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Nordfriesland Tageblatt

23. November 2017 | 19:55 Uhr

Ein ausgezeichneter Klettergarten

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In Leck können sich auch Rollstuhlfahrer sportlich betätigen – dafür verleiht der Sozialverband Deutschland (SoVD) sein Gütesiegel

von
erstellt am 30.Mai.2016 | 11:27 Uhr

„Sie haben überlegt geplant und gebaut. Sie haben an Menschen mit Behinderungen gedacht und gleichwohl an die ältere Generation“, lobte der Vorsitzende des Landessozialverbandes Schleswig-Holstein, Wolfgang Schneider, den Betreiber des Klettergartens „Filu“, Hans-Günter Lund. Er war nicht mit leeren Händen gekommen: Für dieses Engagement zeichnete Schneider die Einrichtung mit dem SoVD-Gütesiegel aus.

Just als der hohe Besuch aus Kiel angereist kam, erlebte Jennifer Wustrau aus Haan/Nordrhein-Westfalen das Fahren und Klettern im Rollstuhl hoch über der Erde. Sie genießt zurzeit ihren Urlaub in Nordfriesland. Auf den Hochseilgarten wurden ihre Begleiter durch einen Prospekt aufmerksam. Ja, das wolle sie ausprobieren, hatte Jennifer Wustrau gemeint: „Ich hatte zwar ein wenig Angst, aber Vertrauen zu den professionellen Helfern.“ Anschließend schwärmte sie: „Es war sehr, sehr schön und eine total neue Erfahrung.“

Nicht nur diese Aussage überzeugte den Landesvorsitzenden: „Sie arbeiten nicht nur an der körperlichen, sondern auch an der psychischen Kompetenz der Menschen mit Handicap.“ Der Klettergarten sei ein gutes Beispiel, in Schleswig-Holstein gebe es nichts Vergleichbares, sagte Wolfgang Schneider. Bei der Verleihung fügte er hinzu: „Noch vor wenigen Jahren wäre es für viele unvorstellbar gewesen, dass auch Menschen mit Behinderung – sogar Rollstuhlfahrer – problemlos einen Klettergarten nutzen können“. Der Betreiber von Filu habe „Vorbildliches geleistet und dem inklusiven Miteinander in Schleswig-Holstein einen großen Dienst erwiesen“.

Über das Gütesiegel des Sozialverbandes, die Urkunde und die Plakette freute sich Hans-Günter Lund. Vor Jahren habe er bei einem Seminar eine Handicap-Sportgruppe kennenlernen dürfen und fortan mit dem Gedanken gespielt, auch etwas Sportliches zur Inklusion beizutragen, erklärte der Betreiber. „Da ist die Idee für den barrierefreien Klettergarten entstanden, die schließlich mit viel Herzblut realisiert wurde.“

Nun gibt es einen „Kern-Kletterbereich“, der mit flachen Ebenen so gebaut wurde, dass Rollstuhlfahrer hier mit oder ohne Hilfe klettern können. Darüber hinaus ist eine Kletterwand angeschafft worden, die ebenfalls von Menschen mit einer Gehbehinderung bewältigt werden kann. „Hilfe ist ständig vor Ort“, versicherte Hans-Günter Lund.

Neben Menschen mit Gehbehinderung nutzten häufig auch Gäste mit kognitiven Einschränkungen mit Unterstützung den Hochseilgarten, hieß es weiter. Und Lund versprach: „Bei allen Formen von Behinderung ist das Team bemüht, Lösungen zu finden.“

Bürgermeister Andreas Deidert sagte, er sei stolz, eine solche Einrichtung in der Gemeinde zu haben. Er habe das Projekt von Anfang an unterstützt.Der Klettergarten hat außerhalb der Schulferien freitags bis sonntags ab 11 Uhr (letzter Aufstieg 16.30 Uhr) und im Juli und August täglich ab 11 Uhr (letzter Aufstieg 17.30 Uhr) geöffnet. Die Büroleitung und Koordination liegt in den Händen von Monika Bischoff (Telefon 04662/8815656).

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