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Nordfriesland Tageblatt

17. Oktober 2017 | 12:06 Uhr

Ein Nein nach lebhafter Debatte

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Stadtvertretung spricht sich gegen die Pläne der SPD aus, durch mehr Kurzzeitparkplätze die Innenstadt kundenfreundlicher zu machen

von
erstellt am 26.Feb.2016 | 09:47 Uhr

Autofahrer, die in der Niebüller Hauptstraße einkaufen wollen, müssen nun wohl doch weiterhin ein paar Schritte mehr tun – wenn auf dem Marktplatz die Stellflächen direkt am ZOB wieder belegt sind. Denn der Antrag der SPD, Kurzzeitparkplätze für Innenstadtbesucher auf dem Marktplatz auszuweisen (wir berichteten), scheiterte in der Stadtvertreter-Sitzung nach lebhafter Debatte. Holger Jessen (SPD) brachte seinen Vorschlag zunächst wortreich ein, begründete die Idee, die Zahl der Langzeitparker einzuschränken, beziehungsweise diese in den hinteren Beritt des Marktplatzes umzulenken. Lorenz Jessen (SSW) wies auf die zu erwartenden Baustelle an der Südtondern-Halle hin, empfahl, den Antrag ruhen zu lassen und nach einem halben Jahr im Ausschuss weiterzuverfolgen. Vehement sprach sich Bernd Neumann (CDU) gegen den Antrag aus. Es bestehe kein Bedarf, die aktuell vorhandenen Kurzzeitparkplätze seien nicht belegt, zudem könnten die Kunden auf dem VR- und Nospa-Parkplätzen das Auto abstellen. Der HGV sehe zudem derzeit kein Parkplatzproblem.

Parteikollegin Bettina Fritzsche unterstützte die Ablehnung mit dem Hinweis, dass der Langzeit-Parkplatz vom ZOB übervoll sei. Auf dem VR-Parkplatz könne jeder parken, dort seien in der Regel tagsüber 20 Plätze frei.

Bürgermeister Wilfried Bockholt sah dies ähnlich, erinnerte daran, dass die Langzeitparkplätze wichtig für Mitarbeiter der Geschäfte sein. „Ich befürchte bei einer Veränderung eine Verdrängung in die Nebenstraßen“, so der Bürgermeister, der sogar die Notwendigkeit einer Parkplakette kommen sieht: „Niebüll wächst, alle benutzen das Auto. Das wird so bleiben.“

Während der einjährigen Bauphase an der Halle würden 25 Parkplätze wegfallen. Das Stadtoberhaupt will sich außerdem dafür einsetzen, dass der ruhende Verkehr besser überwacht wird. Ein Wunsch, der auch aus der hiesigen Kaufmannschaft laut wird. Die SPD-Vertreter Hendrik Schwind-Hansen, Thomas Uerschels und Holger Jessen versuchten vergeblich, sich noch einmal in Stellung zu bringen. Ihr Plädoyer für eine kundenfreundliche Lösung verhallte ebenso wie der Wunsch nach einem Parkleitsystem per App. Am Ende griff der SSW den SPD-Vorschlag noch mal auf, so dass das Thema demnächst im Verkehrsausschuss weiter besprochen wird. Peter Schumann, der als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses dabei war, monierte, dass der Parksuchverkehr stark zugenommen habe. Mithin sei ein Leitsystem ebenso sinnvoll, wie der Hinweis auf Parkplätze auf der Niebüller Homepage. Schließlich wüssten Auswärtige kaum, dass jeder auf den VR/Nospa-Stellplätzen willkommen ist.

Und von einem Willkommen für jedermann spricht die Nospa selbst auch nicht. Auf Anfrage des Nordfriesland Tageblatts teilt die Bank mit, dass ihr Parkplatz in der Rathausstraße vorrangig für Kunden gedacht ist. Gleichwohl duldet die Nospa Kurzzeit-Parker, die in der Stadt einkaufen gehen. Die Schranke wurde abgebaut, da das Prozedere mit einer Münzabholung zu umständlich war. Eine Überwachung findet derzeit nicht statt. Einzelne Sylt-Urlaub-Langzeit-Parker werden per Zettel schriftlich ermahnt. Die VR-Bank wiederum teilt mit, dass ihr Parkplatz für Kurzzeitparker genutzt werden kann. Auch dort finde aktuell keine Überwachung statt. Doch ob Autofahrer aus dem Umland tatsächlich auf den Platz bei der VR-Bank fahren, obwohl ein Schild ihn als Kundenparkplatz ausweist, ist fraglich.

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