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Nordfriesland Tageblatt

15. Dezember 2017 | 21:39 Uhr

Spende : Ehepaar stiftet 570 000 Euro teure Orgel

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Süderlügums St. Marienkirche erhält eine wertvolle Marcussen-Orgel.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2015 | 08:00 Uhr

Es ist eine Bereicherung, die im wahrsten Sinne des Wortes von sich hören lassen wird. Die St. Marienkirche in Süderlügum bekommt eine neue Orgel – gebaut vom weltbekannten Orgelbauer Marcussen & Søn im dänischen Apenrade. Das neue Kirchen-Instrument ersetzt die bisherige Andresen-Orgel, die nach Norderstedt verkauft wurde.

Die neue Marcussenorgel ist dem Stifter-Ehepaar Anne-Grete (81) und Carsten Hansen (88) aus Süderlügum zu verdanken, die ihrer Dorfkirche die 570    000 Euro teure Orgel als Geschenk vermachen und dazu eine Lautsprecheranlage sowie einen neuen Fußboden auf der Orgel-Empore für weitere 20  000 Euro. Noch ist das Musikinstrument im Bau. Es soll zum Beginn des nächsten Kirchenjahres fertig sein und in einem Gottesdienst am Sonnabend vor dem 2. Advent von den Eheleuten Hansen der Kirchengemeinde übergeben werden. Klaus Lichtenberg, pensionierter Lehrer und vorher Orgelbauer, gab in einem Pressegespräch nähere Erläuterungen zu dieser wohl weit und breit einmaligen Schenkung. Die Eheleute Hansen hätten den Wunsch, ihrer Kirche im Dorf zu einer neuen Orgel zu verhelfen, schon seit längerem gehegt. Der Entscheidung für die Schenkung gingen Beratungen mit dem Kirchenvorstand und Gespräche mit dem Apenrader Orgelbauer und seiner Chefin Claudia Zachariassen voraus. Mit der Norderstedter Thomas-Kirche war man sich angesichts der günstigen Offerte aus dem nordfriesischen Grenzort auch schnell einig. Jetzt ist die Orgel seit dem Frühjahr im Bau und dürfte pünktlich ihren Dienst aufnehmen. Einer, der sich besonders darauf freut, ist Organist Jochen Seeger.

Das Apenrader Orgelbauunternehmen wurde 1806 von Jürgen Marcussen gegründet und wird heute in der siebenten Generation von Claudia Zachariassen geleitet. Marcussen baute bisher weit über 1000 Instrumente, die auch weltweit exportiert wurden. Beim Orgelbauer sind 30 Beschäftigte tätig, die nicht nur Orgeln bauen, sondern diese auch restaurieren. Marcussen-Orgeln gibt es unter anderem in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis (1912) und im Schleswiger St. Petri-Dom (1963). Bei der neuen Marcussen-Orgel in der St. Marienkirche handelt es sich um ein barockes Instrument. Der Prospekt (Pfeifengehäuse der Orgel) soll andeuten, was das Instrument wiederzugeben vermag. Der Experte beschreibt die Orgel mit Fachbegriffen wie Haupt-, Brust- und Pedalwerk, spricht von 21 Registern und etwa 1000 Pfeifen, die von zwei Manualen zum Leben erweckt werden und ihre Luft aus einem elektrischen Gebläse erhalten, damit Barockkomponisten wie Bach, Bruhns, Händel oder Buxtehude zu Gehör kommen. Das Gehäuse wird aus massiver Eiche gefertigt.


21 Register und 1000 Pfeifen


Einzigartig mag das Süderlügumer Orgelprojekt auch von daher sein, weil seine Stifter etwas Optimales wollten und ihrem Auftrag die Forderung aufsetzten, dass das Beste gerade gut genug sei.

Die formelle Übergabe der Orgel an die Kirchengemeinde erfolgt feierlich. Carsten Hansen, ehemals Chef der örtlichen Sparkasse, wird im Gottesdienst am 5. Dezember um 14 Uhr zu Wort kommen, seine Beweggründe für die ungewöhnliche Spende nennen und dem Kirchengemeinderat die Schenkungsurkunde übergeben. Am 2. Advent um 17 Uhr findet das erste Konzert mit Kreiskantor Kay Krakenberg statt. Ein weiteres festliches Orgelkonzert ist am 3. Januar um 17 Uhr geplant: mit Landeskirchenmusikdirektor Hans-Jürgen Wulf (Hamburg) und Musik in der Weihnachtszeit.  

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