Ein Klimaschutzmanager für Alle

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Die Niebüller Stadtvertreter sehen sich in Punkto Umwelt auf einen guten Weg / Jetzt soll das Thema Klimaschutz in den Amtsausschuss

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21. Juli 2015, 12:07 Uhr

Nordfriesland will bis 2020 Deutschlands klimafreundlichster Landkreis werden, und die Stadt Niebüll tut ihr bestes, um ihren Anteil daran zu leisten. Nicht erst seit gestern. Bürgermeister Wilfried Bockholt erinnerte daran, dass die Arbeitsgemeinschaft Energie sich bereit seit 2007 mit dem Thema beschäftige. Während der Stadtvertretersitzung legte die CDU-Fraktion nach. Den Beschlussvorschlag verlas Bernd Neumann: „Die Verwaltung wird beauftragt für die Stadt Niebüll / Amt Südtondern ein Klimaschutzkonzept auf der Grundlage des Kreises Nordfriesland unter Ausnutzung aller Fördermöglichkeiten zu entwickeln. Hierfür ist die Einstellung eines Energie,-, Klimaschutzmanagers bei der Stadt Niebüll / beim Amt Südtondern für die Stadt Niebüll /die Amtsgemeinden in Südtondern erforderlich.“ Gleichzeitig schlug Neumann für die CDU-Fraktion vor, die Fördermittel in Höhe von 65 Prozent für die fachlich-inhaltliche Unterstützung eines Klimaschutzmanagements (dessen Stelle ist auf maximal drei Jahre befristet) für die Stadt Niebüll beziehungsweise das Amt Südtondern umgehend zu beantragen. Sollte keine geeignete Person für diese Funktion gefunden werden, wäre zu überdenken, ob nach Prüfung der Förderauflagen für die Umsetzung der Aufgaben auch ein Fachbüro beauftragt werden könne. Was aber macht ein Klimamanager? Hier einige Beispiele aus dem Antrag: Beratung, Unterstützung und Information der Verwaltung und Selbstverwaltung über Potenziale und Technologien, Erarbeitung von Konzepten zur Energieeinsparung und die Einleitung von Maßnahmen, die Weiterentwicklung eines Energiecontrollings über Energieverbräuche und Energielieferungsverträge sowie eines Liegenschaftskataster mit Aktualisierung von Energieverbrauchswerten, die Erarbeitung eines Konzeptes für die Straßenbeleuchtung, die Überwachung der Heizanlagen und Blockheizkraftwerke, die Themen Elektro-Mobilität und erneuerbare Energien und vieles mehr.

„Klimaschutz ist wichtig“, unterstrich SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Uerschels. „Aber wir sind eigentlich schon auf einem guten Weg.“ Viele auf der Liste genannte Punkte seien bereits abgehakt. Als Beispiele nannte er die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik sowie die Umstellung auf Nahwärmeversorgung. Ein Klimakonzept für die Stadt zu erstellen, nur um Fördergelder zu bekommen, halte er als für nicht zielführend. „Man sollte das Ganze eher mal auf Amtsebene betrachten.“

„Unser Ziel ist es, fachliche Kompetenz einzuholen“, erläuterte CDU-Fraktionvorsitzender Bernd Neumann noch einmal den Antrag. „Fachliche Grundlagen sind notwendig. Und wenn wir die Personalkosten für den Klimaschutzmanager noch zu 65 Prozent gefördert bekommen, sind wir auf einem guten Weg.“ Er verwies darauf, dass die Bestellung des Experten eine Empfehlung des Kreises sei. Ebenso die Erstellung eines Klimaschutzteilkonzeptes für die eigenen Liegenschaften. Nach einem Jahr, so der Klimaschutzmanager des Kreises weiter, solle man eine Personalkostenförderung für zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Christine Kernbichler, Fraktionsvorsitzende des SSW, sprach sich grundsätzlich dafür aus, in Sachen Klimaschutz aktiv zu werden. Doch auch sie schlug vor, das Thema auf Amtsebene anzugehen, dort ein Konzept zu erstellen. „Für Niebüll alleine ist das zu umfassend.“ Henrik Schwind-Hansen (SPD) regte an, den CDU-Antrag zunächst im Fachausschuss Umwelt und Wirtschaft zu beraten und fachlich zu prüfen, erst danach auf Amtebene zu gehen. Bürgermeister Bockholt plädierte dafür, nach dem Amt auch die Kommune Tønder mit einzubeziehen. Anja Cornils (CDU) schlug vor, als Stadt Niebüll einen formellen Antrag an den Amtsausschuss zu stellen. „Das wäre ja mal etwa Neues und dazu spannend“, kommentierte Bürgervorsteher Uwe Christiansen den Vorschlag. Bürgermeister Bockholt mahnte, den Zeitfaktor im Auge zu behalten.

Am Ende bei der Abstimmung votierten die Stadtvertreter für eine gleichzeitige Diskussion im Fachausschuss und dem formellen Antrag an die Gemeinden des Amtes.

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