Medien : Ein „It-Boy“ mit Lecker Wurzeln

Schnappschuss mit Verona Pooth – Tim Petersen sieht sich als „Hamburgs IT-Boy“.
Schnappschuss mit Verona Pooth – Tim Petersen sieht sich als „Hamburgs IT-Boy“.

Wo Kameras sind, ist Tim Petersen nicht weit / Den 1,63-Meter-großen Nordfriesen zieht es auf Rote Teppiche und vor TV-Kameras

shz.de von
22. Juli 2015, 05:00 Uhr

Auffallen – das ist für Tim Petersen zum Markenzeichen geworden. „Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn man auf dem Roten Teppich von den Fotografen übersehen wird“, sagt er. „Hamburgs It-Boy“ steht auf der Homepage des 23-Jährigen, der ursprünglich aus Leck kommt. It-Boy? Das hat nichts mit Informationstechnologie zu tun, sondern mit Präsenz, Presse, Promis und denen, die es gern wären.

„It“ ist englisch für „es“ und steht in diesem Fall für das gewisse Etwas. Der Begriff „It-Girl“ ist sogar im Duden zu finden: „Junge oder jüngere Frau, die durch ihr häufiges öffentliches Auftreten in Gesellschaft prominenter Personen und ihre starke Medienpräsenz einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist“, heißt es dort. „It-Boy“ ist das männliche Pendant dazu – und Tim Petersen erzählt sprudelnd schnell und nicht ohne Stolz von seinen Besuchen auf Modenschauen, Partys und anderen Ereignissen, auf denen es ums Sehen und Gesehenwerden geht.

Mit seiner Vorliebe für Mode und extravagantes Styling sei er schon immer anders als alle anderen gewesen, berichtet der 23-Jährige. „Meine Wurzeln sind in Leck, ich bin ein echtes Landei, aber irgendwie nicht dazu gemacht, für immer dort zu wohnen“, erzählt Tim Petersen. Er besuchte die Handelsschule in Niebüll, danach machte er auf Sylt eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Mit Anfang 20 kehrte er Nordfriesland den Rücken und zog nach Hamburg.

Sein Job bei einer Modefirma brachte ihm erste Türöffner-Kontakte. „Ich dachte bis dahin immer, Roter Teppich, das ist nichts für mich.“ Falsch gedacht – denn bald war Tim Petersen auch häufiger Gast auf Veranstaltungen in Hamburg, und dem Nordfriesen gefiel die Aufmerksamkeit immer mehr. Inzwischen werde er selbst als VIP-Gast für Veranstaltungen gebucht, nicht nur in Hamburg, sondern auch in Berlin, Düsseldorf oder München.

Und was ist sein gewisses Etwas, warum ist er ein gern gesehener Gast? „Ich bin locker drauf und weder auf den Mund noch auf den Kopf gefallen“, sagt der 23-Jährige. Extravagante Kleidung verstehe sich von selbst, „und es schadet nicht, dass ich nur 1,63 Meter klein bin – damit fällt man einfach auf.“ Und während es zuvor sein Job war, Prominente für Veranstaltungen mit dem richtigen Outfit auszustatten, bekommt er jetzt laut eigener Aussage selbst Kleidung von Firmen gestellt. Da posiert er dann auch schon mal gut behütet mit Verona Pooth, „obwohl ich eigentlich immer dachte, dass ich gar kein Hut-Gesicht habe.“

Inzwischen bekomme er für seine Auftritte auf Veranstaltungen und Partys sogar teilweise Gage. Dennoch sehe er das Glamour-Leben mehr als Hobby: Einen Beruf, mit dem er Geld verdiene, habe er auch, erzählt der 23-Jährige. Mindestens alle zwei Monate besuche er Freunde und Familie in Leck: „Ich bin immer wieder gerne hier, erde mich und erhole mich von dem Trubel.“ Hand aufs Herz: Was halten die Eltern von ihrem Sohn als „It-Boy“? „Das ist für sie schon eine Grauzone. Aber sie sagen, solange ich glücklich bin, ist es okay. Ich bin auch nicht abgehoben, sondern immer noch bodenständig. Ich habe jetzt die Chance, Kontakte zu knüpfen und Dinge zu erleben, und die nutze ich.“

Ewiger „It-Boy“: Das ist ohnehin nicht Tim Petersens Traumvorstellung. „Ich habe mir vorgenommen, das höchstens zu machen, bis ich 25 bin.“ Ein eigenes Modelabel kann er sich danach vorstellen, oder auch Schauspieler zu werden. Erste Schritte vor TV-Kameras hat er bereits hinter sich.

Wer sich ein eigenes Bild vom „It-Boy“ aus Leck machen möchte, hat heute Abend im Fernsehen die Gelegenheit: Ab 18 Uhr ist Tim Petersen bei „Mieten kaufen wohnen“ auf Vox zu sehen. Wo würde er sonst noch gerne mitspielen? „In der ARD-Serie ,Um Himmels Willen´“, sagt er und lacht. Diese Reihe mit Fritz Wepper rund um ein Nonnenkloster schaue er mit Vergnügen: „Da könnte ich in einer Nebenrolle gut mal mitmischen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen