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Neues vom Wasserturm : Ein Projekt – viele Förderer

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Sanierungsarbeiten am Niebüller Wasserturm gehen in die letzten Phasen. Im Herbst soll Eröffnung sein. Bis dahin werden noch viele Hände an der Verwirklichung eines Traums mitarbeiten.

Die 2012 begonnene Restaurierung und Sanierung des Wasserturms am Niebüller Bahnhof geht in die letzten Runden. Ende September, schätzt Berthold Brodersen, kommissarischer Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft NF-Nord, sollen die Arbeiten abgeschlossen, im September die Einweihung sein.

Zur Erinnerung: Der Wasserturm ist entlang der Marschbahn das einzige noch verbliebene Bauwerk seiner Art. Nach dem Bau des Bahnhofs Niebüll 1887 folgte 1908 der Bau eines Wasserturms, aus dem die Dampfloks mit Wasser versorgt wurden. 1926 wurde der Turm durch einen größeren Neubau ersetzt – architektonisch reizvoll mit der Fachwerkkonstruktion des Turm-Mauerwerks, das das Wasserbassin umschloss. Bis zum Ende der Dampflok-Ära (1972) blieb der Turm in Funktion. Danach dümpelte das Gebäude einer ungewissen Zukunft entgegen, blieb aber als einstiges technisches Bauwerk aus den Anfängen der Marschbahn erhalten, auch als Wahrzeichen und – wenn man so will – als Hingucker.

Als davon die Rede war, dass der in die Jahre gekommene Turm baufällig sei und abgerissen werden müsse, sah sich der Tiefbauunternehmer Sven Vogt auf den Plan gerufen. Er stemmte sich vehement gegen die Abrisspläne, fand breite Zustimmung und brachte ein Projekt in Gang, das nicht nur viele Namen bekam, sondern auch eine bisher wohl einmalige Resonanz auslöste.

Die Kreishandwerkerschaft (KHS) übernahm die Trägerschaft für das Vorhaben. Sie erwarb den Turm von der Stadt, erklärte Sanierung und Restaurierung zu einem Ausbildungsprojekt für Lehrlinge im Baugewerbe, fand im heimischen Handwerk einhellige Zustimmung, generierte Sponsoring und Spendenbereitschaft und verhalf angehenden jungen Handwerkern zu einem besonderen Erlebnis während ihrer Ausbildung. Die jungen Maurer, Zimmerer und Azubis anderer Gewerke machten nicht nur Bekanntschaft mit alt hergebrachten handwerklichen Techniken. Sie schufen sich auch die Möglichkeit einmal sagen zu können: „Ich war dabei.“

Das Vorhaben hatte freilich auch eine finanzielle Seite. Alles in allem, rechnet Berthold Brodersen vor, fallen Sachkosten von 260 000 Euro an. Hinzu kommen die freiwillig geleisteten Arbeitsstunden in etwa gleicher Höhe. Am Ende steht für das Unternehmen Turm-Rettung ein Aufwand von rund einer halben Million Euro zu Buche. Zurzeit klafft in der Finanzierung noch eine Lücke von 70 000 Euro. Initiator Sven Vogt: „Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Handwerksbetrieben, Banken, Einrichtungen und Spendern für ihre Hilfs- und Spendenbereitschaft bedanken. Wen auch immer ich angesprochen oder angerufen habe: Ich bekam nie eine Absage.“

Unterstützt wurde die KHS Niebüll auch durch die Aktivregion, das Amt und die Stadt Niebüll. Verdientgemacht haben sich außer Sven Vogt und seinem Kollegen Broder Ingwersen vor allem die beiden KHS-Lehrwerkmeister Kay-Walter Wulff und Matthias Petersen, Ausbildungsbetreuer Olaf Behrmann, Amtsarchitekt Leif Felin Peters und 200 Azubis aus dem Bereich der Bauberufe. Im Rahmen ihrer Ausbildung fanden sie Gelegenheit, ihren Meistern tatkräftig zur Hand zu gehen.

Die Arbeiten am Turm begannen im Sommer 2012. Erste große „Knochenarbeit“ waren der Abbau des Turmkopfes, der Ausbau des Bassins und das Einbringen der Zwischendecken. Danach wurden die 25 Tonnen schwere Kopfplatte aufgesetzt, das Mauerwerk saniert, das Fachwerk im Turmkopf abgebunden, draufgesetzt und ausgemauert, das Turmdach errichtet – im September 2013 Richtfest gefeiert.

Die Dacharbeiten sind abgeschlossen, Fenster eingesetzt, Wände abgerappt und Fensterlaibungen hergestellt. Die Firma „Quickmix“ liefert den Putz für den Turm – übrigens nach einer Spezial-Rezeptur mit dem Namen „Niebüll“. Das Putzen besorgen Flensburger Spezialisten der Firma Mehmet Ciftci. Den Bau der Eingangstür für den Turm hat die Bildungs- und Arbeitswerkstatt (BAW) übernommen. Was noch fehlt, ist die Treppe im Turminnern. Die Statik dafür hat Bernd Johannsen zu Papier gebracht. Doch bevor der (etwa vierwöchige) Bau der Treppe in der Fahretofter Schmiede in Angriff genommen werden kann, muss die Statik geprüft werden. Berthold Brodersen: „Sie liegt seit drei Wochen dem Prüfstatiker beim Kreis vor.“

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erstellt am 19.Mai.2014 | 06:30 Uhr

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