„Duz-Dorf“ Rodenäs wird populär

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Medienberichte über Deutschlands erstes „Duz-Dorf“ machen die Grenzgemeinde über die Landesgrenzen hinaus bekannt

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05. Dezember 2014, 11:31 Uhr

Das Grenzdorf Rodenäs ist angeblich das erste sogenannte „Duz-Dorf“ in der Bundesrepublik. Das berichtete Bürgermeister Jörg Nissen in der 8. Sitzung der Gemeindevertretung. Er beruft sich auf Veröffentlichungen in etlichen deutschen Medien, die sich wiederum auf ein Interview berufen, das die Deutsche Presseagentur (DPA) im Fünf-Sprachen-Dorf mit Bürgermeister Jörg Nissen führte. Und: Der Kontakt DPA/Rodenäs ist im Herbst dieses Jahres im Zuge einer NDR-Sendung entstanden, die das Funkhaus Flensburg zum „Tag der Sprachen“ produzierte.

Wenn man dem Rodenäser Bürgermeister ein „Hallo, Jörg“ zuruft, dann ist das völlig normal und üblich im Dorf. Einen guten Steinwurf weiter nördlich jenseits der Grenze gehört die „pronominale Anrede in der zweiten Person singular“ ohnehin zum normalen gesellschaftlichen Umgang. Und der vermeintliche Fauxpas, der im Grenzland keiner ist, brachte der Gemeinde Rodenäs bundesweite Internet-Popularität. Denn: Seit Oktober wurde die Homepage des Grenzdorfes von anfänglich 450 bis heute über 11 000 Besuchern angeklickt. „Wöchentlich kommen weitere 100 Klicks hinzu. Eine bessere Werbung für unser Dorf können wir uns nicht wünschen“, sagte Jörg Nissen , mit dem auch wir uns auf ein „Du“ einigten.

Weniger erfreulich steht es um den Haushalt der Gemeinde Rodenäs, der im nächsten Jahr voraussichtlich einen Fehlbetrag von 169 500 Euro ausweist. Auch dieses Jahr wird mit einem Fehlbetrag von 90 000 Euro enden. Gründe dafür sind der Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen und die Verdoppelung der Sanierungskosten für das Gemeindehaus auf jetzt 100 000 Euro. Für dieses und das nächste Jahr wird die Gemeinde eine Fehlbedarfszuweisung aus dem Finanzausgleich beantragen müssen. Einzige Investition 2015 soll die Anschaffung eines neuen Feuerlöschfahrzeugs sein. Wegen des finanziellen Engpasses muss die Gemeinde die Zweitwohnungssteuer sowie die Hebesätze für die Grundsteuern A (auf 370) und B (auf 390 v.H.) erhöhen.






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