Eigentümliche Gestalten und allerlei Dorfleute

Albert Panten präsentiert das Skizzenbuch.
Albert Panten präsentiert das Skizzenbuch.

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23. Juni 2014, 09:45 Uhr

Der Niebüller Historiker und bester Kenner der friesischen Geschichte, Albert Panten (Foto), hat vor einiger Zeit die beiden Bände „Erzählungen eines Dorfpredigers, Bilder und Skizzen vom Lande“ von Pastor Friedrich August Feddersen wiederentdeckt.

Friedrich August Feddersen, seit 1880 Hauptpastor in Niebüll, berichtet in seinen Büchern über „Allerlei Dorfleute“. Es sind originelle Gestalten, so Albert Panten, Beschreibungen die es heute in dieser Form nicht mehr gibt. So berichtet der Pastor über Hannes und Hanna, „zwei kleine verkrüppelte Menschlein, die gleichwohl an jedem Gottesdienst teilnehmen“. Sie, stets mit einem großen Regenschirm ausgestattet, geht trotz ihrer Behinderung jedem Trauermarsch voran. „Einen eigenthümlichen und fast komischen Anblick gewährt es ... da der große Schirm das kleine Figürchen fast ganz bedeckt, so dass es aussieht, als wandle ein aufgespannter Regenschirm allein vor dem feierlichen Zuge einher!“

Hannes, der Bruder, mit Höcker und Fistelstimme ausgestattet, tut als Hausierer seinen Dienst in der Gemeinschaft. Seine Zigarren werden hoch gehandelt; obwohl er as Christenmensch niemanden übervorteilen will und selbige zu billig anbietet. Die jungen Herren finden das unter ihrer Würde – und zahlen nun den „doppelten und dreifachen Betrag“. Doch da das erworbene Kraut ihnen wenig zusagt, schenken sie ihm die Zigarre auch noch zurück. So kann er sein steinaltes Tantchen bequem durchfüttern.

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