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Nordfriesland Tageblatt

19. August 2017 | 17:38 Uhr

Nach Autounfall : Ein Dankeschön über Umwege

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Erst über die Rubrik „Friesenschnack“ erfuhr Norbert Ratschke, wer ihm Ende Juli nach einem Autounfall auf der Grenzstraße half.

Nach einem Verkehrsunfall wollte der Zivilangestellte bei der Bundeswehr einfach nur Danke sagen. Bloß bei wem? An den genauen Unfallhergang kann sich Norbert Ratschke (57) bis heute nicht mehr erinnern. Dass ihm aber zwei Frauen und ein Mann nach seinem Unfall vor wenigen Wochen geholfen hatten, das wusste er noch. Doch auch die Polizei kannte nicht die Namen und Adressen der Retter. Und so wandte sich der Ladelunder an das Nordfriesland Tageblatt, das eine entsprechende Meldung in der Rubrik „Friesenschnack“ veröffentlichte. Schon einen Tag später meldeten sich Nicole Bossen aus Süderlügum und Tanja Christiansen aus Humptrup in der Redaktion. Sie hatten den Aufruf nicht einmal selbst gelesen, sondern jeweils von Bekannten, denen sie von dem Unfall erzählt hatten, erfahren, dass sie „gesucht“ werden.

Ein Rückblick: Norbert Ratschke befuhr am 27. Juli mit seinem Pkw Citroen C 3 die Grenzstraße von Flensburg Richtung Süderlügum, als er gegen 18 Uhr in Höhe Bramstedtlund bei regennasser Fahrbahn plötzlich ins Schleudern geriet. Das Auto muss sich in der leichten Kurve überschlagen haben, denn es stand plötzlich wieder in Fahrtrichtung, aber auf der anderen Straßenseite. Was genau in den wenigen Sekunden geschah, daran kann sich Norbert Ratschke nicht mehr erinnern. Er weiß nur, dass zunächst ein Mann herbeieilte, der auch gleich fragte, wie es ihm ging und den Notruf abgesetzt hatte. Unter Schock stehend antwortete er: „Ja, es geht mir gut.“ Da kamen auch schon Nicole Bossen, eine ausgebildete Krankenschwester, und Tanja Christiansen hinzu. Sie übernahmen sofort die Erstversorgung, setzten das Unfallopfer in das Auto, fühlten den Puls und verbanden die Schnittwunden an der Hand. Sie hofften, dass keine inneren Verletzungen entstanden waren. Alle Beteiligten waren triefnass, denn es goss in Strömen. Die unbekannte männliche Person, bei der sich Norbert Ratschke ebenfalls bedanken möchte, wartete im eigenen Auto bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.

Mit dem Rettungswagen wurde Norbert Ratschke dann in das Diako-Krankenhaus nach Flensburg gebracht. Dort wurde er untersucht, geröntgt. Die Ärzte gaben Entwarnung, denn außer den Schnittwunden und leichten Verstauchungen an beiden Handgelenken war Norbert Ratschke nichts weiter passiert – am Auto des Ladelunders aber entstand ein Totalschaden.

Noch am gleichen Abend konnte Ratschke von seiner Vermieterin wieder aus dem Krankenhaus abgeholt werden und noch in der selben Nacht eilte seine Tochter aus Bremervörde zu ihrem Vater nach Ladelund. „So viel Hilfe zu bekommen, ist doch keine Selbstverständlichkeit“, lautet das Fazit des dankbaren Ladelunders.

Aus diesem Grund hat nun Norbert Ratschke seine Erst-Helferinnen in ein Bistro nach Süderlügum zum Kaffee eingeladen. Es war Norbert Ratschke ein großes Anliegen, sich persönlich bei den beiden Frauen zu bedanken und ihnen jeweils einen hübschen Blumenstrauß zu überreichen. „Ich kann mich aber an keines der Gesichter mehr erinnern“, fügte er schmunzelnd hinzu und bedauert, dass sich der männliche Helfer bislang leider nicht gemeldet hat.

Obwohl Nicole Bossen und Tanja Christiansen noch am nächsten Tag nach dem Unfall daran „zu knabbern“ hatten, das Erlebte seelisch zu verarbeiten, waren alle doch sehr froh, dass nicht mehr passiert war.

 

 

 

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erstellt am 07.Okt.2015 | 14:15 Uhr

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