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Nordfriesland Tageblatt

20. August 2017 | 06:39 Uhr

Ein Programm voller Kontraste

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das deutsch-dänische Bläserensemble „Quer Blech“ wartete im Weckwerth-Museum im Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog mit einer festlichen Bläsermusik auf, die Kompositionen aus den Epochen der Renaissance, des Barock, der Klassik und der Romantik aufwies. Dargeboten wurden diese in folgender Besetzung: drei Trompeten (Robert Schopf, Udo Blaskowski und Karin Link, die als Altistin gelegentlich auch zum weicher und runder klingenden Flügelhorn griff), zwei Zugposaunen (Hans-Helmuth Dietz und Dr. Eckhard Bodenstein) und der von Bruno Lorenzen geblasenen Tuba.

Sinnvoll ergänzt wurden ihre Klänge durch Beiträge des Flensburger Lektors Peter Jensen, welcher der jeweiligen Situation angepasste Gedichte bedeutender deutscher Dichter einfühlsam beisteuerte. Die musikalische Leitung lag in den Händen des Robert Schopf aus Flensburg-Mürwik. Als Moderator des anspruchsvollen und vielseitigen Programms agierte Dr. Eckhard Bodenstein, der seine Aufgabe nicht nur in sehr informativer, sondern auch humorvoller Weise erfüllte.

Zum Auftakt spielte das Ensemble in zügigem Tempo und schlankem Ton – ganz nach Art der mittelalterlichen „Stadtpfeifer“ – die Intrade „La Mourisque“ von Tylman Susato. In krassem Kontrast dazu folgte die hochromantische Motette „Machet die Tore weit“ von Johann Heinrich Lützel. Trotz der engen Begrenztheit des Konzertraumes gelang es den Blechbläsern, sich dieser nach wenigen Takten gut anzupassen, so dass die Musik nicht zu laut erklang.

Zwei frühbarocke Kompositionen des Henry VIII – „Passtime with good company“ und „Helas Madame“, beide vermutlich für Streicher geschrieben – ließen die Zuhörer staunen, wie es angehen kann, dass ein königlicher Ehemann, der mehrere seiner Ehefrauen hinrichten ließ, eine so zauberhafte, anrührende Musik verfassen konnte. Zwei festliche Märsche aus der Zeit der Renaissance gelangen den Bläsern besonders überzeugend: „The Prince of Denmark“ und „The King`s March“, beide geschrieben von Jeremiah Clarke.

Bei der stilgerechten Wiedergabe zweier klassischer, sakraler Kompositionen schimmerte durch, dass alle Mitwirkenden des Ensembles zusätzlich in kirchlichen Posaunenchören aktiv und musikalisch „zu Hause“ sind: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ von Joseph Haydn und „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ von Ludwig van Beethoven.

Nach der Konzertpause lief das Bläserensemble bei der „Sonata in Es-Dur“ von Antonio Vivaldi zu voller Form auf. Es meisterte, untadelig intonierend, die rasanten Läufe des Werkes in einer Weise, die – wie am anschließenden Beifall ablesbar – das Publikum begeisterte. Bei zwei zu einer „Amerika-Suite“ zusammengefassten Gospels gelang es weniger perfekt, den ihnen innewohnenden Swing lebendig werden zu lassen, wodurch sie ein wenig „brav“ wirkten. Bei einem Choralblock, der mit dem fröhlichen Kirchenlied „Du, meine Seele, singe“ von Paul Gerhardt begann, wurde das Publikum aktiv ins musikalische Geschehen einbezogen, indem es das Erntedanklied „Wir pflügen und wir streuen“ mitsingen durfte.

Nach dem von Carl Stein spätromantisch gefühlvoll vertonten Psalm 91 („Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt“) dankte Helga Weckwerth als Hausherrin für das rundum gelungenen Konzert und sprach das Lob aus: „Ich habe gar nicht gewusst, dass sechs Bläser zusammen so leise spielen können.“ Dies stellte das Ensemble noch einmal klar unter Beweis, als es – zur Gaudi seiner Zuhörer – den Choral „Von Gott will ich nicht lassen“ im Tango-Rhythmus erklingen ließ, bevor es sich mit seiner „Erkennungsmelodie“, dem Gospel „He´s got the whole world in his hand“ verabschiedete.

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erstellt am 25.Okt.2015 | 15:26 Uhr

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