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Einweihung in Niebüll : „Ein ganz besonderes Ehrenmal“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Eine neue Gedenkstätte wurde am Sonntag an der Apostelkirche eingeweiht. Der Ehrenmalsverein wurde von Stadt, Amt, Kirche und anderen unterstützt

„Hier, wo alles begann, sind sie zurückgekehrt: Mitbürger, Ehemänner, Väter und Söhne. Gleich um die Ecke herum gingen sie zur Schule, wurden getauft, konfirmiert und getraut. Sie gingen durch diese Pforte oder rannten als Kinder hindurch – und kehrten nie wieder zurück.“ Worte des Gedenkens an 108 Gefallene in zwei Weltkriegen sprach Deezbülls früherer Wehrführer Harro Limbrecht am neuen Ehrenmal auf dem Friedhof an der Apostelkirche, das gestern eingeweiht wurde. Es ersetzt das bisherige Ehrenmal im früheren Deezbüller Pastoratsgarten, der nun wieder der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde zurückgegeben wird.

Das hier sei ein ganz besonderes Ehrenmal, erklärte Nommen Nommensen, der Vorsitzende des Deezbüller Ehrenmalsvereins – „ein Ehrenmal in der Trägerschaft eines Vereins“. Dieser wurde 1952 gegründet und errichtete zwei Jahre später auf Initiative von Dr. Peter Boysen in der Nähe des Geburtshauses von Carl-Ludwig Jessen eine Ehrenmalsanlage, bestehend aus einem Betonblock mit Gedenktafel, Kreuz, und Rasenfläche mit rundum angeordneten Namens-Steinen sowie einer massiven Pforte.

Das neue Ehrenmal besteht aus zwei flachen Steinsäulen, in deren Mitte ein Kreuz sichtbar sind. Auf jeder der beiden Säulen sind die Namen der Gefallenen und deren Alter zu lesen – inbegriffen auch Gefallene aus den deutschen Ostgebieten, deren Angehörige in Niebüll-Deezbüll eine neue Heimat gefunden haben.

Der Wechsel des Ehrenmals an die Kirche erfolgte nach den Worten Nommensens, weil der alte Standort immer weniger wahrgenommen wurde. Der Ehrenmalsverein wurde dabei von der Stadt, dem Amt, der Kirchengemeinde, dem Landeskirchenamt und dem Denkmalsschutz unterstützt.

Gestaltet wurde das Denkmal von Steinmetz Udo Funk – und seine Errichtung finanziell unterstützt von der Lorenz-Jannsen- und der VR-Bank-Stiftung sowie vom Bürgerwindpark Niebüll. Bürgervorsteher Uwe Christiansen dankte dem Ehrenmalsverein und seinen ehrenamtlichen Helfern für ihren Einsatz zur Erhaltung der bisherigen Gedenkstätte und für die gut gelungene neue Lösung.

Mit dem Ehrenmalsverein verbinden sich Namen wie Peter Boysen, Jochen Kühl und Momme Andersen, mit den Namen der Gefallenen die Erinnerungen an viele Deezüller Familien, die außer dem Vater teilweise bis zu drei und mehr Söhne verloren haben. In der einst kleinen Gemeinde Deezbüll gab es kaum eine Familie, in der nicht um einen Angehörigen getrauert wurde.

Dem Verein zur Pflege des Deezbüller Ehrenmals ist das Gedenken an die Gefallenen und die zivilen Opfer von Krieg und Verfolgung seit Jahr und Tag Ehrensache. Der Feuerwehrmusikzug Emmelsbüll-Horsbüll begleitet die Feierstunde seit 20 Jahren. Die Stadt, die FF-Traditionsgemeinschaft, der Ehrenmalsverein, das Schützenkorps, die Kirchengemeinde, der Sozialverband Deutschland und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge legen Kränze nieder. Die gestrige Feierstunde zum Volkstrauertag war gut besucht wie selten zuvor.


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erstellt am 16.Nov.2014 | 12:56 Uhr

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