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Nordfriesland Tageblatt

19. November 2017 | 00:28 Uhr

Hilfeangebot : Echte Hilfe bei Essstörungen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Niebüllerin gründet Essstörungs-Selbsthilfegruppe / Erste Sitzung startet am Montag, 22. Juni, im BBZ

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2015 | 05:00 Uhr

Martje Jannsen, eine junge Niebüllerin, hat es hinter sich: Zehn Jahre dauerte ihr Weg von der ersten Essstörung zur Genesung. Sie hat durchgehalten; zuletzt halfen ihr ein stationärer Aufenthalt in einer speziellen Klinik und die daran anschließende Therapie.

Jetzt will sie anderen helfen, weil sie erfahren hat, wie gut es ist, sich mit anderen auszutauschen. Eine regelmäßige Gesprächsrunde und Unterstützung für jedermann gibt es beim Beratungs- und Behandlungs-Zentrum (BBZ) in der Westerlandstraße 3. Dort startet am Montag, 22. Juni, 18.30 Uhr, die erste Selbsthilfegruppe. „Jeder ist hier willkommen, Alter oder Geschlecht spielen keine Rolle“, so Martje Jannsen.

Kirsten Karberg vom BBZ fördert das Projekt. „Ich finde es total mutig, dass Martje Jannsen sich outet und engagiert. Man merkt: Hier traut sich jemand, seine eigene Problematik nach vorn zu stellen.“

Den Mut hat Martje Jannsen durch die Auseinandersetzung mit der Krankheit und in der Bewältigung gefunden. „Ich habe innerlich zu mir gefunden. Kann nun entspannt Essen gehen, genieße sogar gemeinsames Essen, was vorher eine Qual war.“ Auslöser für die Erkrankung waren Probleme im Umfeld; die Essstörung als ein Symptom für ungelöste, zwischenmenschliche Schwierigkeiten. Essstörungen entstehen nicht von heute auf morgen. Sie entwickeln sich, und die Übergänge von einem auffälligen Essverhalten zu einer krankhaften Störung sind fließend. Und so kann es anfangen: „Meine Gedanken kreisten immer stärker um Kalorientabellen, Lebensmittel, Gewicht und Figur. Essen passierte häufig heimlich, oder ich dachte mir Ausreden aus, damit ich nichts Essen musste.“ Ein gefährlicher Teufelskreis hatte begonnen.

Es ist klingt paradox; wenn man eine Essstörung hat, kann man Untergewicht oder Übergewicht haben. Viele Menschen mit Essstörungen haben aber ein ganz normales Gewicht, da das Essen zum Beispiel bei der Bulimie erbrochen wird. „Kotzt du noch oder lebst du schon?“ Dieser Frage stellte sich Martje Jannsen ganz bewusst – und fand die Antwort. In der Selbsthilfegruppe kann nun auch anderen die Idee nahegebracht werden, dass Hilfe möglich ist. „In der Gruppe entsteht das Gefühl: Ich bin nicht allein!“

Die Betroffenen sollten auf eigenen Wunsch kommen und nicht auf Druck von Eltern, Verwandten, Freunden oder anderen Beratungseinrichtungen. Sie sollten motiviert sein, Veränderungen in ihrem Leben zuzulassen. Nur eine regelmäßige Teilnahme ermöglicht es, dass Beziehungen geknüpft werden und Vertrauen in der Gruppe entstehen kann.

Nähere Informationen gibt es direkt bei Martje Jannsen unter Telefon 04661/7368895 (ab 16 Uhr) oder per E-Mail unter martje89gmx.de.
 

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