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Großer Gewinn : Ein Jahr nach dem Besuch bei Günther Jauch

vom

Anke Christensen gewann 32000 Euro bei der Sendung „Wer wird Millionär“ und investierte das Geld in ihren Traum.

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2017 | 13:25 Uhr

Niebüll | Vor rund einem Jahr wollte Anke Christensen das Handtuch werfen –  zu oft wurde in den von ihr betriebenen Kiosk an der Niebüller Badewehle eingebrochen: ganze 20 Mal, seit sie das „Haus am See“, wie sie das rote Holzgebäude liebevoll getauft hat, übernommen hatte. Dann wurde durch einen Artikel im Nordfriesland Tageblatt der Fernsehsender RTL auf die Niebüllerin aufmerksam und wählte sie zu einer Sondersendung „Wer wird Millionär“ mit Günther Jauch unter dem Motto „Pechvogel-Spezial“ aus (wir berichteten).

„Das war schon toll, ich habe damals nichts geahnt“, erinnert sich Anke Christensen. Denn der Sender hatte ihr, nachdem sie eine Teilnahme am Fernsehquiz zugesagt hatte, zunächst wieder eine Absage erteilt.  „Plötzlich hieß es, es gäbe doch ein anderes Thema, aber ob ich nicht Lust hätte, ein Interview für Stern-TV zu geben“, erinnert sich Anke Christensen immer noch ganz genau an den Tag. „Wir saßen in der Wohnung bei meiner Tochter und plötzlich kam ein Anruf von der Polizei, dass schon wieder in den Kiosk eingebrochen wurde und dass ich  unbedingt kommen solle.“

Misstrauisch sei sie dabei nicht gewesen. „Ich war so aufgeregt, dass es mir nicht aufgefallen ist, dass es kein echter Polizeianruf war.“ Stutzig geworden sei sie eigentlich erst, als sie mit dem gesamten Fernsehteam zur Wehle gefahren sei  und dort alles  mit Polizeiband abgesperrt worden war, denn so viel Aufhebens sei vorher noch nie bei einem Einbruch gemacht worden. „Als ich dann in den Kiosk trat, war mir klar, was Sache ist, denn plötzlich ging dort das Licht an und eine Glitzerkanone auf“, erzählt  die Niebüllerin lachend.

Das Innere des Kiosks war komplett verändert worden und ein originalgetreues Fernsehstudio der Quizsendung habe dort auf sie gewartet. Selbst die Polizisten seien vom Fernsehteam engagiert und aus Berlin mitgebracht worden. Direkt vor Ort wurden  Aufnahmen gemacht und am nächsten Tag ging es dann direkt zum Fernsehstudio nach Köln. Die Sendung wurde im Mai vergangenen Jahres aufgezeichnet, aber erst im September ausgestrahlt. „Das Geld, das ich gewonnen habe, habe ich auch erst nach der Ausstrahlung bekommen, das war etwa im Oktober“.

Und konnte sich Anke Christensen alle Wünsche erfüllen, die sie damals geäußert hat? Ja, den Wunsch nach einem  VW-Bus für Ausflüge und zum Transport von Waren konnte sie sich dank des Gewinnes erfüllen. Und ein paar neue Möbel für den Kiosk gab es ebenfalls. 

Aber mehr noch als das Geld an sich habe ihr der immense Zuspruch aus der Bevölkerung emotionalen Aufwind gegeben. „Es waren so viele Leute da, die zu mir gesagt haben, ich kann sie doch nicht hängen lassen und soll weiter den Kiosk betreiben. Das hat mir Auftrieb gegeben.“

Auch die Stadt Niebüll, die Eigentümerin der Wehle und des Kioskgebäudes ist, ist froh, dass Anke Christensen weiter Pächterin dort ist. „Uns ist natürlich bewusst, dass man dort keine Reichtümer verdienen kann. Deshalb sind wir sehr froh darüber, dass wir Anke Christensen als Pächterin behalten konnten und dadurch den Besuchern der Wehle den Kiosk als zusätzlichen Service anbieten können“, sagt der Niebüller Bürgermeister Wilfried Bockholt.

Genau aus dem finanziellen Gesichtspunkt wünscht sich Anke Christensen einen Kompagnon für den Kiosk. „Nur vom Kiosk kann man nicht leben, schon gar nicht, wenn wir so einen Sommer wie in diesem Jahr haben“, sagt sie. Wenn man sich die Arbeit durch zwei teile, hätte jeder noch die Möglichkeit, einer anderen Arbeit nachzugehen, was aus ihrer Sicht  ideal wäre. „Ich habe im Moment das Glück, von meiner Chefin den Sommer über für die Wehle frei zu bekommen, aber das wird vielleicht auch nicht immer so gehen.“ Vanessa Tabel

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