Ein inniges Miteinander

Lasse aus Hamburg, liebevoll begleitet von Jacqueline.
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Lasse aus Hamburg, liebevoll begleitet von Jacqueline.

Menschen mit Mehrfachbehinderungen feiern im Rahmen eines Sommercamps ein fröhliches Sommerfest im Förderzentrum Südtondern

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27. Juli 2015, 10:43 Uhr

Das Förderzentrum Südtondern (ehemals Drei-Harden-Schule) ist zurzeit Standort eines zweiwöchigen Sommercamps für mehrfach schwerstbehinderte Menschen. Veranstalter dieser Freizeit ist der „Förderverein Haus Komet“ zusammen mit der „Haus-Komet gGmbH“. Leiterin des Camps ist die Diplom-Psychologin und Konduktorin Rebecca Albers.

Jetzt feierte das Camp Halbzeit in Form eines Sommerfestes. An der Veranstaltung nahmen zwölf Klienten mit ihren Betreuern teil. Und als Gäste kamen etwa 40 Eltern, Geschwister und Mitglieder des Fördervereins. Zu den Teilnehmern gehörten je drei Klienten und Betreuer aus Österreich und Hamburg.


Internationale Gäste beim Sommerfest


Unter den Betreuern war auch Vivien Nagy, eine frischgebackene Konduktorin aus Budapest, die im Camp hospitierte, um Erfahrungen zu sammeln. Das deutet auch bereits darauf hin, dass Rebecca plant, eine Ausbildungsstätte für Konduktiv-Rehabilitationsassistenten (CORA) einzurichten. Bekanntlich plant die Haus-Komet gGmbH außerdem den Bau eines konduktiven Förder- und Fortbildungszentrums im Ortsteil Deezbüll und ist, wie Rebecca Albers anklingen ließ, mit ihren Planungen „gut voran“. Das stationäre Projekt sei für acht Wohnplätze vorgesehen sowie für vier Plätzen für Kurzzeitaufenthalte, hieß es.

Zu den im Sprachgebrauch nicht alltäglichen Termini: Das Kürzel Komet steht für „konduktive Mehrfachtherapie“, wie die Behandlung von Menschen mit cerebral bedingten sensorischen, motorischen und Mehrfachbehinderungen bezeichnet wird. Der Begriff Konduktion (kommt vom lateinischen Verb conducere = zusammenführen) sowie das darauf aufbauende Förderungssystem wurde vom ungarischen Arzt und Bewegungspädagogen Dr. András Petö in den 1940-er Jahren entwickelt. Unter diesem Aspekt werden auch die Niebüller Klienten behandelt, betreut, therapiert und in Obhut genommen.

Was sie bei Rebessa Albers gelernt haben, davon gab es Kostproben beim Sommerfest mit Gesang, Bewegung und Percusssionsübungen, für die leere Cola-Buddeln herhielten. Darüber hinaus gab es Gelegenheit zur Unterhaltung, zu der übrigens auch der Saxofonist Ralf Himmel beitrug. Inzwischen ist wieder der Alltag im Camp eingekehrt. Das Leben spielt sich in den ehemaligen Klassen- und Funktionsräumen sowie in der Turnhalle der einstigen Schule ab, die die Stadt den „Kometen“ zur Verfügung gestellt hat. Rebecca Albers nahm das Sommerfest auch zum Anlass, den hilfreichen Sponsoren zu danken, die sich dieser segensreichen Einrichtung nicht nur mit Herz, Hirn, Händen und Humor, sondern auch mit Geld und Sachleistungen zur Seite gestellt haben.

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