Abschied in Leck : Ein Propst auf Zeit mit Sachverstand, Wärme und Humor

Gemeindemitglieder  verabschieden sich von Pastor Jörg-Michael Weißbach  mit herzlichen Worten und so manchem Geschenk. Foto: Ursula Konitzki
Gemeindemitglieder verabschieden sich von Pastor Jörg-Michael Weißbach mit herzlichen Worten und so manchem Geschenk. Foto: Ursula Konitzki

In der schwierigen Zeit des Umbruchs diente Pastor Jörg-Michael Weißbach dem Kirchenkreis als Propst. Er erfüllte seine Aufgabe den Menschen zugewandt und mit Sachverstand, wurde ihm beim Fest-Gottesdienst bescheinigt. Nun geht der Pastor zurück in seine Gemeinde auf Föhr.

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28. Oktober 2008, 09:05 Uhr

Leck | Als Pastor Jörg-Michael Weißbach aus Wyk auf Föhr am 25. August 2007 die Amtsgeschäfte des bisherigen amtierenden Propstes Sönke Pörksen im Kirchenkreis Südtondern übernahm, wusste er, dass seine Zeit als Propst auf ein Jahr befristet sein würde. Das Jahr ist um, und mit Dr. Kay-Ulrich Bronk wurde ein Neuer gewählt.

Während eines festlich gestalteten Gottesdienstes in der St.- Willehad-Kirche in Leck hieß es nun Abschied nehmen. Wie Pastor Dr. Marcus Friedrich eingangs feststellte, hat sich der Föhrer Pastor gegen eine Propst-Kandidatur entschieden. Er wolle zurück in das "höchste Amt, das wir haben, den Predigtdienst". Das Propst-Amt im ab 2009 neuen Kirchenkreis Nordfriesland tritt im nördlichen Bezirk der 52-jährige Pastor Dr. Kay-Ulrich Bronk an. Bronk ist kein Unbekannter in der Region, war er doch sieben Jahre Pastor in Niebüll, zeitweise auch stellvertretender Propst in Südtondern. Bronk reizt, wie er sagt, "die Herausforderung, den Nordbezirk des neuen Kirchenkreises Nordfriesland zu bauen und mit Leben zu füllen". Sein Dienstsitz wird Leck sein.
Entpflichtung
Der Gottesdienst anlässlich der Verabschiedung Jörg-Michael Weißbachs in der Lecker Kirche, wurde von der Kantorei unter der Leitung von Kirchenmusiker Rainer Rafalsky festlich musikalisch umrahmt. Propst Knut Kammholz übernahm als stellvertretender Bischof die Entpflichtung des Föhrer Pastors aus seinem Interimsamt. Die Predigt Pastor Weißbachs rankte sich um die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes auf der Grundlage der biblischen Geschichte vom Untergang Sodoms, die die Vorsitzende der Kirchenkreissynode, Gertrude von Holdt-Schermuly, vorlas.

Im vergangenen Jahr habe er Verantwortung aus einer anderen Sicht kennen gelernt, erklärte Weißbach. Die Umbruchsituation, die Fusion der Kirchenkreise Südtondern, Eiderstedt und Husum-Bredstedt zu einem Kirchenkreis Nordfriesland, habe ihm gezeigt, welche Aufgabe Führen und Leiten bedeute. Jörg-Michael Weißbach dankte für wunderbare Begegnungen und konstruktive Kritik. Er dankte für Solidarität und das Mittragen des Provisoriums in der Interimszeit, und er dankte für das Verständnis, dass er wieder zurückgehen möchte in seine Gemeinde auf Föhr. Der 48-Jährige ist mit Frau und vier Kindern auf der Nordseeinsel verwurzelt.
Menschliche Wärme gegeben
Propst Knut Kammholz sprach der Familie Dank aus, die den "selbstlosen Dienst" des Mannes und Vaters mitgetragen habe. Die Zugewandtheit Weißbachs, seine menschliche Wärme und sein Zuhören-Können haben ihn ausgezeichnet, sagte Kammholz. Es sei ihm hervorragend gelungen, den Kirchenkreis Südtondern in den Fusionsverhandlungen mit einfühlsamen Gesprächsführungen zu vertreten. Schwierigen Situationen habe er mit humorvollen Kommentaren die Schärfe genommen.

Dem Gottesdienst folgte in der Nordsee-Akademie ein Beisammensein bei Kaffee und Kuchen für alle Gemeindeglieder. Dort konnte, wer wollte, Pastor Weißbach persönliche Worte mit auf den Weg geben.

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