Ein Pilotprojekt für Achtrup

ulrich jeß 3

Ende Juli soll ein neues Blockkraftheizwerk ans Netz gehen

shz.de von
22. Juni 2014, 12:25 Uhr

Nachdem in der Sitzung der Gemeindevertetung Achtrup das Fernwärmeprojekt vorgestellt wurde, das die am 2. September 2013 gegründete Genossenschaft „Wärmeversorgung Achtrup e.G.“ in enger Zusammenarbeit mit der als Generalunternehmer fungierenden Firma „Gottburg Energie- und Wärmetechnik GmbH & Co.KG“ entwickelt hatte, war das Interesse am Projektstart jetzt groß: Zu diesem Anlass versammelten sich die Repräsentanten der Genossenschaft, der ausführenden Firma sowie der VR-Bank e.G. Niebüll, welche die finanzielle Abwicklung des Vorhabens begleitet, in der „Ladestraße“ am Bauplatz für das Haus des Blockheizkraftwerkes (BHKW). Sie und diverse an der Thematik interessierte Einwohner waren gekommen, um den unmittelbar bevorstehenden Bau des Heizhauses gebührend zu würdigen. Die Teilbaugenehmigung war erst kurz zuvor eingetroffen, ein Konzessionsvertrag über die Verlegung von Fernwärmeleitungen mit der Gemeinde Achtrup 48 Stunden zuvor abgeschlossen worden (wir berichteten).

Als Vorsitzender des Aufsichtsrates hieß Jan Petersen die am Bauzaun Versammelten willkommen. Er gab seiner Freude Ausdruck, dass die Umsetzung des Projektes Fernwärmeversorgung nunmehr reale Züge angenommen habe. Allen Genossen, die trotz anfänglicher „Stolpersteine“ durchgehalten hatten, sowie der Firma Gottburg und der VR-Bank Niebüll e.G. sprach er – zugleich auch im Namen des Vorstandes – seinen Dank aus. Das Grundstück in der „Ladestraße“ erworben zu haben, sei ein Glücksfall, weil Gas und Strom dort bereits vorhanden seien. Zum Inhalt des Konzeptes der Fernwärmeversorgung verwies er auf ein verteiltes Informationsblatt. Aus diesem ging unter anderem hervor, dass die Genossenschaft aktuell 83 Mitglieder aufweist. Dem Aufsichtsrat gehören – neben Jan Petersen – auch Heiko Hansen und Horst Werner an, dem Vorstand Birgit Breckling und Jörg Windheuser. Das kalkulierte Investitionsvolumen beläuft sich auf 2,2 Millionen Euro. Für den Betrieb des BHKW soll Bio-Methangas verwendet werden. Wenn alles glatt verläuft, sollen die ersten Verbraucher im Oktober dieses Jahres an das Leitungsnetz angeschlossen werden.

Bürgermeister Uwe Matthiesen wartete mit einem Grußwort auf. „Dass wir demnächst eine Fernwärmeversorgung anbieten können, stellt für unsere Gemeinde eine beachtliche Bereicherung dar,“ so stellte er fest. Allen Personen, die durch ihren persönlichen Einsatz dazu beigetragen hatten, das Vorhaben zu verwirklichen, sprach das Gemeindeoberhaupt seinen Dank aus. In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die Verdienste des Cay-Erik Geipel, der bei der Gründung der Genossenschaft als „Mann der ersten Stunde“ den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernommen hatte, inzwischen jedoch aus persönlichen Gründen ausgeschieden ist.

Jörg-Helge Gottburg stellte in seiner kurzen Ansprache die Einzigartigkeit des Vorhabens deutlich heraus: „Von der Wärmeerzeugung bis zur Fertigstellung der Kundenanlagen liegt alles in einer Hand. Ihr Projekt hat deshalb auch für uns einen Pilotcharakter. Der angemeldete Termin für die Inbetriebnahme des BHKW (29. Juli 2014) sei zwar recht optimistisch kalkuliert und ein ehrgeiziges Ziel. „Aber ich bin mir sicher, dass es uns gelingt, ihn einzuhalten,“ so Gottburg.


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