Willkommen in Waygaard : Ein ganzes Dorf will den "Adebar"

Nestbau für Meister Adebar:  Hoch oben auf der Bühne  steht  Arne Christiansen.  Foto: Ursula Konitzki
Nestbau für Meister Adebar: Hoch oben auf der Bühne steht Arne Christiansen. Foto: Ursula Konitzki

Die Waygaarder haben sich etwas besonderes einfallen lassen. Von dem Jahreserlös ihrer diversen Veranstaltungen haben sie ein Storchennest beschafft und hoffen, dass es genutzt wird.

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22. Oktober 2008, 09:13 Uhr

Waygaard | Die Waygaarder Dorfbewohner möchten in den Sommermonaten Meister "Adebar" in ihrer Mitte aufnehmen. "Das Nest ist bereitet, jetzt müssen wir abwarten, ob sich Familie Weißstorch bei uns niederlässt", hofft Karl-Ludwig Neumann. Er hatte die Idee, aus den Überschüssen des Weihnachtsmarktes 2007 sowie der diesjährigen Fußgängerrallye und Dorffest ein Nest für die majestätischen Vögel zu installieren.

Rund 600 Euro mussten für das Material aufgebracht werden. Den Nestbau bewerkstelligten die Dorfbewohner ehrenamtlich. Die Erlöse aus den jährlichen Veranstaltungen von Feuerwehr und Schützenverein fließen stets in die Dorfgemeinschaftskasse. Mit dem Geld werden Anschaffungen im Dorf getätigt, die allen Bewohnern zugute kommen. Dieses Jahr war nun das Storchennest "dran".

Die älteren Dorfbewohner erinnern sich, dass "in früheren Zeiten die Störche immer in Waygaard gebrütet haben." Karl-Ludwig Neumann: "Nahrung gibt es hier ja genug." Bottschlotter See, Soholmer Au, Speicherbecken, Kanäle, Gräben und Feuchtgebiete wie Fluss auen und Grünlandniederungen sind reichlich vorhanden, die genug Frösche und Fische beherbergen. Auch Regenwürmer und Insekten sind keine Mangelware, so dass einer Besiedelung des Weißstorches - lateinisch "Ciconia ciconia" - eigentlich nichts im Wege steht. Er muss nur im kommenden Frühjahr das Nest in Waygaard entdecken.
Bei Regen in luftige Höhe
Dieses ist mit viel Liebe von den Storchen-Freunden hergerichtet worden. Bei strömendem Regen kletterte Arne Christiansen von der Feuerwehr auf die Bühne und ließ sich in luftige Höhen bis an die Spitze eines ehemaligen Strommastes hieven. Dort befestigte er Drahtgestell und Korb und polsterte das Nest mit Baumrinde und Reisig aus. Ein Klacks weiße Farbe soll den Störchen im kommenden Jahr signalisieren, dass das Nest schon einmal bewohnt war. "In ein neues Nest ziehen sie nicht", weiß der "Storchenvater" Kurt Carstensen aus Erfahrung. Er hat in Fahretoft zwei Nester vorbereitet, die bisher aber leider noch nicht von den Schreit-Vögeln mit den langen roten Beinen bezogen wurden. Ein zweiter nicht mehr benötigter Strommast in Waygaard bleibt ebenfalls stehen. Ein dazwischen gespanntes Drahtseil soll vor allem Schwalben als Rastplatz dienen, weil, so Neumann, "das immer so schön aussieht, wenn sie da alle nebeneinander sitzen wie vorher auf der Stromleitung".

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