Theater in Leck : Ein Psychothriller der Extraklasse

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Das Haallicht-Studio präsentiert mit „Misery“ ein Stück für starke Nerven. Premiere ist am 20. April im Leck-Huus.

shz.de von
15. April 2018, 08:00 Uhr

Dirk Möller hastet vom linken zum rechten Lautsprecher, stellt die Tiefen ein, horcht: super! Derweil debattieren Simone Born und Rainer Schössler, in welchem Winkel das Bett auf der Bühne zu stehen hat. Viele Überlegungen, Handgriffe beim Kulissenbau und Proben sind notwendig, um „Misery“ von William Goldman in Szene zu setzen. Noch zwei Abende wird der Ablauf durchgespielt, dann ist alles perfekt für die Premiere am 20. April im Leck-Huus: Das Haallicht-Studio lädt ein zu einem spannenden und packenden Psychothriller.

Die Theatergruppe Haallicht firmiert seit 28 Jahren unter dem Dach der Volkshochschule. Ein Vierteljahrhundert hält Rainer Schössler die Fäden fest in der Hand. Historische und sozialkritische Stücke standen auf dem Programm, daneben brachten die Laienspieler ihrem Publikum alle deutschen Dramen an einem Abend näher, glänzten mit „Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza und vieles andere mehr. Mit den Komödien „Ganze Kerle“ und „Rollentausch“ schwammen sie auf Wellen des Erfolgs und der Sympathie. Nun ist es eigentlich naheliegend, daran anzuknüpfen.

„Es gibt Zuschauer, die gern ernstere Stücke sehen wollen, und denen wollen wir gerecht werden“, erklärt Rainer Schössler. Die Akteure möchten erneut zeigen, dass sie auch etwas anderes als „Gute-Laune-Stücke“ spielen können, sie wollen nicht in eine Schublade gepresst werden, sondern ihre schauspielerische Leistung unter Beweis stellen: „Keine Herausforderung ist uns zu groß.“

Allein die Tatsache, dass das Haallicht-Ensemble zwei Stücke pro Jahr auf die Bühne bringt, verdient Respekt und Anerkennung. Nun kommt also „Misery“ – ein Psychothriller der Extraklasse. Er basiert auf Stephen Kings Roman „Sie“ und wurde von dem Drehbuchautor und zweifachen Oscar-Preisträger William Goldman neu für die Bühne dramatisiert. Sie ist die einzige von Stephen King autorisierte Bühnenfassung. In den 90er-Jahren war der Roman bereits verfilmt worden, Kathy Bates spielte seinerzeit die Hauptrolle und wurde dafür mit einem Oscar ausgezeichnet.

„Nur kein Druck ...“, redet sich Simone Born ein. Sie verkörpert die Einsiedlerin Annie. „Es ist eine sehr aufregende und facettenreiche Rolle, die gern jeder einmal im Leben gespielt haben möchte“, überlegt sie. Rainer Schössler stimmt ihr zu. Er übernimmt den Part der Romanfigur Paul Sheldon. In der Theaterversion hatte der amerikanische Schauspieler Bruce Willis diesen 2016 auf dem Broadway dargestellt. Na und? Rainer Schössler lässt sich nicht einschüchtern: „Ich habe gehört, das soll gar nicht so gut gewesen sein“.

Neben den beiden Hauptrollen besetzt Joachim Wiebecke eine kleine Nebenrolle. Er schlüpft in die Uniform eines Sheriffs, der versucht, das Verschwinden des verunglückten Sheldons aufzuklären.

Vor den Aufführungen wurde bereits anderes geklärt: Passt der Rollstuhl durch die Tür, sind die Requisiten fertig, wie kann man Geschehenes und andere Räume sichtbar machen? Hier hat der Techniker Dirk Möller seine Hände mit im Spiel. Alles, was nicht auf der Bühne passiert, wird auf eine weiße Wand projiziert, eine beeindruckende Fotostory erzählt auf gleicher Weise den Unfallhergang, der letztlich den Stein ins Rollen gebracht hat: Ein Farbkonzept wurde erarbeitet, Stilmittel und Spezialeffekte kommen zum Einsatz, unweigerlich fließt auch Blut.

Was genau passiert? Interessierte sollten sich überraschen lassen und gewarnt sein: Haallicht präsentiert dieses Mal einen Theaterabend für Zuschauer mit starken Nerven.

Aufführungen im Bürger- und Kulturhof Leck-Huus jeweils um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr: Freitag, 20. April, Sonnabend, 21. April, Dienstag, 25. April, Mittwoch, 25. April, Freitag 27. April und Sonnabend, 28. April.
Karten sind im Fernsehfachgeschäft Peter Erichsen, Hauptstraße 11, erhältlich. Kartenreservierung unter karten@haallicht.de.


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