Ein Konzert für alle Sinne

Ein gandioses Gastspiel erlebten die Besucher im Leck-Huus.
Ein gandioses Gastspiel erlebten die Besucher im Leck-Huus.

Quadro Nuevo begeisterte die Zuhörer im Leck-Huus mit Hits und Klangmalereien

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09. November 2013, 00:32 Uhr

Der Sage nach verspricht ein Topf voller Gold am Ende des Regenbogens das große Glück. Auf die Reise dorthin nahm das Ensemble „Quadro Nuevo“ seine Zuhörer im ausverkauften Leck-Huus mit – und sie fanden den Schatz: Die Musiker mit Weltklasse-Niveau lieferten ihn selbst mit jedem Ton, mit jedem Lied und sprachen alle Sinne an. „Das ist das Beste, was ich je live gehört habe“, sagte Herbert Friedrichsen aus Angeln fast fassungslos über das grandiose Konzert.

„Wir freuen uns total, dass wir wieder kommen durften“, begrüßte Saxophonist Mulo Francel die 120 Gäste. und fügte hinzu: „Vor 15 Monaten haben wir uns wohl gut benommen.“ Ihr erstes Konzert in der alten Scheune hatte derart begeistert, dass die Karten nun schnell vergriffen waren, Fans kamen aus allen Ecken des Landes. Sie konnten sich der Faszination dieser Musik nicht entziehen. Angefangen beim sentimentalen Stück „Que reste-t-il de nos amours“ von Charles Trenet aus den 30er-Jahren, dem 1973-er Hit „Parole, Parole“ von Dalida über Tango- und Bosanova-Klänge bis hin zur Improvisation „Aventure“. Letzteres forderte geradezu auf, die Augen zu schließen, gedanklich fortzuschweben – vielleicht auf der Lecker Au, der Elbe, dem Rhein und der Donau bis ins Schwarze Meer. Alles war möglich.

Das Instrumental-Quartett begeisterte mit leisen, gefühlvollen wie lauten, kraftvollen Tönen. „Ich wusste gar nicht, dass man so leise spielen kann“, raunten manche Zuhörer und hörten bei diesen Passagen still, fast andächtig zu. Bewegend war das Lied über einen jungen polnischen Juden, der 1944 ums Leben kam: „Still, die Nacht ist voller Sterben“. Die Töne schufen Bilder im Kopf.

Das Programm wurde dominiert von Stücken aus dem aktuellen Album „End of the Rainbow“, das Quadro Nuevo mit dem NDR-Orchester aufnahm – und live in Hannover vor 2500 Leuten spielte. Darunter mischte sich beispielsweise die Gewürzvertonung vom bekömmlichen „Paprika“ – mal edelsüß, mal scharf. Die Musiker aus dem Voralpenland dosierten das mit ihren Instrumenten: Evelyn Huber an der Harfe und am Salterio, Mulo Francel am Saxophon, Klarinette und Mandoline, D.D. Lowka am Kontrabass und an den Percussions, Andreas Hinterseher auf dem Akkordeon, Vibrandoneon und Bandoneon, das insbesondere bei Tangostücken zum Einsatz kam.

Das Ensemble tourt seit 1996 durch die Länder der Welt und gab bisher über 2700 Konzerte. Sidney, Montreal, Kuala Lumpur, Singapur, von Dänemark über den Balkan bis zur Ukraine sind nur einige Stationen. Demnächst geht es nach Buenes Aires. Die gut eingespielten Musiker füllen große Säle, treten aber auch gern vor kleinerem Publikum auf. Im Leck-Huus ernteten sie Bravorufe, Jubelpfiffe und Standing Ovations.

Zuhörer Martin Christiansen lobte die intime Atmosphäre: „Das ist wie im Wohnzimmer.“ „Solch’ einen Klangteppich legen – das können nur wenige Gruppen“, meinte Kai-Uwe Johannsen aus Neumünster. Die Besucher aus Bordeshom nickten mit dem Kopf: „Sie sind absolute Virtuosen auf ihren Instrumenten und trauen sich, Klangmalereien zu spielen.“ Der Vorsitzende des Vereins Leck-Huus, Otmar Löhrer, blickte glücklich in die Runde: „Ich glaube, ich hole Quadro Nuevo nächstes Jahr wieder“. Die Fans hoffen das.

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