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Nordfriesland Tageblatt

12. Dezember 2017 | 11:54 Uhr

Chormusik : Ein anspruchsvoller Hörgenuss

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

„Singet dem Herrn“ – diese Aufforderung hat das „Flensburger Vokalensemble“ in der Süderlügumer Marienkirche klangschön umgesetzt

shz.de von
erstellt am 06.Mär.2015 | 05:00 Uhr

„Cantate Domino – Singet dem Herrn,“ so lautete das Thema einer musikalischen Feierstunde in der Süderlügumer Marienkirche. Deren Charakter wies diese überwiegend als Konzert, teils aber auch als Gottesdienst aus. Gestaltet wurde das anspruchsvolle Programm vom „Flensburger Vokalensemble“ unter der Leitung der – selbst mitsingenden – Sopranistin Ingeburg Teufel, dem örtlichen Organisten Jochen Seeger (Begleitung der Gemeindechoräle) und Pastor Matthias Corves (Lesungen und Liturgie).

Nachdem das Doppelquartett mit dem klangschönen Lied „Alta trinita beata“ aus dem 15. Jahrhundert feierlich ins Kirchenschiff eingezogen war, hieß Pastor Corves die Sänger sowie deren erfreulich zahlreich erschienenen Zuhörer willkommen. Sodann eröffnete das je zwei Sopran-, Alt-, Tenor und Bassstimmen umfassende Vokalensemble den ersten Programmblock mit sakralen Liedern und Motetten, beginnend mit dem Titelbeitrag „Cantate Domino“ von Hans Leo Haßler aus dessen „Sacri concensus“. Dabei – wie auch bei allen folgenden Konzertbeiträgen – präsentierte der Mini-Kammerchor ein erstaunlich starkes, wohltuend sauber intoniertes Klangbild, ohne dass sich einzelne Stimmen in den Vordergrund drängten.

Auch extrem hohe oder tiefe Tonlagen bereiteten den hervorragend agierenden Vokalisten keine erkennbaren Schwierigkeiten. Als besonders reizvoll erlebte das Publikum den stilistischen Kontrast zwischen der Choralmotette „Lobe den Herren“ von Hugo Distler“ und dem gleichnamigen barocken Liedsatz von Johann Sebastian Bach. Stark gefordert war das Doppelquartett bei seiner Interpretation des romantischen Chorsatzes „Locus iste“ von Anton Bruckner. Ein Gefühl der Geborgenheit in Gottes Hand strahlte die frühbarocke, von Melchior Franck komponierte Motette „Er hat alles wohl gemacht“ aus. Grenzwertig gefühlsintensiv erklangen anschließend die Sätze „Mit der Freude zieht der Schmerz“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und der Hymnus „Ehre sei Gott in der Höhe“ von Friedrich Silcher.

Dass Matthias Corves für zwei Lesungen schlichte Texte von Matthias Claudius auswählte, machte Sinn, waren doch drei von dessen Vorfahren in der Zeit zwischen 1623 bis 1720 an der Süderlügumer Kirche als Pastoren tätig. Entsprechendes gilt für die von allen Versammelten gemeinsam gesungenen und von Jochen Seeger mit der Orgel schnörkellos begleiteten Liedern mit Texten von Claudius aus dem Evangelischen Kirchengesangbuch: „Mein schönste Zier und Kleinod“ und einigen Strophen aus dem Erntedanklied „Wir pflügen und wir streuen.“ Der zweite Liederblock umfasste einen Kanon weltlicher Lieder zum Frühlingsbeginn, darunter von Robert Schumann und Ludwig Uhland kunstvoll vertonte Gedichte von Hoffmann von Fallersleben, Johann Wolfgang von Goethe und anderen. Am nachhaltigsten beeindruckte die Darbietung des streng homophon gesetztes Chorliedes „Birke am Bergeshang“ von Antonin Dvoràk. Den Abschluss und zugleich musikalischen Höhepunkt des Konzertprogramms bildete das unmittelbar ins Ohr gehende „Abendlied“ von Josef Rheinberger. Danach erklatschte sich das begeisterte Publikum noch eine Zugabe: „Holder Frühling“ von Hoffmann von Fallersleben. „Ihr aus dem ,Osten‘ unseres Landes habt uns eine wunderbare Musik dargeboten,“ lobte Pastor Corves das Flensburger Vokalensemble.

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