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Nordfriesland Tageblatt

11. Dezember 2017 | 03:40 Uhr

Ein Fitnessprogramm für Ältere

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

von
erstellt am 20.Okt.2014 | 12:16 Uhr

Bewegung macht Spaß. Unter diesem Motto lud die damalige Deezbüller Pastorin Kirsten Christophersen in der Mitte der 1990-er Jahre alle die ein, denen es aufgrund des Alters oder physischer Beeinträchtigung nicht mehr möglich war, die sportlichen Offerten eines Sportvereins oder einer Tanzschule in Anspruch zu nehmen.

Das war die Geburtsstunde der Seniorengymnastik, geleitet zuerst von Christa Görges und heute von Jutta Timm sowie der Sitzgymnastik unter Leitung von Edith Wrege. Träger beider Angebote wurde die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Niebüll.

Die Seniorengymnastik findet jeden zweiten Freitag im Monat statt, die Sitzgymnastik jeden dritten Donnerstag. Übungsorte waren zunächst das Deezbüller Pastorat und nach dessen Abbruch das Naturkundemuseum. Heute ist es das „Haus Hinte“.

Wieviel die Sitzgymnastik-Gruppe ihren regelmäßigen Besuchern bedeutet, was sie ihnen gibt, zeigt ein Besuch. Heute sind es elf Frauen, die dabei sind, ihre Übungen zu absolvieren: zwei im Alter zwischen 70 und 80; sechs zwischen 80 und 90, zwei über 90-Jährige und mit Dina Pohl (101) die zurzeit älteste Niebüllerin. Teils sind sie zu Fuß, teils mit dem Fahrrad zum Veranstaltungsort gelangt. Die Meisten haben Rollatoren dabei, die im Flur „parken“.

Im Übungsraum ist flotte Musik zu hören, dazwischen fröhliches Stimmengewirr der betagten Damen und zuweilen das Klappern der Klanghölzer. Der eine oder andere Lacher hallt durch den Raum, unterbrochen von den „Kommandos“ der Tanzleiterin. In diese Szenerie passte nahezu goldrichtig das, was Dr. Siegfried Lehrl von der Gesellschaft für Gehirntraining von sich gab, als er sagte: „Tanzen schult Gleichgewicht und Koordination, stärkt Herz und Kreislauf.“ Außerdem, meinte er, jede Form rhythmischer Bewegung zu Musik habe ganzheitlich positive Effekte.

In der Übungsstunde ist exemplarisch zu sehen, was das fröhliche Dutzend von Seniorinnen so alles bewegt. Arme, Hände, Finger – desgleichen Schulter und Wirbelsäule sowie Hüfte, Knie- und Fußgelenke, wobei die Bewegungen auch noch variierten. Und das alles zu Musik: mal flott, modern und als Ohrwurm, jedoch immer rhythmisch und „taktvoll“.

So ganz ohne Hilfsmittel geht es natürlich nicht. Benutzt werden Klanghölzer, selbstgemachte elastische Bänder, Tennisbälle und die Zauberschnur. Letztere ist ein stramm gespanntes Gerät, das die Gruppe zusammenführt und jeden aus ihrer Mitte fordert – ganz abgesehen, dass es auch einigen Spaß bringt.

Womit diese unternehmungslustige Mannschaft jung gebliebener Damen am Ausgangspunkt ihrer tänzerischen Variante wäre, die bei jeder ihrer Übungsstunden heißt: „Bewegung macht Spaß.“

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