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Nordfriesland Tageblatt

19. November 2017 | 15:30 Uhr

Ein Leben in Bildern

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nordfriesische Landschaften, politisch und kritisch: Die neue Ausstellung in der Kulturstation Zollhäuser zeigt Werke von Thurid Pörksen

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2017 | 10:28 Uhr

In der Kulturstation Zollhäuser in Rodenäs wurde am Dienstagabend die neue Ausstellung „Thurid Pörksen - Kunst im Leben“ mit einer Vernissage eröffnet. Die Bilder der Künstlerin sind noch bis zum 30. Juli im Zollhaus donnerstags bis sonntags, jeweils von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

„Die Entdeckung war eher zufällig“, sagte die Kulturmanagerin Elke Nord, die gemeinsam mit Barbara Schmidt-Tychsen die Ausstellung organisierte. „Wir entdeckten ihre Bilder bei einem Besuch an den Wänden.“ Es habe ein wenig gedauert, Pörksen zu überreden, die Werke der Öffentlichkeit zu zeigen – da es sehr persönliche Arbeiten sind. „Bei der Betrachtung der Bilder und Plakatentwürfe von Thurid Pörksen zieht ihr Leben an uns vorbei“, sagte Schmidt-Tychsen bei der Vernissage. „Sie ist Autodidaktin, hat nie einen Zeichen- oder Malkurs besucht. Und sie drückt mit der Malerei das aus, was sie als Kind und Jugendliche nicht sagen konnte oder aber sich nicht traute.

Als Pörksen 14 Jahre alt war, folgte sie der inneren Stimme, die sagte „Mal doch mal!“ Sich mit der Kunst auszudrücken, sich zu befreien, setzte sich auch beim Studium fort. Am Anfang stand zunächst die Familie im Vordergrund, einige Bilder der Kinder entstanden, aber auch von (Stadt-) Landschaften der Berliner Umgebung. Der Betrachter sieht Berliner Hinterhöfe im Schnee, schreibende und lesende Kinder, eine Frau am Fenster, eine Seenlandschaft. Einfach dargestellt, ohne Experimente, farblich gegeneinander abgesetzt.

Weitere Schwerpunkte sind Arbeiten, die sich auch kritisch mit ihrer Familie auseinandersetzen sowie Bilder und Plakate, die ihr politisches und gesellschaftliches Engagement widerspiegeln. Das Plakat „Das alte Europa hat einen Vogel“ bezieht sich auf die Weigerung europäischer Staaten, sich am Irakkrieg zu beteiligen.„Mit Tränen säen“ heißt ein Plakat für den Kirchentag im Ruhrgebiet 1985. „Auf einem Plakat zum Ostermarsch 1990 tragen die Hasen der Häschenschule politische Symbole auf dem Ranzen“, erklärt Schmidt-Tychsen. In der Collage „Die Sprach der Fische“ wird das Reaktorunglück 2011 in Fukushima thematisiert. Ein Schwerpunkt bleibt die Natur: In Nordfriesland aufgewachsen ziehen sich Bilder, die ihre Verbundenheit mit der nordfriesischen Landschaft und Kultur dokumentieren, wie ein roter Faden durch ihr künstlerisches Schaffen. Die „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz stellt sie ebenso in Bildern dar, wie das Fahren entlang der Nordsee oder zur Ostsee hinüber. Eine „Mühle in Dänemark“ taucht auf; streifige Landschaften vom Limfjord gelingen eindrucksvoll, spontan und nachdenklich greift die Künstlerin alles auf, was sie umgibt und anregt. „Kunst im Leben eben“, meint Elke Nord.

 

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