine dafür getan, dass die Bekanntgabe einen Tag früher möglich war: „Das wäre zu schade gewesen, wenn hier alle versammelt gewesen wären und wir uns nur heimlich über diese großartige Nachricht hätten freuen können“, sagte Sibbersen gestern.

Zum Hintergrund der Knotenpunkte: Das Kulturkonzept des Landes Schleswig-Holstein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kerne kultureller Infrastruktur insbesondere im ländlichen Raum zu erhalten und abzusichern. Deswegen sollen die Angebote sinnvoll untereinander und mit den großen Zentren vernetzt werden, die kulturellen Akteure professionell beraten, Kooperationen fördern und die Öffentlichkeitsarbeit für kulturelle Angebote unterstützt werden. Vorgesehen ist eine intensive Einbindung und Vernetzung aller Akteure in einer Region, also Kulturschaffende, Ehrenamtliche und Nutzer. Das gilt besonders, wenn neue Netzwerke geschaffen werden sollen.

„Ich habe es immer behauptet und weiß es jetzt sicher: Wir haben eine sehr qualifizierte und überzeugende Bewerbung abgegeben“, so Sibbersen – und es habe eine Reihe Bewerber in Nordfriesland gegeben. Ein angemessener Professionalisierungsgrad, hauptamtliches Personal, nachgewiesene Erfahrungen in der Vernetzung von Kultureinrichtungen und bestehende Netzwerke sowie eine wirtschaftlich stabile Situation – diese Voraussetzungen erfüllt die Bildungseinrichtung offenbar auch aus Sicht der Landesregierung.

Die Akademie arbeite bereits seit vielen Jahren in einer vergleichbaren Funktion, jüngstes Beispiel sei die Kooperation mit der Højskolen Østersøen in Abenrade für das Projekt „Jung zusammen“, das junge Dänen und Deutsche aus der Grenzregion zu einer Zukunftswerkstatt auch in diesem Jahr zusammenführen soll. Eine neue Herausforderung sei der strategische und organisatorische Schwerpunkt: „Wenn wir die Fäden aufnehmen und als Knotenpunkt zusammenführen, wird es schon gelingen“, sagte der Akademieleiter.

Auch sei Leck als Standort mit Nähe zur dänischen Grenze und auch der gut überbrückbaren Entfernung etwa nach Husum gut gelegen. Sibbersen: „Jetzt sind wir herausgefordert, etwas daraus zu machen.“ Neben Anerkennung und dem schmückenden Titel gibt es auch finanzielle Unterstützung: Die Kulturknotenpunkte erhalten eine Summe von 20  000 Euro pro Jahr, die die erforderlichen Personal- und Sachkosten abdeckt.

Offizielle Würdigung für die Nordsee Akademie in ihrer neuen Funktion gibt es Anfang Februar: Dann kommt die Kulturministerin Anke Spoorendonk in die Einrichtung nach Leck, und auch die Verantwortlichen des anderen neu ausgelobten Kulturknotenpunktes – den Zuschlag für Dithmarschen und das nördliche Steinburg erhielt die gemeinsame Bewerbung des Vereins für Volkshochschulen in Dithmarschen und der Volkshochschule Brunsbüttel – haben ihr Kommen für diesen Termin zugesagt.
 

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