Husky-Scooter : Ein Hundeschlitten auf zwei Rädern

Die Huskys  von Daniel Grahmann  haben jede Menge Kraft uhd Energie.
Die Huskys von Daniel Grahmann haben jede Menge Kraft uhd Energie.

Nordfriesland statt Sibirien: Die Huskys von Familie Grahmann werden statt vor ein Schneegefährt vor einen Scooter gespannt, um sich auzupowern

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05. November 2013, 08:00 Uhr

Im Winter jagen die Hundegespanne durch die endlosen Eiswüsten Sibiriens. Diese abenteuerliche Tradition hat sich jetzt sogar bis ganz nach Nordfriesland ausgebreitet: In der Gemeinde Galmsbüll beherbergt die Familie Grahmann seit gut einem Jahr vier Sibirische Huskys. Eine Hunderasse voller Temperament und voller Kraft – nicht besonders gut geeignet, um mit ihnen auf dem Sofa zu schmusen. Dafür aber umso besser, um mit ihnen jede Menge Abenteuer zu erleben, denn all die Energie muss auch ein Ventil bekommen. Deshalb hatten Daniel Grahmann – Schüler der Regionalschule in Niebüll – und sein Vater die Idee, die Tiere vor ein Fahrrad und einen Scooter zu schnallen. Mit zwei Hunden pro Gespann haben sie so quasi einen Hundeschlitten auf Rädern. „Die haben echt Power!“, berichtet Tanja Grahmann, die Mutter von Daniel Grahmann. „Wenn die zwei Anlauf nehmen, dann hast du keine Chance. Sobald sie auf den Feldern ein Reh entdecken, kann es schnell passieren, dass du im Graben landest!“ Aus diesem Grund überlässt sie die Fahrten mit den Hunden auch lieber ihrem Mann Jens und ihrem Sohn Daniel. Vor allem Daniel Grahmann hat seit der Entscheidung, sich Huskys anzulegen, einen großen Teil seiner Freizeit in das neue Hobby gesteckt. Nicht nur, dass er täglich viel Zeit draußen mit den Hunden verbringt, er hat sogar ein großes Gehege im Hinterhof des Hauses für sie gebaut. Und natürlich ist er mindestens einmal pro Tag mit den Tieren unterwegs. Bei kalten Temperaturen wird dann das maßgefertigte Hundegeschirr ausgepackt. Ein Glück für Daniel Grahmann, dass der Winter sich in diesem Jahr bis in den April gezogen hat, denn so konnte er umso mehr mit den Tieren am Scooter und Fahrrad üben. „Es ist viel Kontrolle und Disziplin nötig“, berichtet der Husky-Fan. „Die Tiere müssen beim Laufen zusammenpassen und lernen, sich in einem Tempo zu bewegen. Wenn die Hunde dann erstmal eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht haben, funktioniert das Laufen plötzlich von ganz allein. Wir haben dafür lange getestet, welche unserer Hunde am besten zueinander passen.“

Die Hunde schaffen eine Geschwingkeit von bis zu 25 Kilometer pro Stunde. Das birgt natürlich ein Unfallrisiko, aber bisher ist bei den Fahrten noch kein Unglück passiert. 25 Kilometer pro Stunde sei sowieso nicht das beste Tempo für eine längere Fahrt, etwas gemäßigter sollte man schon fahren, damit die Tiere bis zum Ende durchhalten. Verständlich, wenn man bedenkt, dass Daniel Grahmann und sein Vater oft eine volle Stunde mit den Hunden unterwegs sind. Natürlich treffen sie bei ihren Fahrten auch auf einige erstaunte und meist sprachlose Fußgänger und Autofahrer. Daniel kann bei den starken Tieren von Glück sprechen, dass er nicht die Kontrolle über sie verliert, wenn sich ein Fahrzeug nähert. Nur die Straße freizugeben, das scheint für die Hunde noch nicht so einfach.

Die vielen Spaziergänge und das gemeinsame Rumtoben haben den 16-jährigen Daniel und die Tiere eng zusammengeschweißt. „Normalerweise ist der Rüde der Rudelführer.“, erzählt Tanja Grahmann lächelnd. „Für unsere Hunde ist das aber eher Daniel.“ Auf die Frage, wie es denn bei Schneefall mit den Fahrrädern als Schlitten weitergehen sollen, antwortet der Schüler: „Wir werden es weiterhin versuchen. Wenn es nicht klappen sollte, müssen wir uns einen echten Schlitten besorgen!“

 

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