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Nordfriesland Tageblatt

19. August 2017 | 12:09 Uhr

Narzissenfest : Ein Fest der Besonderheiten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Durchwachsenes Wetter konnte die Stimmung auf „Hilligenbohl“ nicht trüben: Besucher erlebten prächtige Narzissen und andere Schönheiten

Der Wind war entschieden zu pustig. Einen Deut zu kühl war es auch. Und auf den Regen hätten man auch verzichten können. Nordfriesland ließ wieder einmal grüßen. Und das auch zum 18. Narzissenfest auf „Hilligenbohl“, wie das traumhaft schöne Friesenhaus am Nordersten Weg im Kleiseerkoog (Gemeinde Galmsbüll) heißt.

Die Idylle dieser märchenhaften Adresse in der nordfriesischen Marsch wird betont durch den 10  000 Quadratmeter großen Garten, in dem zurzeit an die 100  000 Narzissen zu bewundern sind und, angetrieben durch eine etwas frühe Vegetation, zurzeit in voller Blüte stehen. Dunja Kirchner, Gartenarchitektin, Fachfrau im Garten- und Landschaftsbau und Tochter von Hausherrin Ute Kirchner, hält Vorträge und stillt den Wissensdurst der Besucher mit Vorträgen aus der Welt der „Actaea“, wie diese Blume wissenschaftlich genannt wird. Von ihr erfährt der interessierte Gast, dass es weltweit an die 24  000 Narzissensorten gibt, von denen 130 auf Hilligenbohl vertreten sind und zu denen Jahr um Jahr einige hinzu kommen.

Unbestrittene Königin unter den Narzissen im Kleiseerkoog ist die mit dem Namen Narzissus poeticus (auf Deutsch „Dichternarzisse“). Man erkennt sie an den creme-weißen Blütenblättern und der gelb-roten Krone in deren Mitte. Diese Schnitt-, Beet- und Rabattenpflanze ist giftig und daher gegen „Wildverbiss“ geschützt. Besungen wurde sie schon vom Römer Ovid – und auch in der griechischen Mythologie, nach der vom Jüngling Narziss die Rede war, er sei von Göttin Nemesis gezwungen gewesen, sich selbst zu lieben. Woraus auch Eigenschaften wie Egoismus und Eitelkeit erwuchsen. Trotz allem blieb die Narzisse „wirtschaftlich bedeutsam“ – und ist als Symbol für Leben, Frische und Lebendigkeit begehrt. Und – unbestritten – ist sie eine Schönheit. Auf Hilligenbohl waren sie und ihre Artgenossinnen, bewegt durch einen frischen Wind aus der Marsch nebenan, von allen Seiten zu bewundern.

Wie immer gab es im Garten von Ute Kirchner weitaus mehr zu sehen und zu erleben. Das Narzissenfest ist auch ein Fest der Sinne und Besonderheiten. Da stellte Kathrin Borowski (Reimersbude) aus dem Verein „Küste gegen Plastik“ Meeresmüll vor, den sie gesammelt und zu Kinderspielzeug kunstvoll umgestaltet hat – allerdings verbunden mit dem Wunsch auf Bewusstseinskontrolle. Eine aus Dortmund stammende Grafikerin stellte eine nostalgische Kochbuchserie aus und empfahl den Festbesuchern, den Kaufpreis selbst zu bestimmen.

Und immer wieder begegnete der Besucher Ausgefallenem und Schönem, wie die gefüllte Narzisse namens „Rip van Winkle“, eine historische Züchtung aus Irland und ein Beispiel dafür, dass jede Sorte ihre Geschichte hat. Der Besucher des Narzissenfestes erlebte auf Hilligenbohl einen Cocktail von Besonderheiten und hatte schließlich Gelegenheit, seinen Garten mit der einen oder anderen Narzisse zu bereichern. Was er mit seiner Bestellung in Auftrag gab, bringen holländische und englische Lieferanten zur Pflanzzeit in den Versand.

Auch das diesjährige Narzissenfest erforderte eine intensive Vorbereitung. Ute Kirchner hatte wie immer Hilfe von ihren Töchtern Dunja und Clara sowie Sohn Nils. Besondere Unterstützung gab es auch von den Nachbarn. „Hans-Heinrich und Inken Steffens haben mir sehr geholfen“, blickte Ute Kirchner zur anderen Straßenseite hinüber – und ab und zu auch in den nordfriesischen Himmel, aus dem nach Regen, Wind und kühlen Temperaturen auch ab und zu die Sonne lächelte.

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erstellt am 24.Apr.2017 | 06:00 Uhr

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