E-Auto und eigener Bahnhof

Das erste Dörpsmobil von Bosbüll ist Sonntag am Gemeindehaus zu sehen.
Das erste Dörpsmobil von Bosbüll ist Sonntag am Gemeindehaus zu sehen.

Auch in Bosbüll soll die Bahn auf der Strecke zwischen Niebüll und Tondern bald stoppen / Elektro-Dörpsmobil wird am Sonntag präsentiert

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10. März 2018, 17:25 Uhr

Mit Blick auf die Mobilität tut sich einiges in Bosbüll. Zum einen gibt es für den Carsharing-Verein „Bosbüll aktiv“ jetzt ein eigenes Elektrofahrzeug, das am Sonntag vorgestellt wird. Zum anderen bekommt die Gemeinde einen eigenen kleinen Bahnhof auf der Strecke der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft (neg) von Niebüll nach Tondern.

150 000 bis 200 000 Euro wird die neue Haltestelle laut Einschätzung von neg-Geschäftsführer Ingo Dewald kommen. Jeweils eine vergleichbare Summe investiert das Schienenunternehmen in die Erneuerung seiner Haltestellen in Maasbüll und Deezbüll. Wann genau im Sommer gebaut wird, steht noch nicht fest, beziehungsweise liegt in der Hand der Planfeststellungsbehörde.

Fest steht dagegen, dass die Züge dort werktags zunächst zwölf Mal am Tag, ab 2020 sogar 14 bis 15 Mal am Tag halten werden. Warum gerade Bosbüll? „So klein ist die Gemeinde und ihr Umland nicht, deshalb wollen wir diese Lücke auf der Strecke nach und von Dänemark gerne schließen“, sagt Dewald.

Zudem kommt Bewegung in die Arbeit des sich im Vorjahr gegründeten Vereins „Bosbüll aktiv e.V.“. Das erste große Projekt, de, sich der von Dörte Andresen angeführte Vorstand gewidmet hat, ist der Start des neuen E-Dörpsmobils. Der weiße Renault steht ab sofort allen Mitgliedern des Vereins zur Verfügung. Vorgestellt wird der Wagen am Sonntag, 11. März, von 10 bis 12 Uhr im Gemeindehaus. In dieser Zeit besteht auch die Möglichkeit zu Probefahrten, um sich mit dem umweltfreundlich angetriebenen Auto vertraut zu machen, und natürlich auch dem Verein beizutreten. „Wir freuen uns auf möglichst viele Mitglieder, die das Projekt unterstützen“, sagt Bürgermeister Ingo Böhm. Durch das Sponsoring des Wind- und Solarparks Bosbüll könne das Dörpsmobil zu sehr günstigen Konditionen genutzt werden. Der Bürgermeister apelliert an seine Bürger, auch Mitglied zu werden, wenn kein Interesse an der Nutzung des Dörpsmobils besteht, denn: „Der Verein plant in Zukunft auch weitere Angebote.“

Derzeit zählt der Verein 17 Mitglieder, der Jahresbeitrag beträgt zwölf Euro. Das Wärmenetz ist ein weiteres Thema, das die Gemeinde bewegt. Eine Befragung der Bürger durch die Firma GP Joule hat ergeben, dass genügend Haushalte bereit sind, sich an ein Wärmenetz anzuschließen. Nach Einschätzung des Bürgermeisters wird es eine Frage des Preises sein, ob es tatsächlich zu so vielen Anschlüssen kommt.

Nächster Schritt ist daher eine Machbarkeitsstudie, die zu 30 bis 40 Prozent gefördert wird, wenn sich eine Nahwärmegesellschaft in Form einer GmbH gründet. Es ist vorgeseehen, dass sich die Gemeinde zu 55 Prozent und die Firma GP Joule zu 45 Prozent an dieser beteiligt. Bürgermeister Ingo Böhm soll als Beauftragter der Gemeinde für dieses Projekt die Geschäftsführung übernehmen – und wird laut Beschluss beauftragt, die erforderlichen Genehmigungen der Kommunalaufsicht einzuholen

Schließlich beschlossen die Gemeindevertreter, die geplante Erweiterung des Wilhelminen-Hospiz in Niebüll mit einem Baukostenzuschuss von 3000 Euro zu unterstützen.

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