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Naturkundemuseum Niebüll : Ein Museum für grenzenlose Natur

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Das Naturkundemuseum Niebüll präsentiert noch bis Ende Oktober seine Dauerausstellung über regionale Naturräume beiderseits der Grenze

Wer hinter den schweren Holztüren der Hauptstraße 108 in Niebüll eine Ansammlung staubiger Vogelpräparate und Nagetiergerippe vermutet, der liegt falsch. Das Naturkundemuseum Niebüll präsentiert sich in der laufenden Saison als moderner Ausstellungsort, der technisch und didaktisch auf der Höhe der Zeit ist. Am kommenden Sonntag, 21. September, veranstaltet das frisch sanierte Museum einen Familientag. In der Zeit von 11 bis 17.30 Uhr besteht dann die Gelegenheit, die Ausstellung über Naturlandschaften beiderseits der Grenze auch ohne Eintrittskarte zu besuchen.

„Wir wollen unsere Museumsgäste mit der Ausstellung auch zu Besuchen in der Natur anregen“, sagt Museumsleiter Carl-Heinz Christiansen. Gleichzeitig will das Haus „grenzenlose Naturerlebnisse“ an der Westküste fördern und arbeitet deswegen eng mit dem dänischen Naturcenter Tønnisgård auf Röm zusammen. Und in der Tat – wer sich für die 400 Quadratmeter große Naturschau in der Hauptstraße Zeit nimmt, der sieht seine Umgebung während des nächsten Spaziergangs durch Geest, Marsch und Wälder sicherlich mit anderen Augen. Neben einheimischen Süßwasserfischen, die hier hinter Glas in Aquarien ihre Kreise ziehen, werden den Besuchern unzählige Tiermodelle, Schautafeln und sogar ein transparenter Bienenstock mit tausenden Insekten gezeigt. Ein wichtiges Element der Ausstellung ist dabei das interaktive Angebot: So lassen sich beispielsweise per Knopfdruck echte Tierstimmen abrufen oder im Dunkelraum „Wald bei Nacht“ Hirsch, Dachs oder Eule betrachten. Schnell wird klar: Hier gibt es in erster Linie Antworten. Nach dem Besuch im Naturkundemuseum muss auch die Frage, ob Fische sprechen und riechen können, nicht mehr mit einem unwissenden Kopfschütteln unbeantwortet bleiben. Die Ausstellung schnürt so nicht nur für die kleinen Besucher ein spannendes Wissenspaket – auch Erwachsenen kann in den farblich abgestimmten Räumen noch so manches Licht aufgehen. Zusätzlich zu der Dauerausstellung über die regionale Natur entlang der Grenze, zeigt das Museum aktuell auch eine Auswahl seltener Schmetterlinge, die der Einrichtung über Jahrzehnte aus Privatsammlungen vermacht worden sind. Unter den exotischen Insekten ist zum Beispiel auch der Monarchfalter, der als lebendes Exemplar Wanderungen von über 4 000 Kilometer unternimmt.

Das Naturkundemuseum steht ganz bewusst nicht in Konkurrenz zu den vielen anderen Bildungsangeboten in der Region: „Wir wollen zeigen, dass es hier im Norden nicht nur das Weltnaturerbe Wattenmeer gibt, sondern noch viele andere Naturhighlights“, so Carl-Heinz Christiansen. „Das Hinterland wird stiefmütterlich behandelt – das wollen wir hier ändern.“ Zumindest in dieser Saison, die noch bis zum 31. Oktober läuft, hat dieses Konzept funktioniert. In diesem Jahr zählte Christiansen etwa 20 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr.

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