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Demographie : Ein Kümmerer für mehr „Wir-Gefühl“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Gemeinde Neukirchen will gemeinsam mit dem DRK schnellstmöglich einen Unterstützer für die Älteren im Ort einsetzen

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 05:30 Uhr

Der Wunsch nach einem Kümmerer im Ort wurde auf der Seniorenversammlung der Gemeinde Neukirchen im vergangenen November deutlich vom Forum geäußert. Die zuständigen Kommunalpolitiker des ländlichen Zentralortes haben das Thema dann auch gleich aufgegriffen, sich den Vorstand des DRK-Ortsvereins mit ins Boot geholt und eine Arbeitsgruppe gebildet.

Zu den ersten Ergebnissen und wie so etwas praktiziert werden kann referierte der stellvertretende Bürgermeister Thomas Dose (kleines Foto), auch Wohnlotse bei der Wohnberatung in Nordfriesland, bei der Mitgliederversammlung des DRK-Ortsvereins im Haus der Vereine. Er ging zunächst auf den demographischen Wandel ein. Obwohl die Bevölkerungszahl in den sechs Gemeinde der Wiedingharde kontinuierlich zurückgeht, wird der Anteil der über 65-jährigen Menschen sich bis zum Jahre 2025 um 40 Prozent erhöhen.

„In Neukirchen ist die Infrastruktur derzeit noch gut, aber wir müssen sie auch erhalten“, so Thomas Dose. Dazu ist es erforderlich, noch mehr Gemeinsamkeit zu entwickeln, sich untereinander zu helfen und für andere einzubringen. Dieses sind Grundvoraussetzungen den älteren und hilfsbedürftigen Mitbürgern möglichst lange das Verbleiben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen.

Als Vorarbeit für den Einsatz eines Kümmerers in Neukirchen für die Einwohner nannte Thomas Dose neben der Prüfung der Infrastrukturangebote und Einbindung von Kooperationspartnern insbesondere die gemeinsame Erstellung eines Konzeptes mit der Einbindung der Bürger, die Errichtung einer Zentrale sowie die Erfassung aller Hilfsangebote.

Ohne Geld, das wie meistens nicht vorhanden ist, sind bauliche Maßnahmen oder größere Anschaffungen wie Fahrzeuge oder ähnliches nicht möglich, so der stellvertretende Bürgermeister: „Aber in der Zusammenarbeit mit dem DRK und ehrenamtlicher Helfer kann man mit der Einrichtung eines Dorfkümmerers das Wir-Gefühl in der Gemeinde auch steigern.“

Der Kümmerer soll Ansprechpartner und Vermittler sein, Hilfsanfragen und -Angebote bis hin zu Mitfahranfragen entgegen nehmen sowie Hilfsangebote, wie Rasenmähen, Einkaufen oder Unterstützung beim Schriftverkehr erfassen. Durch das Zusammenbringen von Anfragenden und Anbietenden soll er als Bindeglied zwischen allen Beteiligten die Zusammenarbeit koordinieren und Ansprechpartner für Kommunen und sonstigen Institutionen sein.

Marga Knudsen, frühere Vorsitzende des örtlichen DRK-Ortsvereins, gab zu Bedenken, dass es vor gut 20 Jahren durch die damaligen Gemeindeschwestern so etwas Ähnliches schon einmal gegeben hat, sprach sich aber unbedingt für die Einrichtung aus. Thomas Dose und auch Bürgermeister Peter Ewaldsen stimmten ihr voll zu und kritisierten den Wandel der großen Politik zur Zentralisierung.

„Die Städte wachsen und uns hier draußen vergessen sie“, so Thomas Dose. In die gleiche Kerbe schlug Peter Ewaldsen: „Politik sollte eigentlich von unten nach oben gehen.“ Er rief seine Mitbürger dazu auf, deshalb auch die Gemeinschaft von unten heraus zu stärken: „Unser Leben auf dem Land macht es so wertvoll, dass wir uns gegenseitig kennen und der Schnack untereinander ist wichtig.“

Durch die ambulanten Pflegedienste sei zwar auch heute noch eine Betreuung der Bedürftigen zuhause möglich, so der Bürgermeister, aber alles sei zeitlich limitiert und müsse dokumentiert werden. „Dieses macht in der Arbeit der Betreuung fast 40 Prozent aus, diese Zeit könnte viel effektiver und besser für die Hilfsbedürftigen direkt eingesetzt werden“, kritisierte Peter Ewaldsen. Deshalb soll nun so schnell wie möglich ein Dorfkümmerer eingesetzt werden. Dazu wird zunächst ein Ansprech-Büro eingerichtet und ein Flyer für die Dorfbevölkerung entworfen, um für die Nutzung zu werben.







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