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Weltenbummler : Ein abenteuerlicher Schwede zu Gast

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Einmal um die Welt will der 64-jährige Skandinavier Lars-Erik Frödeberg mit seinem Fahrrad reisen. Zehn Jahre hat er für diese Unternehmung eingeplant. Eine Panne zwang ihn zu einem Zwischenstopp in Dagebüll.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2013 | 05:00 Uhr

Nach der „Schönen Schwedin“ nun der „Verrückte Schwede“. Am vergangenen Wochenende war es die 61 alte Dampflok aus Kappeln, die in Dagebüll Station machte, am Montag der 64-jährige Schwede Lars-Erik Frödeberg. Beide sind sozusagen Nachbarn aus dem westschwedischen Industriegebiet Västergotland, die Lok in Trollhättan gebaut, der Rentner aus Bollerbygd stammend, von wo er mit seinem Drahtesel eine Radtour um die Welt angetreten hat – und in Dagebüll wegen einer Panne eine dreitägige Zwangspause einlegen musste.

„Mad Swede around the World“ – der verrückte Schwede rund um die Welt. Unter diesem Motto will er vier der fünf Erdteile umrunden und 200 000 Kilometer zurücklegen. Für seine Weltreise hat er zehn Jahre angesetzt und 50 000 Euro gespart, die ausreichen sollen, sich zu ernähren und sein Fahrrad mit Ersatzteilen zu versorgen und die eine oder andere Reparatur zu bezahlen, wie den Schaden in Dagebüll. Dort landete der bärtige Abenteurer mit einer verbogenen Radgabel, die ihm Roland Bläsing (Fahrradverleih und Fahrradreparatur, Nordseestraße) zu einem humanen Preis ersetzte. „Ich finde es toll, was sich der Schwede vorgenommen hat“, sagte der hilfsbereite Dagebüller, der das Ersatzteil bei der Konkurrenz besorgt hatte.

Lars-Erik Frödeberg ist zweimal gestartet: zuerst am 27. Juni 2012, dann am 2. April dieses Jahres. Die erste Tour musste er wegen Magenbeschwerden am 24. September 2012 abbrechen. „Doch jetzt bin ich okay“, klopft sich der Weltenbummler auf den Bauch. Gestartet ist er im nord-norwegischen Kirkenes, von wo er folgende Küstenroute geplant hat: Norwegen, Dänemark, Deutschland, Niederlande, Belgien, Frankreich, rund um Spanien und Portugal, Italien, Balkan, Griechenland und Türkei. Von dort aus rund um Afrika, hinauf nach Asien, weiter über Indien, China und Russland nach Alaska, Kanada, rund um Nord- und Südamerika und wieder hinauf bis Alaska und über Russland zum Start- und Zielort Kirkenes.

Wenn Lars-Frödeberg diese Tour geschafft hat, wird er zehn Jahre älter sein. Den Traum von einer solchen Tour träumte er zehn lange Jahre am Steuer seines Volvo-Trucks, mit dem er europaweit und bis in den Irak unterwegs war, jährlich 150 000 Kilometer zurücklegte und in 35 Dienstjahren über fünf Millionen Kilometer schaffte. Und wenn diese Tour geschafft sein sollte, wird er ein Buch über sie schreiben. Frödeberg meint, dass es Bestseller und Ansporn für alle leidenschaftlichen Randwandler werden könnte. Zur Ausrüstung des Schweden gehört ein stabiles Tourenrad mit einem dritten Rad hintendran. Zu seinen 80 Kilo Körpergewicht muss das Gefährt auf sechs Säcke verteilte weitere 70 Kilo Gepäck tragen, darunter Zelt, Schlafsack, Kochgeschirr, Kocher und anderes Zeugs. Wichtiger Bestandteil seiner Ausrüstung ist das Handy, dessen Akku er aus einer am Rad befestigten Solarzelle auflädt. Der Schwede ist unverheiratet, jedoch mit Ann-Charlott (58) aus Göteborg liiert, die er jeden Tag anruft. Lars-Erik Frödeberg spricht außer seiner Muttersprache nur Englisch. „Das muss reichen“, sagt er. „Wenn nicht, nehme ich meine Hände hinzu.“ Unterwegs hofft er auf die eine oder andere Einladung zum Essen und Trinken. Doch ansonsten will er mit 400 Euro im Monat auskommen. „400 Euro mal 120 Monate. Das sind 48000 Euro plus 2000 Euro fürs Fahrrad.“ Ob das auch reichen wird? Neben dieser Frage tauchen weitere auf. Lars-Erik, der mutige und abenteuerlustige Schwede, sieht ihnen mit Optimismus entgegen.







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