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Nordfriesland Tageblatt

24. August 2017 | 00:02 Uhr

Musik : Ein betörendes Klangbild

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Mit Harfe und Gitarre boten Mirjam Schröder und Maximilian Mangold den Zuhörern im Rathaussaal eine musikalische Erlebnisreise

„Romantische Saitenklänge“ – so lautete das Thema des Konzertes, mit dem der eingetragene Verein „Musikfreunde in Leck und Umgebung“ im Sitzungssaal des Lecker Rathauses seine Konzertsaison 2014/2015 eröffnete. Als ausführende Künstler hieß die Vorsitzende der Gastgeber, Heidi Specht-Christel, Mirjam Schröder (Harfe) und Maximilian Mangold (Gitarre) willkommen, die sie scherzhaft als „Lecker Duo“ bezeichnete. Denn zum einen waren beide renommierten Instrumentalisten – teils als Solisten, teils als Duo – bereits mehrmals in Leck zu Gast. Zum anderen wurde das Ensemble vor sechs Jahren auf Anregung von Dr. Burkhard Forbrich, dem damaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Lecker Musikfreunde, ins Leben gerufen.

Als vermutlich weltweit einziges Duo in dieser Besetzung feiert es im In- und Ausland große Erfolge. In diese Serie fügte sich – wie sich zeigen sollte – auch ihr jüngstes Konzert in Leck ein. Mit Blick auf die Programmübersicht, die – neben Werken zweier Romantiker aus dem 18. und 19. Jahrhundert – überwiegend Kompositionen zeitgenössischer Tonsetzer auswies, bekannte Heidi Specht Christel: „Ich bin sehr gespannt, wie moderne Romantik klingt.“

Zunächst jedoch interpretierten Mirjam Schröder und Maximilian Mangold als vorzüglich aufeinander eingespieltes Duo zwei für ihre Besetzung eingerichtete Sätze von Antonio Soler, die ursprünglich für das Cembalo geschrieben wurden. Ihre Themen, versehen mit zahlreichen Verzierungen, ließen die künstlerische Nähe des Komponisten zu Domenico Scaralatti erkennen. Die weichen Klänge der Harfe und die etwas härter zu vernehmenden Töne der Gitarre mischten sich in reizvoller Weise zu einem ausgewogenen, betörenden Klangbild. Beim Vortrag des einleitenden „Andante“ wie auch beim nachfolgenden, sehr bewegten „Allegro“ mit seinem stürmischen Schlussteil lösten sich beide Instrumente nach Art eines Dialogs bei der Melodieführung ab. Es folgten die beiden ersten Sätze einer Suite von Narciso Saul: ein moderner Tango, dessen nicht wirklich zum Tanzen einladenden Rhythmus die Musiker durch Klopfgeräusche hervorhoben, und eine zumeist cantabile interpretierte Milonga. Beide Instrumentalisten traten auch je einmal in überzeugender Weise als virtuose Solisten in Erscheinung. Maximilian Mangold spielte eine Folge von vier anspruchsvollen Sätzen von Roberto Calvo ein „Kleines Lied“, eine popartige Ballade, ein verträumtsn „Sonrisal“ und den temperamentvollen Schlusssatz, der viele Einflüsse des Jazz erkennen ließ.

Mirjam Schröder begeisterte das Publikum durch ihre höchst virtuose und zugleich gefühlvolle Darbietung der einfallsreich geschriebenen Variationen über „Je suis en core dans mon printemps“ von Louis Spohr. Den Klang zeitgemäßer Romantik verdeutlichten in besonderem Maße drei von Sergio Bosser verfasste Sätze, die sich mit dem Gebiet „Paraná“ befassten und dabei dem Mond, der Küste und dem gleichnamigen Fluss huldigten. Harmonisch und rhythmisch noch moderner zu ging es bei einem in Töne verwandelten nächtlichen Bild und einem launischen Tanz, beide komponiert von Konstantin Vassiliev. In der „Fantasia Concertante“ von Marco Pereira schwankte die Stimmung zwischen Gelassenheit, jubelnder Fröhlichkeit und herzerweichender Melancholie: ein wahrer Hörgenuss.

Die Zuhörer wurden darauf hingewiesen, dass die obengenannten Kompositionen von Pereira (geb. 1950) Bosser (*1967) und Vassiliev (*1970) eigens für das Duo Schröder/Mangold geschrieben und diesem gewidmet wurden. Nachdem die Zuhörer lebhaften Beifall gespendet hatten, fasste Heidi Specht-Christel deren Dank in Worte, woraufhin das Duo noch mit einer Zugabe aufwartete: einem Walzer von Narciso Saul.

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erstellt am 10.Sep.2014 | 05:00 Uhr

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