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Nordfriesland Tageblatt

17. August 2017 | 08:16 Uhr

Kammerchor : Ein locker swingender Sound

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Kammerchor Belcanto“ bot in der St. Gallus-Kirche Hörgenuss zum Thema „Heiter – tierisch – tödlich“

Bereits zum siebten Mal in seiner 18-jährigen Geschichte gastierte der landesweit renommierte, im Jahr 1996 von Thekla Jonathal gegründete und noch immer von ihr geleitete „Kammerchor Belcanto“ in der St. Gallus-Kirche zu Galmsbüll. Seine Darbietungen waren eingebettet in den Kanon der „Sommerkonzerte“ der Kirchengemeinde Emmelsbüll-Neugalmsbüll. Deren Vorsitzender, Rolf Wiegand, hieß die Sänger, ihre Dirigentin sowie das Publikum willkommen und wünschte allen viel Vergnügen und Hörgenuss bei dem mit „Heiter – tierisch – tödlich“ augenzwinkernd geheimnisvoll überschriebenen Programm. Dieses enthielt eine Folge von 20 Titeln unterschiedlichster Stilrichtungen: von frühbarocken Madrigal über romantische Liebeslieder bis hin zu Kunstliedern, schlicht aber sehr differenziert gesetzten Volksliedern bis zu raffiniert arrangierten Popsongs.

Bei vielen der musikalisch erzählten Geschichten standen Tiere im Mittelpunkt der Handlung, bei anderen leidenschaftliche Liebesbeziehungen, die sich mal erfüllten, meistens aber tödlich endeten. Entsprechend abwechslungsreich waren die Klangbilder, die im Zeitraum zwischen der Renaissance und der Gegenwart von berühmten Komponisten und Arrangeuren entworfen, und nunmehr vom Kammerchor einfühlsam und stimmtechnisch perfekt a cappella realisiert wurden. Die Frauen- und Männerstimmen wirkten dynamisch ausgewogen. Beiden wurden extreme Höhen und krasse harmonische und rhythmische Wechsel zugemutet, was ihnen aber keine erkennbare Mühe bereitete.

Thekla Jonathal führte in humorvoller Weise durch das Programm, wobei sie jeden Konzertbeitrag vorab erläuterte. Dem einleitend vorgetragenen „Kinderlied für Agnes“ von Hugo Distler folgten später zwei weitere Sätze desselben Komponisten, dessen herbe Harmonik die Dramatik der geheimnisvollen Geschichten von einer „Tochter der Heide“ und einer „traurigen Krönung“ unterstrich. Dagegen ging das von Max Reger hochromantisch verfasste Volkslied „Es waren zwei Königskinder“, bei dem er jede Strophe besonders gestaltete, unmittelbar in Ohr. Allgemeines Schmunzeln lösten die von Nils Kjellström vertonte „Madenballade“ von Heinz Erhard und eine frühzeitig abgebrochene „Ameisenreise“ aus. Dasselbe gilt auch für das von Frederick Bridge dargestellte Schicksal eines erst in der Bratpfanne vereinten Gänse-Liebespaares und die von Paul Cadow komponierte Klage über den Tod des vom Fuchs gerissenen „Lütt Matten, de Has“.

Besonders gut gefielen auch die anrührend eindringlich vorgetragenen Madrigale „Baci, soavi, e cari“ von Claudio Monteverdi und „Fair Phillis I saw“ von John Farmer. Auch die Sehnsucht des Johannes Brahms nach erfüllter Liebe, die er in seinen Kompositionen „O süßer Mai“ und „All meine Herzgedanken“ zum Ausdruck bringt, wurden vom Chor glaubhaft dargestellt. Bei dem von Isham Jones aufgezeichneten Barbersong „Swinging down the lane“ blieben die Männerstimmen unter sich. Zwei von Stefan Foidl beziehungsweise Viola Engelbrecht arrangierte Schlager, „L.O.V.“ und „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“, gaben dem Kammerchor Gelegenheit zum Beweis, auch einen locker swingenden Sound entfalten zu können. Für den lebhaften, lange anhaltende Schlussapplaus bedankten sich die Sängerinnen und Sänger mit einem alt-irischen Reisesegen als Zugabe.

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